DTM-Legende Braun: Ein Armutszeugnis für Volkswagen

Von Andreas Reiners
DTM
Rainer Braun

Rainer Braun

Volkswagen hat den Komplett-Rückzug aus dem Motorsport angekündigt. Kritik gab es für diesen überraschenden Schritt von DTM-Legende Rainer Braun.

Rainer Braun nimmt kein Blatt vor den Mund. Er ist eine Institution im deutschen Motorsport – bekannt als Kommentator, Moderator, Autor und in jungen Jahren auch als Rennfahrer, zuletzt feierte er, eine lebende DTM-Legende, seinen 80. Geburtstag.

Nun hat er sich nach dem überraschenden Ausstieg von Volkswagen aus dem Motorsport zu Wort gemeldet. VW hatte am Dienstag angekündigt, sich werksseitig nicht mehr im Motorsport zu engagieren.

«Die Marke Volkswagen ist auf dem Weg, der führende Anbieter in der nachhaltigen Elektromobilität zu werden. Zu diesem Zweck bündeln wir unsere Kräfte und haben entschieden, eigene Motorsport-Aktivitäten für die Marke Volkswagen einzustellen. Die Motorsport-Belegschaft wird in der Folge in die Volkswagen AG integriert. Die tiefe technische Expertise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie das gewonnene Know-how aus dem ID.R Projekt bleiben dadurch im Unternehmen und werden uns dabei helfen, weitere effiziente Modelle der ID. Familie auf die Straße zu bringen», so Dr. Frank Welsch, Entwicklungsvorstand der Marke Volkswagen.

«Das Team der Volkswagen Motorsport GmbH hat über Jahrzehnte bedeutende sportliche Erfolge für die Marke eingefahren. Für die vielen Siege, Titel und Rekorde rund um den Globus und ihren persönlichen Einsatz gebührt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mein aufrichtiger Dank», sagte Wilfried von Rath, Personalvorstand der Marke Volkswagen.

Bei der Volkswagen Motorsport GmbH in Hannover sind 169 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, die in den kommenden Monaten in die Volkswagen AG in Wolfsburg integriert werden.

Bei Braun stößt das alles auf Unverständnis. Man muss dazu wissen: Brauns Karriere ist mit Volkswagen verbunden.

«Was für ein Armutszeugnis für VW in Wolfsburg. Einem Vorstandsbeschluss zufolge wird die eigenständige Abteilung Volkswagen Motorsport in Hannover zum Jahresende komplett aufgelöst. Nach 55 Jahren toller Arbeit und Erfolgen in allen Bereichen des Renn- und Rallyesports verabschiedet sich VW also tatsächlich aus dem herkömmlichen Basis-Motorsport! Erst die Abwicklung von Renault Sport in Brühl, jetzt also auch VWM - und wer oder was kommt als Nächstes dran?», schrieb er.

Dabei dachte er auch an «all die engagierten VW-Motorsportler in Hannover, denen das Mutterhaus mit dieser Entscheidung ein wirklich tolles Weihnachtsgeschenk verabreicht hat. Da ist auch die Aussicht auf ‚neue Aufgaben innerhalb des VW-Konzerns‘ nicht unbedingt tröstlich für die Hannoveraner Mannschaft. Ich leide mit Euch - immerhin durfte ich mehrere Jahrzehnte für Euch als Auftragnehmer arbeiten. Und das war eine verdammt gute, erlebnisreiche und lehrreiche Zeit, die ich niemals vergessen werde. Macht‘s gut, alle miteinander, ruft Euch ein trauriger Freund des Hauses zu.»


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