Schneller, höher, weiter: Rallye Estland ein spektakulärer Schotterevent
Die Rallye Estland wird vom 16. bis 19. Juli 2026 als neunter Lauf der Rallye-WM ausgefahren. Die Veranstaltung gilt mit als schnellste Schotter-Rallye und ist mit spektakulären Sprüngen geprägt.
Das Zentrum der Veranstaltung befindet sich in Tartu. Die ehemalige Hanse-Stadt liegt im Südosten des Landes und ist nach der Hauptstadt Tallinn die zweitgrößte Metropole des 1,3 Millionen Einwohner zählenden Landes.
Die Rallye bietet den Fahrern eine Mischung aus breiten, rasanten Waldstraßen sowie engeren, technisch anspruchsvollen Abschnitten in hügeligen Landschaften. Die Pisten befinden sich zu meist auf flachem Terrain und führen teilweise über künstlich angelegte Gravelpisten.
Präzision und Mut gehen hier Hand in Hand, wobei Vollgas-Kuppen und rasante Kompressionszonen die Fahrer von Anfang bis Ende in Atem halten.
Die Rallye wurde 2020 in den WM-Kalender aufgenommen. Der Event erlangte dank der reibungslosen Organisation, der riesigen Zuschauerzahlen und der schnellen Strecken schnell den Ruf eine ganz besondere Veranstaltung bei den Fans. Im Vorjahr konnte Oliver Solberg mit dem Toyota seinen spektakulären Debut-Sieg in der Rallye WM feiern.
Die Rallye Estland mag super-schnell sein, aber es ist alles andere als einfach. Die Geschwindigkeiten sind extrem hoch und knacken regelmäßig die Marke von 120 Kilometer pro Stunde. Die Veranstaltung verläuft über extrem schnelle und teils künstlich angelegte Schotterwege. Wechselnde Straßenbeläge und ständige Sprünge lassen keine Zeit zum Entspannen.
Bei der Rallye Estland werden geringe Zeitabstände erwartet. Es gibt keinen Spielraum zum Zurückstecken.
Präzise Fahrnotizen sind das A und O. Je schneller man fährt, desto schwerwiegender rächt sich schon die kleinste Fehleinschätzung.
Die Wertungsprüfungen sind beim ersten Durchgang in der Regel eben, können beim zweiten Durchgang jedoch mit tiefen Spurrillen ausgefahren sein und dadurch tückisch werden.
Während das Wetter zumeist trocken und warm ist, können plötzliche Regenschauer dieHochgeschwindigkeitsherausforderung blitzschnell in ein rutschiges Überlebensspiel verwandeln.
Die Fahrer brauchen Entschlossenheit, Rhythmus und Vertrauen - sowohl in das Auto als auch in ihren Beifahrer. Wer hier an Schwung verliert, ist im Kampf um Toppositionen raus.
Die Rallye wird über 18 Wertungsprüfungen mit insgesamt 301,80 Kilometern ausgefahren. Zentrum und Servicepark befindet sich auf dem Gelände des Estnischen Nationalmuseums (ERM) in der Universitätsstadt Tartu. Die Wertungsprüfungen erstrecken sich über mehrere Gemeinden in Südestland rund um den Peipussee
Der zeremonielle Start findet auf dem Rathausplatz am Donnerstag, den 16. Juli, statt. Dieser ist mit einem Demo-Run der Rally1-Autos verbunden.
Der Shakedown wird in diesem Jahr erst am Freitagmorgen kurz vor der ersten Wertungsprüfung gefahren. Das Finale mit der abschließende Power Stage wird am Sonntag, 19. Juli 2026, im Sportzentrum Kääriku ausgetragen.
Das Teilnehmerfeld umfasst 53 gemeldete Fahrzeuge. Insgesamt elf Rally1-Fahrzeuge konkurrieren in der Topkategorie. Toyota ist mit fünf Autos am Start und hat WM-Spitzenreiter Elfyn Evans, Welrtmeiter Sebastien Ogier, Oliver Solberg, Takamoto Katsuta und Sami Pajari genannt. Hyundai tritt mit dem Trio Thierry Neuville, Adrian Fourmaux und Esapekka Lappi an. M-Sport Ford hat gleichfalls drei Teams genannt und setzt Jon Armstrong, Joshua McErlean und Martins Sesks ein.
Topfahrer in Estland sind in der WRC2-Kategorie Roope Korhonen (Toyota), Teemu Suninen (Toyota), Robert Virves (Skoda), Fabrizio Zaldivar (Skoda), Emil Lindholm (Skoda) und Gus Greensmith (Toyota). Lancia-Teams stehen nicht auf der Nennliste.
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