DTM in der ARD: Die Quote sinkt weiter

Von Andreas Reiners
DTM
Die ARD-Quote sinkt weiter

Die ARD-Quote sinkt weiter

In der vergangenen Saison riss die DTM erstmals die magische Millionen-Grenze, allerdings nach unten. Auch unter dem neuen Chef Gerhard Berger gibt es bislang keinen Anstieg.

Streitereien um Proteste eines Herstellers gegen den anderen, Verschwörungstheorien, Diskussionen um Gewichte: Es gab in dieser Saison durchaus Themen, die die generell positive Entwicklung der DTM unter dem neuen Chef Gerhard Berger etwas überdeckt haben. Denn Fakt ist: Die neuen Autos, die neuen Reifen und auch die neuen Regeln haben der DTM grundsätzlich einen Schub verliehen.

Denn bei dem ganzen Chaos, den die Mercedes-Ankündigung am Montag verursacht hat, darf nicht vergessen werden, dass die Serie spannende, teils irre Rennen geliefert hat.

Der verrückte Lauf am Sonntag in Moskau zum Beispiel. Oder natürlich das Rennen am Norisring, mit vielen Überholmanövern, spannenden Zweikämpfen und dem Horrorcrash von Mike Rockenfeller und Gary Paffett.

Nur: Diese positive Entwicklung schlägt sich leider nicht in Zahlen nieder. «Leider ist das Zuschauerinteresse nach wie vor sehr zurückhaltend», hatte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky bei SPEEDWEEK.com nach dem Norisring-Wochenende klargestellt. Wir erinnern uns: Damals hatte die ARD noch für einen Shitstorm gesorgt, als man nach der Unterbrechung durch den Crash aus der laufenden Übertragung ausstieg, da die Politik («Sommerinterview») Vorrang hatte.

Das Rennen auf dem Stadtkurs hatte ironischerweise mit 1,47 Millionen Fans dann auch den größten Zuspruch seit Jahren. Aber: Insgesamt geht der Schnitt weiter zurück. Bei den bisherigen fünf Events saßen im Schnitt 910.00 Zuschauer vor dem TV. Kein Einbruch, angesichts 940.000 Zuschauern im Vorjahr aber erneut ein Schritt zurück. Zum Vergleich: 2015 waren es noch 1,01 Millionen Anhänger gewesen.

Schwachpunkt ist der Samstag, der bei keinem Rennen auch nur annähernd an der Millionen-Marke kratzte. Der Saisonauftakt in Hockenheim, der Norisring und zuletzt Moskau schafften es zumindest am Sonntag über eine Million Zuschauer.

Über die Gründe wird bekanntlich seit Jahren fleißig spekuliert, die eine Erklärung gibt es wohl nicht. Liegt es an der Qualität der Übertragung? Dem Problem der ständig wechselnden Startzeiten trat die ARD in dieser Saison mit zum Großteil festen Start- und Sendezeiten entgegen, dazu verpflichtete sie zahlreiche Experten wie Klaus Ludwig, Peter Mücke oder Bernd Mayländer, die als Co-Kommentatoren ebenso einen guten Job machten wie die Formel-3-Youngster Maximilian Günther oder Mick Schumacher.

Möglicherweise sind es aber auch schlicht die Startzeiten, die zwar fix sind, aber eben auch am Nachmittag liegen. Das Argument, der Motorsport habe generell Probleme mit Fanverlust, widerlegt in dieser Saison zumindest die Formel 1 sehr deutlich. Denn RTL konnte bei bislang acht von zehn Rennen eine Quotensteigerung im Vergleich zum Vorjahr bejubeln. Und bereits 2016 hatte der Kölner Privatsender nach Jahren des Rückgangs wieder eine Quotensteigerung vermelden dürfen.

Die Saison 2017 (Samstag/Sonntag in Millionen):

Hockenheim: 0,66/1,20
Lausitzring: 0,63/0,96
Budapest: 0,76/0,79
Norisring: 0,74/1,47
Moskau: 0,84/1,08

Aktueller Schnitt nach fünf von neun Events: 0,91

Die Saison 2016 (Samstag/Sonntag in Millionen):

Hockenheim: 0,74/1,01
Spielberg: 1,29/1,03
Lausitzring: 0,77/1,15
Norisring: 0,76/0,93
Zandvoort: 1,09/0,99
Moskau 0,99/0,83
Nürburgring 0,58/1,03
Budapest: 0,60/0,79
Hockenheim: 0,81/1,21

Gesamtschnitt: 0,94

Die Saison 2015 (Samstag/Sonntag in Millionen):

Hockenheim: 0,71/1,22
Lausitzring: 1,28/0,81
Norisring: 1,35/1,25
Zandvoort: 1,06/1,13
Spielberg: 1,12/0,93
Moskau: 0,97/1,01
Oschersleben: 0,65/1,17
Nürburgring: 0,82/0,78
Hockenheim: 0,71/1,28

Gesamtschnitt: 1,01

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