DTM: Startet Mattias Ekström die nächste Aufholjagd?

Von Andreas Reiners
Marco Wittmann

Marco Wittmann

Die Verfolger patzen reihenweise. Nur einer lässt sich offenbar nicht vom großen Ziel abbringen: Marco Wittmann. Sein erster Verfolger hat sich viel vorgenommen.

Man kann dem BMW-Mann offenbar so viel Gewicht ans Auto binden, wie man will – der 24-Jährige fährt trotzdem vorne mit. Der Unterschied zwischen seinem M4 und dem Mercedes von Polesetter Robert Wickens beträgt in Spielberg satte 15 Kilogramm.

Trotzdem fuhr Wittmann, mit 70 Punkten DTM-Spitzenreiter vor dem sechsten Saisonrennen, im Qualifying auf den dritten Platz. Und sich selbst in eine komfortable Ausgangsposition. Denn wie gesagt, seine Verfolger Mattias Ekström (50 Punkte, Startplatz 15), Bruno Spengler (41/10), Edoardo Mortara (41/21) und Mike Rockenfeller (35/17) erwischten bei der Zeitenjagd einen gebrauchten Tag.

Ein fiktives Beispiel

Gehen wir mal von einem fiktiven Beispiel aus: Wickens fährt seinen zweiten Saisonsieg ein und Wittmann wird hinter dem Kanadier Zweiter. Gehen die Verfolger des BMW-Piloten in Spielberg im Rennen leer aus, hätte der 24-Jährige vor den letzten vier Rennen bereits 38 Punkte Vorsprung. Auf Wickens, der dann 50 Punkte hätte.

Klar, eine kleine Vorentscheidung vielleicht, mehr erst einmal nicht. Doch ist es auf dem Red Bull Ring augenfällig, wie die Konkurrenz im Qualifying reihenweise patzte. Gut für Wittmann, dass ausgerechnet Audi, das immerhin drei Verfolger stellt, mit nur einem Auto in den Top Ten (Jamie Green/6.) im Qualifying ein Desaster erlebte.

Zeit also für BMW, den Gesamtführenden zu unterstützen? Timo Glock deutete das nach dem Qualifying bereits an. Falls es nötig werde, werde er seinem letztjährigen MTEK-Teamkollegen helfen. Sprich, ihn überholen lassen. BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt will davon (noch) nichts hören. «Wir schauen, was das Wetter macht und werden optimale Strategien entwickeln. Das ist wichtiger als darüber nachzudenken, wie wir Marco helfen können. Wir müssen schauen, wie das Rennen läuft», sagte Marquardt und ergänzte: «Du musst dich mehr auf Käpt’n Zufall vorbereiten als auf irgendwelche Stände.»

Das übliche Prinzip

Wittmann selbst geht nach dem üblichen Prinzip vor: «Ich gucke nicht, was die anderen machen sondern dass ich einen guten Job mache. Und von Platz drei haben wir da eine gute Ausgangslage», so Wittmann. Sein erster Verfolger in der Gesamtwertung weiß, wie Aufholjagden gehen. Mattias Ekström startet heute zwar nur vom 15. Platz. Doch zuletzt am Norisring (12.) und Moskau (11.) fuhr er von weit hinten noch jeweils auf den dritten Platz. Seine Devise: «Die normale Faustregel ist ja immer: Mindestens zehn Plätze nach vorne. Alles andere macht ja keinen Sinn», sagte der Schwede.

Also Punkte auf jeden Fall, kündigte er an. Und machte auch kein Geheimnis daraus, dass seine Qualifying-Abstimmung mehr auf das Rennen ausgelegt ist. Auch wenn das bei Audi eigentlich nicht der Plan war. «Wenn du dich zu sehr auf das Qualifying konzentrierst, kackst du im Rennen nach fünf Runden ab. So hat man mehr Spaß im Rennen. Ich sage immer: When you have the pace you will have a funny race!»

Es scheint, als werde Ekströms Kampfgeist erst so richtig geweckt, je weiter hinten er in der Startaufstellung steht. Der Schwede geht mit den Standardreifen ins Rennen. Und der zweimalige Champion ist als Reifenflüsterer bekannt. Unvergessen seine Irrsinnsrunde vergangene Saison in Zandvoort, als er in der letzten Runde gleich drei Konkurrenten überholte.

«Wenn das Auto vor dem ersten Stopp ganz ist, dann werden einige staunen», kündigte Ekström an. Denn dann wird der 36-Jährige auf Optionsreifen wechseln. Und wohl erneut eine Aufholjagd starten. Erneut auf das Podium? Immerhin hat er das in dieser Saison bereits dreimal geschafft.

Audis DTM-Leiter Dieter Gass ist da skeptisch. «Bei einem regulär ablaufenden Rennen ist das nicht wirklich realistisch. Die strategische Freiheit ist nicht mehr so gegeben wie im vergangenen Jahr. Mit einem guten Verhalten auf dem Optionsreifen kann man da noch etwas machen, aber nicht so in dem Maße wie letztes Jahr», sagte Gass. Es sei denn, es regnet. Oder das Safety Car kommt raus. Käpt’n Zufall also.

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