Toyota-Youngster Sami Pajari steht vor seinem ersten Rallye-WM-Laufsieg
Der Finne Sami Pajari führt die Rallye Estland mit 25,0 Sekunden Vorsprung auf den Teamkollegen Oliver Solberg an. Am morgigen Sonntag stehen nur noch zwei Wertungsprüfungen an.
Pajari, der Gewinner der Junior-Rallye-Weltmeisterschaft von 2021, führt den neunte Lauf der diesjährigen Rallye-Weltmeisterschaft seit der ersten Wertungsprüfung am Freitagmorgen an.
Der 24-jährige Pajari gewann dabei alle Wertungsprüfungen des Auftakttages und nahm den Schwung mit in den Samstag. Dort gewann er die erste Durchfahrt der WPs in Peipsiääre als auch in Mustvee, bevor Oliver Solberg im zweiten Durchgang mit zwei WP-Siegen kontern konnte.
Am Nachmittag Pajari bestimmte allerdings wieder das Tempo der Hochgeschwindigkeitsschotterrallye und lag auf drei der fünf WPs am Samstag vorne. Er konnte seinen Vorsprung auf zweitplatzierten Solberg sukzessive ausbauen.
Estland-Vorjahressieger Solberg vertrat die Meinung, dass er am Nachmittag eine zu optimistische Reifenwahl getroffen hatte. Der Rallye Monte Carlo-Sieger vertraute ausschließlich auf weiche Reifen. Pajari hatte hingegen zwei harte Reifen in sein Paket gewählt.
Pajari kommentierte: «Es war ein guter Tag. Es soll ja nie einfach sein, aber dennoch fühlen wir uns mit der Führung irgendwie recht wohl. Morgen stehen auch noch viele Kilometer auf dem Programm, es wird also nicht ganz so einfach».
Auf einer Verbindungsetappe stand ein wirklich cooler Fan mit einem Plakat, auf dem stand: «Sami, hör nicht auf Marko [Salminen, Beifahrer], gib einfach alles. Also versuche ich, mich daran zu halten», schmunzelte der Blondschopf.
«Der Vormittag verlief viel positiver als gestern», reflektierte Solberg. «Ich wünschte, wir hätten dieses gute Gefühl schon gestern gehabt, aber der Einsatz und die Risikobereitschaft fehlen noch immer etwas. Dabei ist das genau das was ich brauche um Sami zu schlagen. Sami ist extrem gut gefahren. Ich versuche einfach mit dem Selbstvertrauen, das ich im Moment habe, mein Bestes zu geben».
Der französische Hyundai-Pilot Adrien Fourmaux konnte seine dritte Position vom Vortag verteidigen und besitzt nun einen Rückstand von 52,1 Sekunden. Er liegt nach 16 von 18 WPs aber nur noch 1,9 Sekunden vor seinem Teamkameraden Thierry Neuville. Der belgische Ex-Weltmeister konnte auf WP15 den bislang einzigen Erfolg für Hyundai an diesem Wochenende herausfahren.
Dadurch konnte Neuville seinen Vorsprung auf über einer halben Minute auf Weltmeister Sebastien Ogier (Toyota) vergrößern. Der neunmalige Weltmeister Ogier kann seinen Rallyeeinsatz zwar genießen, ärgert sich aber über die Tatsache, dass die WP-Zeiten mit jedem teilnehmenden Auto mit den «frei gefegten Prüfungen» immer schneller wurden.
Teamkollege Elfyn Evans liegt auf Platz sechs vor M-Sport Ford-Pilot Martins Sesks bei seinem Heimspiel. Hyundai-Teilzeitfahrer Esapekka Lappi, der auf der ersten WP des Nachmittags einen wilden Ausritt ins Gelände fabrizierte, wird im Klassement auf Platz acht vor Jon Armstrong im M-Sport-Puma auf Platz neun.
Der Este Robert Virves (Skoda) liegt auf Platz 10 der Gesamtwertung und führt die WRC2-Kategorie mit 10,1 Sekunden Vorsprung vor Roope Korhonen (Toyota) an. Teemu Suninen (Toyota) liegt hinter Korhonen an dritter Positon. Toyota-Nachwuchshoffnung Jaspar Vaher schied bereits auf der ersten WP des Tages nach einem Unfall mit einem heftigen Einschlag mit 8 G aus.
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