Ziele in Oulton Park nicht erfüllt

Kolumne von Patric Muff
Patric Muff

Patric Muff

Ich freute mich sehr darauf, zum zweiten Mal in dieser Saison nach Oulton Park zu reisen.

Einerseits konnten wir in Oulton Park auf Daten zurückgreifen und andererseits ist es eine der schönsten Strecken die England zu bieten hat. Doch Zeit die schöne Kulisse zu geniessen hatte man aber am Freitag nicht wirklich. Es regnete genau einmal – nämlich den ganzen Tag hindurch. Und nicht nur ein wenig regnen, es schüttete in Strömen. Somit starteten wir mit einer knapp zweistündigen Verspätung bei sintflutartigen Verhältnissen in das erste freie Training. Die Bedingungen auf der Strecke waren nicht wirklich einfach, ganz abgesehen von den Sichtverhältnissen. Aber ich wusste wenigstens wo es lang geht. Leider nützte mir das aber nicht viel, als ich nach der Haarnadelkurve ein Moment zu früh am Gas war und per Highsider ungemütlich abflog. Dass ich zu diesem Moment an siebter Stelle lag rechtfertigte die Sache auch nicht wirklich.

So machte ich mich nachmittags mit etwas mehr Vorsicht an das ebenfalls verregnete zweite freie Training. Wirklich auf eine gute Zeit kam ich so aber nicht und beendete den Tag nur knapp in den Top-20. Samstags zeigte sich das Wetter von seiner schönsten Seite. Mit einem ersten Trocken-Setup ging es so morgens in das dritte freie Training. Die Umstellung von nass auf trocken, der Sturz am Vortag, die Tatsache dass ich steif wie ein Brett war. Es war alles ein wenig harzig. So stand ich am Ende der Session nur als 23. auf der Zeitenliste. Im ersten Qualifying konnte ich mich Runde um Runde ein wenig steigern und so ging es am Ende der Session nochmals mit einem neuen Reifen auf die Jagd nach einer schnellen Zeit. Doch das Quäntchen Glück wollte nicht mit mir sein. Auf meiner schnellen Runde wollte ich Freddy Foray aussen überholen, da stellte er plötzlich sein Motorrad auf und zog nach aussen. Da ich mich zu diesem Zeitpunkt direkt neben ihm befand, hatte ich keine Chance mehr auszuweichen und ich musste mit 200 km/h den Notausgang in die nasse Wiese nehmen. Ich stürzte in eine riesen Wasserlache und sah aus, als wäre ich in ein Schlammloch gefallen. Ziemlich wütend, denn ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass Foray der Benzin ausgegangen ist und deshalb schlagartig von der Ideallinie ging, war das Qualifying für mich beendet und musste mich mit einem enttäuschenden 23. Startplatz abfinden.

Mein Start im ersten Rennen war nicht wirklich optimal, aber ich konnte dennoch in der ersten Runde die ersten Plätze gut machen. Ich konnte mich Platz für Platz nach vorne arbeiten, in harten Zweikämpfen aus eigener Kraft oder durch begünstige Umstände aufgrund einiger Stürze. In den letzten Runden an 11. Stelle liegend konnte ich die Lücke zu Barry Burrell schliessen und legte in mir in der letzten Runde zurecht. Er musste in der Schikane allerdings geradeaus und konnte so die entscheidenden Meter auf mich gut machen. Knapp die Top Ten verpasst, konnte ich mit dem 11. Platz dennoch zufrieden sein. Die 19. schnellste Zeit im Rennen platzierte mich dann für das morgige zweite Rennen vier Plätze weiter vorne in der Startaufstellung. Nach einer sehr langen Besprechung am Abend mit meinem Crew Chief James und unserem Fahrwerksspezialisten Alessandro bauten wir am Abend das Motorrad für den Sonntag nochmals komplett um.

Sonntagmorgen hatte ich dann während zehn Minuten die Möglichkeit das neue Fahrwerk auszutesten, in der Hoffnung, dass wir in die richtige Richtung gearbeitet hatten und mit dem Wissen keinesfalls stürzen zu dürfen, denn 30 Minuten später war bereits das Rennen angesetzt, machte ich mich auf den Weg. Dank den Fahrwerksumstellungen konnte ich pro Runde knapp eine Sekunde schneller als noch im Qualifying fahren. Leider verkürzte sich so die Lebensdauer des Reifens enorm und hatte somit während des ganzen Rennens mit Gripproblemen zu kämpfen. Nichtsdestotrotz verteidigte ich diesen Platz mit allen Mitteln und konnte ihn sicher ins Ziel bringen. Mit der 14. schnellsten Zeit in diesem Rennen konnte ich erneut 5 Plätze in der Startaufstellung gut machen. Analyse der Gripprobleme mit Pirelli nach dem Rennen Auf das dritte und letzte Rennen liessen wir für einmal das Motorrad so wie es war.

Im zweiten Rennen kam ich nur an 16. Stelle aus der ersten Runde zurück. Ich brauchte einige Zeit, um mit dem neuen Fahrstil zurecht zu kommen, wurde dann aber zu Rennmitte hin von Runde zu Runde schneller und konnte zusehen wie sich die Lücke in die Punkteränge vor mir zu schliessen begann. Bis ich es dann eingangs einer Schikane übertrieb: Ich kam bereits Kurveneingang ziemlich unruhig daher, war ein Moment zu lange auf der Bremse und als ich gerade die Bremse los liess, klappte mir das Vorderrad weg. Als ich auf dem Weg zu meiner BMW war ging mir nur durch denn Kopf: Das darf ja wohl nicht war sein. Mit diesem Rennen steht es nun genau Halbzeit in der Saison. In zwei Wochen geht es zurück auf eine weitere Strecke die ich mag, Brands Hatch, und ich freue mich sehr, an diesem Wochenende viel Unterstützung aus der Schweiz vor Ort zu haben. Stürze gehören zum Rennsport dazu, wir sind ja schliesslich nicht auf einer Kaffeefahrt! Und ihr könnt euch sicher sein, ich werde auch in Zukunft hart am Gas sein.

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