Rast und Macau: «Mein Leben ist mir wichtiger»

Von Andreas Reiners
DTM
René Rast

René Rast

Auf dem Lausitzring erlebte René Rast einen Horrorcrash, sein Audi wurde bis auf das Monocoque zerstört. Es gab in seiner Karriere aber Zwischenfälle, die weit schlimmer waren.

René Rast muss zur Begrüßung die linke Hand geben. Die rechte ist bandagiert. Oha, doch noch eine Erinnerung an den Horrorcrash vom Lausitzring, als sich der amtierende Meister überschlug und sein Audi RS 5 DTM bis auf das Monocoque nur noch Schrott war? Eigentlich war der 31-Jährige ja mit dem Schrecken davongekommen.

In der Tat hatte der Unfall keinen Einfluss auf seine Gesundheit, auch wenn er heftig und spektakulär aussah. In dem Sinne war es auch sein heftigster Crash. «Es gab aber Unfälle, die mehr weh taten. Und es gab Unfälle, die man gar nicht als Unfall wahrgenommen hat, die aber stärkere Folgen hatten», sagte er Auto Bild Motorsport.

Womit wir bei seiner rechten Hand wären: «In der WTCR habe ich einen Schlag aufs Lenkrad bekommen und habe mir die Hand verletzt. Das sieht man von außen gar nicht, davon habe ich aber seit Wochen etwas.» Beim Fahren behindert ihn die Verletzung allerdings nicht, dafür bei Bewegungen im Alltag.

Hatte er nach dem Horrorcrash keine Probleme damit, wieder ins Auto zu steigen? «Das ist sehr unterschiedlich. Als der Staub sich verzogen hatte, wusste ich sofort, dass es mir gut geht. Ich war bei klarem Verstand und konnte alles gut verarbeiten», sagte er.

Anders war es vor ein paar Jahren in Macau, dem berühmt-berüchtigten Stadtkurs, auf dem schon einige Fahrer ihr Leben gelassen haben. Erst 2017 starb Motorrad-Pilot Daniel Hegarty nach einem schweren Unfall beim Grand Prix von Macau. Immer wieder gibt es Massencrashs oder heftige Zwischenfälle, die Macau einzigartig, aber auch gefährlich machen.

Rast kann ein Lied davon singen. «In Macau aber habe ich vor einigen Jahren das Auto bei 270 km/h verloren. Hätte ich es in der Situation nicht abfangen können, wäre ich vermutlich nicht mehr ausgestiegen. Seitdem fahre ich in Macau nicht mehr...», gibt er zu.

Angst oder Respekt ist es nicht, sondern «gesunder Menschenverstand», wie er erklärt. «Ich bin nicht der Draufgänger-Typ. Da muss man sein Gehirn ausschalten und einfach fahren. Dazu bin ich nicht bereit. Denn mein Leben ist mir wichtiger als ein Autorennen.»

Denn zu Rasts Leben gehören vor allem Lebensgefährtin Diana und Sohn Liam, der in diesem Jahr zwei wird, Durch den Nachwuchs hat sich viel verändert. «Die Lebenseinstellung ist eine andere: Ich versuche, die Freizeit mit der Familie mehr zu genießen. Heißt: Nicht mehr so viel am Handy hängen, nicht mehr so viel Mails lesen, Telefonate verschieben, damit ich mit dem Kopf nicht woanders bin.»

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