Audi-Pilot Scheider: «Das wäre das Geilste überhaupt»

Von Andreas Reiners
DTM
Timo Scheider

Timo Scheider

Timo Scheider wurde bislang nicht unbedingt vom Glück verfolgt. Ein Erfolg auf dem Norisring? Wäre nicht nur für Audi so etwas wie ein Meisterschaftssieg.

Das Warten fällt Timo Scheider 2013 besonders schwer. Vor allem, weil der Audi-Pilot, im Gegensatz zum vergangenen Jahr, in dieser Saison endlich wieder ganz vorne mitfahren könnte. Doch dazu hat es bislang noch nicht gereicht. Aus ganz unterschiedlichen Gründen. «Im ersten Rennen hat mein Renningenieur eine falsche Entscheidung getroffen. Das passiert, Pech. In den beiden Rennen danach – auf Podiumskurs liegend – haben zwei Boxenstopps nicht funktioniert. Wir haben von der Leistung her ein gutes Jahr, wir sind von der Geschwindigkeit her auf dem Niveau der Kollegen – oder sogar besser. Wir haben aber das Ergebnis noch nicht mitgebracht», sagte Scheider dem «Donaukurier».

Beim letzten Rennen in der Lausitz hatte Scheider sein Setup mit einem mechanischen Bauteil optimieren wollen. Doch das ging komplett nach hinten los. Während sein Markenkollege Mattias Ekström aus ähnlicher Position noch in die Punkte fuhr, war es für den 34-Jährigen ein Rennen zum Vergessen. «Einige Kollegen sind schon damit gefahren, und wir wollten das auch ausprobieren. In meinen Augen hat das aber nicht zu meinem Fahrstil gepasst. Das haben wir hart zu spüren bekommen», so Scheider, der sich zwar ob des verpassten möglichen Maximums ärgert, aber weiter optimistisch nach vorne blickt.

Denn nun folgt beim fünften Saisonlauf auf dem Norisring ein ganz besonderes Rennen. «Wir hätten nach dem dritten Rennen auch Meisterschaftsführende sein können. Von daher bin ich optimistisch, dass wir demnächst ein ordentliches Ergebnis heimfahren.» Und das beim Audi-Heimspiel: «Nach einem solch schwierigen Saisonstart wäre es das Geilste überhaupt. Bei Audi wird ein Sieg auf dem Norisring fast so bewertet wie ein Meisterschaftssieg.»

Ekström will sich selbst beschenken

Ein ganz «normaler» Sieg würde Ekström fürs Erste schon reichen. Bruno Spenglers Mittelfinger? Abgehakt. Die bislang nüchterne Ausbeute nach vier DTM-Rennen? Vergangenheit. Denn Ekström wird auf dem Norisring auf jeden Fall etwas zu feiern haben. Denn am Sonntag wird der Schwede 35 Jahre alt. Und das größte Geschenk kann sich Ekström dabei natürlich selbst machen. Mit einem Sieg. Und der ist das große Ziel des zweimaligen Champions, der in dieser Saison zwar mehrmals mit beeindruckenden Aufholjagden überzeugen konnte.

Allerdings: Bei Startplätzen im hinteren Mittelfeld sprangen lediglich 20 Punkte heraus, von einem Sieg war er weit entfernt. Viel zu wenig für den ehrgeizigen Schweden, der in der Sommerpause bei Ausflügen in den Rallycross überzeugen konnte. Die volle Konzentration gilt nun aber wieder der DTM. «Wir hatten es mit einem starken Qualifying schon letztes Jahr in der Hand, das erste Mal seit vielen Jahren wieder zu gewinnen. Aber nach der ersten Runde des Rennens war dann nach einer Kollision alles vorbei. Deshalb möchte ich dieses Jahr den Samstag wiederholen und wünsche mir für Sonntag ein reibungsloses Rennen», so Ekström, der in Nürnberg bereits fünf Mal auf dem Podium stand und beshalb auch sagt: «Ich freue mich sehr auf den Norisring.»

Konkurrenz bekommt Ekström dabei aus den eigenen Reihen, denn seit dieser Saison steht ein echter Norisring-Experte bei Audi unter Vertrag. Und Jamie Green kommt rechtzeitig zum Gastspiel in Nürnberg in Fahrt. Beim letzten Rennen in der Lausitz holte der Brite seine ersten Punkte in einem Audi. «Die Charakteristik des Norisrings ist nicht vergleichbar mit irgendeiner anderen Rennstrecke. Deshalb ist es schwierig, eine Vorhersage über die Kräfteverhältnisse zu machen», so Green.

Green: Keine Garantie für irgendetwas

Aber: Der 31-Jährige konnte dort bereits 2008, 2009, 2010 und 2012 gewinnen. «Natürlich habe ich eine besondere Beziehung zu diesem Rennen. Aber auch wenn ich dort schon viermal gewonnen habe, ist das keine Garantie für irgendetwas – schon gar nicht in der DTM. Ich werde vor und an dem Wochenende genauso hart wie immer arbeiten, mich vorbereiten und das Auto abstimmen», erklärt Green.

Teamchef Hans-Jürgen Abt hofft allerdings auf Impulse seines Neuzugangs. Vor allem, seitdem das Audi-Team Phoenix um Spitzenreiter Mike Rockenfeller den erfolgsverwöhnten Äbten den Rang abgelaufen hat. «Unser großer Wunsch ist es, den ganzen Fans und Unterstützern endlich wieder etwas zurückzugeben. Mit Jamie (Green) im Team haben wir einen ausgewiesenen Norisring-Experten in unseren Reihen, der unserer Mannschaft vielleicht den entscheidenden Impuls in die richtige Richtung geben kann», so Abt.

Adrien Tambay peilt vielleicht nicht unbedingt sofort einen Sieg an. Eine Fahrt in die Punkte würde dem Franzosen wohl erst einmal reichen, nachdem er seinen ersten Zähler 2013 in der Lausitz nur knapp verpasste. «Ich freue mich auf den Norisring, denn er ist nicht vergleichbar mit anderen Rennstrecken. Ich bin dort vor der DTM schon in anderen Renn-Klassen gefahren. Auch wenn ich keine Punkte geholt habe, hatte ich in Spielberg und auf dem Lausitzring gute Rennen. Jetzt kann der nächste Schritt kommen: gutes Rennen und Punkte!»

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