Klare Aston-Martin-Ansage: Die Kosten müssen runter!

Von Andreas Reiners
DTM
Aston Martin fährt seit dieser Saison in der DTM mit

Aston Martin fährt seit dieser Saison in der DTM mit

Aston Martin zeigte zuletzt in Assen aufsteigende Tendenz. Klar ist aber: Adäquat aufholen kann man mit dem alleine Setup nicht. Doch es ist kompliziert.

Florian Kamelger musste lachen. Ist Aston Martin jetzt die zweite Kraft in der DTM, wurde der R-Motorsport-Teamchef scherzhaft gefragt. Nein, natürlich nicht, auch wenn Aston Martin im zehnten Saisonrennen in Assen mehr Punkte als BMW holte, und das ohne große Zwischenfälle oder Glück.

Was der DTM-Neuling aber verbuchen kann: eine Aufwärtstendenz. «Wir verstehen ganz offensichtlich das Auto-Setup von Wochenende zu Wochenende besser. Wir haben eines gefunden, das sichtbar zu funktionieren scheint», sagte Kamelger SPEEDWEEK.com.

Immer noch ein weiter Weg

Er weiß aber auch: «Der Weg ist für uns ganz realistisch gesehen immer noch weit.» Denn der Rückstand ist durch die kurze Vorbereitungszeit immer noch da, rund eine Sekunde fehlt im Qualifying im Vergleich zu Audi und BMW immer noch. In der DTM ist das eine Menge.

Weshalb auch die Fahrer gerne Hilfe hätten.

«Mal sehen, ob wir für Brands Hatch noch mehr finden können», hofft Daniel Juncadella bei SPEEDWEEEK.com über eine weitere Aufholjagd mit dem Setup. «Unser Auto ist top, wir haben die Erfahrung von Mercedes, von HWA. Es fühlt sich sehr gut an. Das sieht man im Regen, wo der Motor nicht so wichtig ist. Das Paket ist also gut. Nur die Motorleistung fehlt.»

Deshalb sei klar: «Uns fehlt eine Sekunde im Qualifying, durch den Motor. Im Rennen vermischt es sich ein bisschen, auch wegen der Reifen», sagte er.

Man versuche beim Neuling immer, etwas zu finden. Aber ganz ohne Hilfe wie eine Nach-Homologation wird es wohl nicht gehen. «Ich bin dafür, dass es eine offene Meisterschaft ist, aber wir brauchen etwas Hilfe. Wir haben alles versucht, aber eine Sekunde ist zu viel. Es wäre schön, wenn wir Hilfe bekommen würden.»

Die steht Aston Martin zu, denn wie SPEEDWEEK.com weiß, gibt es die konkrete Zusage, dass einem Hersteller, der nach drei Rennwochenenden einen signifikanten Performance-Rückstand hat, geholfen wird. Die besagte Sekunde ist zweifelsohne auch nach dem fünften Rennwochenende in Assen immer noch signifikant.
Kamelger stellt klar: «Unter dem Strich würde für eine adäquate Aufholjagd wohl nur eine Zusatz-Homologation Sinn machen.»

Sensibles und kompliziertes Thema

Heißt konkret: Aston Martin dürfte den technisch eigentlich eingefrorenen Vantage DTM weiterentwickeln. Für Aston Martin ist das weiterhin eine Option, die Nachbesserung müsste dem Neueinsteiger aber erst einmal durch die DTM-Kommission zugesprochen werden. Ob die Konkurrenz einer Zusatz-Homologation zustimmen wird, ist offen. Aston Martin könnte ja dadurch nicht nur auf-, sondern auch überholen. Zugeständnisse waren schon immer ein heikles und sensibles Thema in der DTM.

Parallel gibt es ein Problem beim Neuling: die Kosten. Aston Martin jongliert mit einem deutlich geringeren Budget als die deutschen Autobauer, hat 20 Millionen Euro zur Verfügung. Hinzu kommt: Mit dem späten Einstieg war R-Motorsport zu spät dran für Sponsoren-Akquise: Die Männerduft-Marke Baldessarini Fragrances ziert das Auto von Paul di Resta, bei den anderen Boliden wird man wohl erst 2020 nachziehen können. Einnahmen, die aktuell fehlen.

«Wir würden mit einer Zusatz-Homologation in einem engen Budget-Rahmen Kosten generieren, die in dem kostenintensiven Umfeld schwer aufzubringen sind», sagte Kamelger: «Uns fehlt Zeit, und Zeit kostet Geld.»

Konkret geht es wohl um einen niedrigen siebenstelligen Betrag, wenn so weiterentwickelt wird, dass die Chance da ist, danach auf Augenhöhe zu agieren. Wobei das Thema heikel ist, denn lässt man Ingenieuren freie Hand, können die Kosten schnell ausufern.
Auch das Thema zusätzliche Testtage, zum Beispiel im Winter, sieht Kamelger mit gemischten Gefühlen.

Ein Teufelskreis

«Die Frage ist dann: Was gewinnt man durch Testtage? Bringt ein Test etwas, wenn man etwas entwickeln will? Ja, aber dann sind wir wieder bei den Kosten und bei der Frage, ob man sich die Weiterentwicklung leisten kann.»

Ein Teufelskreis, denn am Ende kostet eine schnelle und angemessene Aufholjagd immer Geld. Kamelger hat die immer noch hohen Kosten in der DTM stets kritisiert und betont, dass die Serie günstiger werden muss, aus zahlreichen nachvollziehbaren Gründen.

Deshalb wird er auch in diesem Zusammenhang nicht müde, die Kritik zu wiederholen. «Ich kritisiere immer wieder die noch viel zu hohen Kosten, weil diese einfach für alle deutlich gesenkt werden müssen und zwar in den nächsten Jahren.»

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