DTM: So könnte das Aston-Martin-Projekt laufen

Von Andreas Reiners
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Wer steigt in die DTM ein?

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DTM-Chef Gerhard Berger bestätigt bei SPEEDWEEK.com Gespräche mit Aston Martin, Lexus, Maserati und weiteren Kandidaten. Am Aston-Martin-Konstrukt sind mehrere Parteien beteiligt.

DTM-Chef Gerhard Berger ist selbst ein wenig genervt. Schwammige Aussagen sind nicht so sein Ding. Der Österreicher ist ein Fan der offenen Worte. Das Problem: Die Zukunft der DTM steht nun mal auf wackligen Füßen, konkrete Aussagen deshalb schwierig. Und auch wenn der 58-Jährige viele Gespräche zur Rettung der Tourenwagenserie führt und die Gerüchteküche brodelt: In trockenen Tüchern ist nichts.

In Zandvoort bestätigte Berger SPEEDWEEK.com: «Wir führen Gespräche mit Aston Martin, Lexus und Maserati, aber auch mit anderen Herstellern.» Berger zeigte sich optimistisch. So optimistisch wie man eben sein kann, wenn man während einer langen Motorsport-Karriere schon oft genug die berühmten Pferde vor den Apotheken gesehen hat.

Berger: «Wie weit fortgeschritten die Gespräche sind, kann man nie genau sagen. Einen Tag hat man das Gefühl, dass es schon durch ist, am nächsten Tag ist es schon wieder anders. Am Ende zählt die endgültige Zu- oder Absage.»

Deshalb weiß er: «Die Gespräche können weit sein, und ich bin auch immer optimistisch, aber ich glaube immer erst daran, wenn alles auch wirklich in trockenen Tüchern ist.» Er hofft, dass man «innerhalb der nächsten acht Wochen» ein klareres Bild habe: «Aber man kann nie wissen. Mir geht es selbst auf die Nerven, dass ich im Moment nicht klarer sprechen kann und alles etwas schwammig ist.» Fest steht aber, dass es 2019 ein Übergangsjahr mit Audi, BMW und möglicherweise Privatteams geben wird. Kommt ein Hersteller-Einstieg, dann erst für 2020.

Pläne, wie Aston Martin ein DTM-Projekt stemmen würde, sickern auch mehr und mehr durch. Red Bull könnte dabei als Sponsor auftreten. Als Chassis-Partner wird immer wieder HWA genannt. Auch Berger weiß: «Dass HWA ein starker Partner wäre, liegt auf der Hand.« Mercedes-Teamchef Ulrich Fritz ist gleichzeitig Vorstandschef von HWA und hat damit das Problem, dass er für das börsennotierte Unternehmen nicht so offen sprechen kann wie er vielleicht gerne würde.

Aber es ist keine Überraschung, wenn er betont: «Wir haben 19 Jahre lang solche Autos gebaut. Es wäre unser Tagesgeschäft.» Dafür müsse eine Finanzierung, also ein Kunde da sein, so Fritz. Wie Aston Martin. «Theoretisch wäre es denkbar, dass HWA in einem definierten Rahmen für einen anderen Hersteller oder für ein anderes Team tätig wird. Das ist aber nichts, was spruchreif ist», so Fritz.

Auch in Sachen Motor könnte HWA die Lösung sein. Denn es gibt in Affalterbach einen Vierzylinder-Turbo, der auf dem Prüfstand läuft, mit Mercedes aber nichts zu tun hat. «Ob er in das DTM-Reglement passt, darüber kann man streiten. Es gibt aber ein Produkt, das in die Richtung entwickelt werden könnte», sagt Fritz. Auch Honda gilt wegen der Verbindungen zu Red Bull in der Formel 1 als Kandidat für ein mögliches Aggregat.

Was einen möglichen Renneinsatz betrifft, gilt R-Motorsport mit dem neuen Partner Arden Motorsport (mit Christian Horners Vater Gary als Teambesitzer) als mögliche Lösung. Die Verantwortlichen bekunden grundsätzliches Interesse, enge Verbindungen zu Red Bull gibt es auch hier: R-Motorsport ist die Motorsport-Marke von AF Racing, das wiederum Projektpartner von Aston Martin und Red Bull Racing beim Hyper-Sportwagen Valkyrie ist. Und: R-Motorsport geht im Blancpain GT Series Endurance Cup mit zwei Aston Martin V12 GT 3 an den Start.

Wie auch immer das Projekt am Ende gestemmt wird: Berger hofft auch auf eine Signalwirkung: «Ich glaube, dass einer eine Dynamik auslösen würde. Aber ich möchte erst einmal die Mercedes-Lücke schließen, vor allem mit einem ausländischen Hersteller, um das „zu-Deutsch“-Argument aufzubrechen. Der Rest ist die Kür.»

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