DTM elektrisch? Berger: «Keke nimmt sich das Leben»

Von Andreas Reiners
DTM
Gerhard Berger mit Nico Rosberg

Gerhard Berger mit Nico Rosberg

Der frühere Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg meinte zuletzt, die DTM werde in einigen Jahren elektrisch fahren. Wir haben DTM-Boss Gerhard Berger um seine Meinung gebeten.

Kann sich jemand vorstellen, dass die DTM in Zukunft elektrisch fährt? Bei einer Serie, die eine Ewigkeit mit einem V8-Sauger durch die Gegend fuhr und erst 2019 auf den Vierzylinder-Turbo mit zwei Litern Hubraum umgestellt hat, wirken solche Gedanken dann doch sehr abwegig.

Da kommen bereits Diskussionen über ein Hybridsystem als eine große Revolution daher. Die Gespräche hat DTM-Chef Gerhard Berger allerdings unlängst bestätigt: die DTM wird möglicherweise grüner.

Der frühere Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg geht allerdings von einer noch radikaleren Richtung aus. Der 33-Jährige ist durch das von seinem Vater Keke gegründeten Team Rosberg durchaus nah dran an der Tourenwagenserie.

Er glaubt, dass die DTM an einer Elektrifizierung nicht vorbeikommt. «Eines Tages, wenn alle Hersteller Elektroautos verkaufen, dann muss auch die DTM elektrisch sein, das ist ja klar. Da muss man schauen, ob es in sieben Jahren oder schon in vier Jahren so weit sein wird, aber man muss das auf jeden Fall im Auge behalten», sagte er motorsport.com.

Berger kennt die Aussage. Der Österreicher kennt aber auch Nicos Papa. Von SPEEDWEEK.com auf die Gedankenspiele Rosbergs angesprochen, denkt Berger dann auch vor allem an Keke.

«Die DTM vollelektrisch? Der Keke bringt sich mit der Aussage um, der nimmt sich das Leben», scherzte Berger. Und ernsthaft sagte er: «Aber auch ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, weil ich an batteriebetriebene Elektromobilität noch nicht glaube. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die ganze Welt irgendwann mit batteriebetriebenen E-Autos fährt.»

Er sei generell gar nicht negativ eingestellt, meinte er: «Ich bin nur nicht davon überzeugt, dass der Weg für die Zukunft langfristig gesehen schon klar ist.»

Denn es gebe ja diverse technische Konzepte, die diskutiert würden, so Berger: «Das reicht von einem optimierten Verbrennungsmotor mit e-Fuels über den Hybridantrieb bis hin zum Elektroantrieb mit Brennstoffzelle. Ein Hybridantrieb ist vielleicht mittelfristig sinnvoller als ein vollelektrisches Auto mit Batterie.»

Was er selbst über Elektrorennserien wie die Formel E denkt, hat er in der Vergangenheit oft genug erwähnt, oft sehr plakativ-humorvoll. «Geiler Motorsport? Der eine oder andere fährt mit Jetski schneller als mit einem Formel-E-Wagen» ist nur ein Beispiel.

Er stellt deshalb klar: «Es gibt viele, die sagen, dass man nur noch rein elektrisch durch die Gegend fahren muss. Das ist aber nicht die DNA der DTM. Wir werden unsere Richtung weiterverfolgen, weil wir daran glauben, dass die Fans attraktiven Motorsport mit Verbrennungsmotoren sehen wollen.»


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