DTM

Dominator Audi: BMW-Schwäche «nicht unser Problem»

Von Andreas Reiners - 29.08.2019 09:14

Audi feiert am Lausitzring den vorzeitigen Gewinn des Herstellertitels. Es ist der breite Beweis für die Dominanz der Ingolstädter.

Dieter Gass sah die Spitze recht locker. Die Dominanz von Audi sei schade für die DTM, sagte BMW-Pilot Marco Wittmann nach einer erneut starken Vorstellung von Audi auf dem Lausitzring.

Audi fuhr am siebten Rennwochenende einen Drei- und einen Fünffachsieg ein, dazu auch vorzeitig den Herstellertitel, den fünften für Audi in der DTM-Geschichte. Wittmann sprach sogar davon, dass man seit dem vorletzten Rennwochenende in Brands Hatch teilweise vorgeführt werde.

Von SPEEDWEEK.com auf Wittmanns Aussage angesprochen, zuckte Audis Motorsportchef nur mit den Schultern. «Da müssen sie besser werden die Jungs, wenn sie das verhindern wollen. Natürlich wollen wir auch den Wettbewerb sehen. Das ist aber nicht unser Problem», sagte Gass.

Klare Sache

Das ist es in der Tat nicht. 858 zu 463 Punkte sprechen eine sehr deutliche Sprache, 31 von bislang 42 Podiumsplätzen ebenfalls. Und auch der Rückstand von BMW von drei bis fünf Zehntelsekunden je nach Strecke sind in der DTM eine Welt.

Das führt dazu, dass wohl auch die anderen beiden Titel nach Ingolstadt gehen werden. In der Fahrerwertung duellieren sich René Rast (234 Punkte) und Nico Müller (214), Wittmann liegt vier Rennen vor dem Ende 67 Punkte hinter Rast. In der Teamwertung haben Müllers Team Abt (335) und Rasts Team Rosberg (313) bereits einen deutlichen Vorsprung auf das Team RMG um Wittmann (246).

Was macht den Audi so stark im Vergleich zur Konkurrenz?

«Wir haben sehr schnell stark begonnen», sagte Gass: «Die Race-Performance war von Anfang an super stark. Die Quali-Performance ist inzwischen auch noch besser geworden. Wir haben ein super Paket und super Fahrer, es sind alle dicht zusammen, bei BMW sind es ein, höchstens zwei Fahrer, die das Maximum herausholen können.»

Gass stellt klar, dass es nie nur ein Faktor sei: «Es muss alles stimmen, letztendlich auch die Chemie im Team, nicht nur die Fahrer, sondern auch die Ingenieure.»

Sowohl Gass als auch Wittmann bezeichneten das dritte Rennwochenende in Misano als Wendepunkt in der diesjährigen Meisterschaft, seitdem baute Audi den Vorsprung auf BMW kontinuierlich aus.

Starkes Gesamtpaket

Audi hat «ein starkes Gesamtpaket aus Motor, Aerodynamik, Fahrwerk und Setup», sagt Spitzenreiter Rast.

Er schwärmt: «Das Auto fährt sich sehr gut, ich fühle mich wohl, habe Vertrauen – das macht am Ende einen wichtigen Unterschied. Wichtig ist: Wir müssen nicht lange nach dem passenden Setup suchen und herumexperimentieren.»

Denn das Setup ist ein Tool, mit dem man noch einen Unterschied machen kann. Damit können Dinge eingestellt werden wie Fahrzeughöhe, Sturz- und Spurwerte, Dämpfer, Heckflügel, Aerodynamik oder Bremsbalance.

Audi findet dabei stets einen guten Kompromiss zwischen Qualifying und Rennen. Denn darum geht es: Bei der Jagd auf die beste Zeit auf eine Runde genauso schnell zu sein wie im Rennen, wenn es auch auf andere Dinge ankommt.

BMW-Pilot Timo Glock beschreibt den Unterschiedim Rennen so: «Sie gehen besser mit den Reifen um über die Distanz und haben anscheinend auch einen Topspeed-Vorteil. Dazu eine sehr gute Balance im Auto, eine gute Traktion und sie schaffen es, die Traktion mit auf die Gerade zu nehmen und spielen dann den guten Topspeed aus. Und dann wird es schwer, anzugreifen.» Angriffe sind meistens mit einem großen Risiko verbunden.

Wittmann: «Ich habe zum Beispiel im ersten Stint am Samstag sieben oder acht DRS verschießen müssen, um Jamie Green hinter mir halten zu können. Uns fehlen drei bis vier km/h Topspeed. Das macht das Überholen auch nicht einfacher.»


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