DTM-Gewichte: Schafft den Schwachsinn endlich ab!

Von Andreas Reiners
Die Gewichte müssen weg

Die Gewichte müssen weg

Die DTM ist eine starke Plattform? Ja, das ist sie eigentlich schon. Leider ist das kaum noch etwas wert. Ein Kommentar.

Kann das Wort Performance-Gewichte noch jemand hören? Ich gebe offen zu: Es hängt mir zum Hals raus. Nicht einmal, weil es praktisch unmöglich ist, das System halbwegs verständlich zu erklären. Sondern einfach deshalb, weil es unnötig ist. Weil es künstlich ist. Weil es dem Sinn des Sports widerspricht. Weil an ihm in diesem Jahr alles falsch ist, was falsch sein kann. Weil es dazu führt, dass taktiert und langsam gefahren wird. Weil es nur noch unfassbar nervt.

Doch die DTM schafft bei diesem Thema etwas, das sie schon oft ausgezeichnet hat: Man ist sich einig, ohne Einigkeit zu erzielen. Es ist unglaublich, wie eine Serie, die durch den neuen Chef Gerhard Berger und die vielen guten Neuerungen Rückenwind erhalten hat, sich selbst immer wieder phänomenal einbremst.

Seit Monaten wird nur noch über Performance-Gewichte debattiert und diskutiert. Früher waren die Gewichte auch schon in der Kritik, doch sie hatten noch nie so viel Einfluss auf den Sport wie in diesem Jahr. Weil auch die Stimmung immer gereizter wird, angespannter. Und vor allem schlechter.

Keine Frage: Die DTM schreibt immer noch gute Geschichten, liefert oft sehr unterhaltsame Rennen. Und war der Titelkampf schon mal spannender als in dieser Saison? Acht Fahrer kämpfen sechs Rennen vor Schluss um die Meisterschaft.

Doch wen interessiert das, wenn die Politik den Sport beherrscht? Was ist der Titel am Ende wert, wenn die Gewichte solch einen großen Einfluss haben? Wer will einen politischen Meister? Wer will anschließende Disskussionen über den Wert des Titels? Hatten wir das nicht 2016 schon? Alleine diese Fragen zeigen: Politik und die eigenen Interessen spielen immer noch eine zu große Rolle. Dinge wie nachträgliche Disqualifikationen des Siegers oder nach einem Wutausbruch sind da nur noch die Sahnehäubchen, die niemanden mehr schmecken.

Bei allem geht es ja nicht nur um Sport, Gerechtigkeit oder ein verständliches Reglement. Es geht auch um die Zukunft. Nach dem Mercedes-Ausstieg mehr denn je. Die Gefahr, dass sich andere Hersteller den Kindergarten nur noch amüsiert anstatt interessiert anschauen, ist groß. Und genau die braucht man, um eine Zukunft zu haben. Stichwort TV-Vertrag: Ohne Fernsehpartner wird es bereits 2018 schwierig. Doch wer überträgt eine Serie, die drauf und dran ist, sich selbst ihrer Zukunftschancen zu berauben?

Natürlich kann man versuchen, die Standpunkte zu verstehen. Wer will schon dauernd Zugeständnisse machen? Und wer fährt schon gerne eine Saison lang chancenlos hinterher? Doch so ist der Sport. Und der muss wieder im Vordergrund stehen. Und: Dieses Jahr erweckte nicht den Eindruck, als wäre ein Hersteller komplett chancenlos, auch ohne Ballast. Es kann aber sowieso nur einen Sieger geben und im Fall der DTM eben zwei Verlierer.

Wenn diese Rolle aber niemand akzeptieren will, ist die DTM am Ende der Verlierer.

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