Toyota-Pilot Pajari gewinnt mit Rallye Estland seinen ersten Rallye-WM-Lauf
Der Finne führte den neunten WM-Lauf von Anfang bis Ende der 18 Wertungsprüfungen an und sicherte sich souverän den ersten Sieg seiner Rallye-WM-Karriere.
Der Toyota-Youngster schlug zusammen mit seinem Beifahrer Marko Salminen bei der Hochgeschwindigkeitsschotterrallye seinen Teamkollegen und Vorjahressieger Oliver Solberg um 19,5 Sekunden. Der Franzose Adrien Fourmaux setzte sich gegen bei den beiden finalen Wertungsprüfungen gegen seinen Hyundai-Teamkollegen Thierry Neuville durch und komplettierte das Podium auf Platz drei.
Der 24jährige Pajari ist somit der sechste Sieger der Saison 2026. Somit haben alle fünf Toyota-Fahrer einen Rallye-WM-Lauf gewonnen haben. Der Blondjob baute seinen eigenen Podiumsrekord auf nunmehr sechs aus und damit mehr als jeder andere Fahrer in dieser Saison bisher.
Weiterhin ist Elfyn Evans (Toyota) der Führende in der WM-Zwischenwertung. Der Waliser baute seinen Vorsprung in der Meisterschaft auf 25 Punkte aus, obwohl er in Estland nur Sechster wurde. Er profitierte davon, dass sein Mannschaftskamerad Takamoto Katsuta außerhalb der Punkteränge gewertet wurde. Der Japaner war am Freitag wegen wegen zweier beschädigter Reifen nicht mehr in die Wertung gelangt.
Pajari liegt nun in der WM auf dem dritten Platz, 33 Punkte hinter Evans und acht Punkte hinter Katsuta. Der amtierende Weltmeister Sebastien Ogier (Fünfter in Estland) liegt weitere fünf Punkte zurück. Rallye Monte Carlo-Sieger Solberg liegt 47 Punkte hinter Spitzenreiter Evans, nachdem er alle zehn 10 „Super Sunday“-Punkte einheimsen konnte.
Als er die Ziellinie überquert hatte, ließ Pajari seinen Emotionen freien Lauf, sprang aus dem Auto, zeigte auf das Toyota-Emblem an der Front seines Yaris Rally1-Bolidenund umarmte Familie und Freunde.
«Das ist einfach unglaublich. Vielleicht ist mir noch gar nicht richtig bewusst, was ich da gerade geschafft habe», meinte der Blondschopf.
«Vielen Dank an alle bei Toyota Gazoo Racing – ich freue mich riesig für euch und bin euch unendlich dankbar. Danke, dass ihr mir vertraut und mich immer unterstützt habt. Danke an meine ganze Familie, meine Freunde und alle, die mir auch in schwierigen Zeiten den Rücken gestärkt haben – das hier ist für euch».
«Zu guter Letzt möchte ich mir selbst dafür danken, dass ich nicht aufgegeben und es noch einmal versucht habe. Wir wussten, dass es kommen würde, daran gab es keinen Zweifel, aber jetzt haben wir es geschafft».“
Solberg fand in Estland nie wirklich eine Antwort auf Pajaris hohes Tempo. Der Schwede hatte nach einer Reihe von zuletzt enttäuschenden Ergebnissen Mühe, wieder zu seiner gewohnten Form zu finden. Der zweite Platz war erst sein erstes Podiumsergebnis seit der Rallye Portugal im Mai.
Fourmaux’ dritter Platz war sein zweites Podium in dieser Saison und verwehrte Neuville zum ersten Mal seit 2022 einen Podiumsplatz in Estland. Ogier komplettierte die Top 5 mit einem Rückstand von 33,2 Sekunden auf Neuville.
Der Lette Martinss Sesks führte bei das M-Sport-Ford-Team auf Platz sieben an und fuhr mit dem über das gesamte Wochenende hinweg drei Top-3-WP-Etappenzeiten ein.
Vom Beginn der Rallye an war Sesks im Hintertreffen gewesen, da er bereits am Freitagmorgen beim Shakedown eine Schutzvorrichtung gestreift hatte. Dabei wurde die Lenkung sowie der Unterboden seines Ford Puma Rally1 beschädig..
Obwohl sein Auto rechtzeitig vor Rallyestart repariert wurde, verließ Sesks den Service mit zwei Minuten Verspätung und kassierte eine Zeitstrafe von 20 Sekunden. Das hatte allerdings keinen Einfluss auf seine Gesamtplatzierung.
Hyundai-Teilzeitfahrer Esapekka Lappi belegte 27 Sekunden hinter Sesks den achten Platz. Der Finne stand bei seiner letzten Teilnahme an der Rallye Estland (2023) noch auf dem Podium, zeigte sich jetzt von seinem mangelnden Tempo selbst etwas enttäuscht.
«Ich war die meiste Zeit der Rallye recht zufrieden mit dem Auto, aber meine Zeiten entsprechen nicht dem Fahrgefühl», reflektierte Lappi. «Das Tempo fühlt sich wirklich gut an. Daher weiß ich nicht, was ich übernächste Woche tun muss, um in Finnland besser abzuschneiden».
Jon Armstrong belegte den neunten Platz, nachdem er auf der ersten Wertungsprüfung eine halbe Minute verloren hatte, als nach einer unglücklichen Landung nach einem Sprung ein Reifen platzte. Dadurch musste der M-Sport-Fahrer am Samstag und Sonntag als Straßenkehrer auf dem Schotterterrain fungieren.
Teamkollege Josh McErlean landete außerhalb der Punkteränge, nachdem er die Samstagschleife wegen eines Problems am Auspuffkrümmer vorzeitig aufgeben musste.
Die Top 10 wurden vom führenden Rally2-Fahrzeug vervollständigt, das von Lokal-Hero Robert Virves gesteuert wurde. Der Skoda-Pilot wiederholte seinen WRC2-Sieg von der Rallye Estland im letzten Jahr. Sein Triumph war bereits sein dritter bei ebenso vielen Meisterschaftsstarts in diesem Jahr. Das brachte ihm dank einer Förderung des WRC-Promoters als bestplatzierten Estländer zusätzlich 25.000 Euro ein.
Im Ziel lag Teemu Suninen (Toyota) mit 7,6 Sekunden Rückstand auf dem zweiten Rang der WRC2-Wertung. Teamkollege Roope Korhonen lag am Ende um gerade 1,2 Sekunden auf Position drei zurück.
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