Eis für alle Uwes

Von Yörn Pugmeister
Dakar Auto
Carlos Sainz und Kris Nissen sorgen für Eis

Carlos Sainz und Kris Nissen sorgen für Eis

Bei jedem VW-Etappensieg gibt es Eis für die Werker – und die heissen alle Uwe.

Teamchef Kris Nissen sprach im Fernsehen live , ein, zwei Stunden vor der Königsetappe Copiapo – Copiapo. Das war zu einer Zeit, als Robbie Gordon mit seinem Hummer führte und Carlos Sainz runde 30 Sekunden hinter ihm lag. Kris meinte , dass es heute kein Eis gäbe, denn es sah aus, als wäre kein Etappensieg drin.

Die Uwes zogen lange Gesichter, sämtliche Uwes. Bei Volkswagen Motorsport gibt es nämlich nur Uwes, jeder heißt so. Es gibt einen Ober-Uwe, der heißt Ralf Arneke. Es gibt den Logistik-Uwe, den Getriebe- Uwe etc. Es wimmelt seit 2003 von Uwes im VW Motorsport-seit der Vorbereitung für die Dakar 2004. Der Grund: Es kamen so viele frische Werker ins Team, dass niemand die Namen der neuen Kollegen behalten konnte. Und überdies gab es den stabilen Marketing Mann Uwe Baldes, der letztlich wohl der Namengeber war. Im Rahmen der Dakar 2004 notierte der Team-Arzt seine Medikamenten-Verschreibungen sehr genau. Als man wieder zuhause war, empfahlen seine Chefs , den Uwe raus zu schmeißen. Denn immer tauchte nur ein Name in den Krankenlisten auf-Uwe.

Nun gut, heute kriegen die Uwes ihr Eis, Carlos brachte seinen Touareg als erster ins Biwak: „ Es war unheimlich hart. Sand, Sand immer mit Felsen drin. Dann am Ende noch das hohe Kamelgras.Es war eien unglaubliche Etappe- wir haben viel Glück gehabt“. Sein Navigator Michel Perin, schon mehrfacher Dakar-Sieger lobte seinen Piloten: „ Carlos ist ja eigentlich kein Mann für Dünen, er war gut wie selten. Es war sehr weich draußen, wie auf dem Mond, denke ich. Carlos war sehr sicher und vorsichtig. Den Robbie Gordon haben wir übrigens nie gesehen“. Und der Amerikaner in seinem wuchtigen Hummer hat den Touareg nie gesehen, der ihm letztlich die entscheidenden 21 Sekunden auf dieser 476 Kilometer- Mörderetappe abnahm. Robbie. „Das Navigieren war unheimlich schwer – da sieht ja eine Düne wie die andere aus.Staub gab es keinen, aber jede Menge Felsbrocken unter dem Sand. Aber wir kamen ohne Plattfuß davon“.

Auch Mark Miller brachte seinen Touareg an dritter Stelle ohne Luftverlust ins Biwak – er ließ nicht einmal in den weichsten Stellen Luft ab. Mark: „ Wir fahren wegen der harten Passagen zwischen den Dünen mit deutlich über zwei bar Druck“. Miller litt sichtbar, als er aus dem Wagen stieg. „Wir haben uns sicher 15 Mal verfahren, hatten hinten links einen Platten. Wir sind in zwanzig verschiedene Richtungen gefahren“.Das US-Team kam als drittes rein.

Giniel de Villiers wurde nur Fünfter – und war frustriert: „ Das hätte ich von einem guten Freund nicht erwartet.....“ Das DAS war eine nicht ganz koschere Szene: Bis runde 20 Kilometer vor dem Ziel führte de Villiers trotz eines Plattfußes klar, schlug dann aber so unglücklich in einer Doppeldüne ein, dass die Chassismitte 150 Zentimeter hoch in der Luft hing und alle vier Räder steckten. Die Besatzung begann, mit den Händen zu schaufeln, abgerissene Plastikteile unter die Räder zu schieben, da das Heck so tief im Sand steckte, dass man nicht an die Schaufeln und die Sandbleche herankam. Als Mark Miller sich näherte, baute sich Dirk von Zitzewitz auf und winkte mit einem Abschleppseil. Miller fuhr vorbei. Es sei zu weich gewesen, sagte er. Er habe überlegt zu drehen und von hinten an den Gestrandeten heran zu kommen, es aber nicht gewagt. Dirk kommentierte: „Mark hätte sich denken können, dass es hart war, wo ich stand“.

Vierter wurde heute Guerlain Chicherit auf dem X-Raid BMW X 3 CC vor Nani Roma mit dem Mitsubishi. Der Katalane ist bescheiden geworden: „ Wenn ich nicht aufs Podium komme, ist das nicht schlimm. Ein vierter oder fünfter Platz reichen mir“.
Den Uwes wäre solch eine Bescheidenheit ihrer Fahrer nicht recht, denn Eis gibt es nur bei Etappensiegen.

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