Jamie Green (Audi) in Spielberg: K.o. statt Coup

Von Andreas Reiners
Jamie Green

Jamie Green

Die DTM staunte nicht schlecht: In der 23. Runde des sechsten Saisonrennens in Spielberg lag Jamie Green auf einmal in Führung. Nicht wenige rieben sich die Augen: Wo kam der Brite denn jetzt her?

Ganz einfach. Der Audi-Pilot war mit seinen Optionsreifen eine Runde länger draußen geblieben als die Konkurrenz in der Spitzengruppe, machte auf dieser Runde noch Zeit gut und setzte sich so an die Spitze.

Ein Coup? Nein, leider nicht. Schnell stellte sich heraus: Green hätte wie die Konkurrenten bereits in der 22. Runde zum Reifenwechsel in die Box kommen müssen. Die neue Regel besagt: Die Optionsreifen dürfen nur noch maximal 50 Prozent des Rennens genutzt werden. Auf den ersten Blick schien Greens Manöver tatsächlich ein Coup zu sein, denn auf dem Red Bull Ring wurden insgesamt 47 Runden gefahren.

Rundenzahlen festgelegt

Im Sportlichen Reglement sind die Rundenzahlen, die man mit dem Optionsreifen zurücklegen kann, allerdings festgelegt. Zu Beginn der Saison wurden diese noch einmal angepasst, für Spielberg auf besagte 22 Runden, um zu verhindern, dass zur Rennmitte das komplette Fahrerfeld in die Box fährt. Heißt: Die Entscheidung der Rennleitung, Green für die zu lange Nutzung des weichen Pneus mit einer Durchfahrtsstrafe zu belegen, war vollkommen korrekt.

Doch was war bei Audi denn nun passiert? Green diskutierte und lamentierte erst gar nicht und nahm die Schuld auf sich. «Weil die anderen Fahrer mehr Probleme mit den Reifen hatten als ich, wollte ich so lange draußen bleiben wie möglich. Als ich sie dann alle in die Boxengasse fahren sah, habe ich entschieden, noch draußen zu bleiben. Aber ich hatte nicht realisiert, dass wir so nah an der Rundengrenze für die Optionsreifen waren», erklärte Green.

Audis DTM-Leiter Dieter Gass war noch nach dem Rennen völlig baff und sprach von einem «Kommunikationsproblem. Für mich war eigentlich klar, dass Jamie in der Runde stoppen würde. Man kann sich vorstellen, wie groß meine Überraschung war, als vier Autos in die Box fuhren, das fünfte aber weiterfuhr».

Green bestätigte, dass er von seinem Rosberg-Team in die Box gerufen wurde. Den Funkspruch aber geflissentlich ignorierte. «Sie haben mich reingerufen und ich bin nicht reingefahren. Deswegen übernehme ich die Verantwortung. Mein Fehler», stellte der Brite klar.

Der Ärger war natürlich groß, es war der K.o. im Kampf ums Podium. Sowohl bei Green («Wir hätten um einen Podestplatz kämpfen können»), als auch bei Gass («Das ist extrem ärgerlich»). Green entschuldigte sich bei seiner Mannschaft, half Audi allerdings auch in der letzten Runde. Dort ließ er seinen Markenkollegen Mattias Ekström passieren, der so im fast schon aussichtlosen Kampf um den Titel als Siebter zwei Punkte mehr einfahren konnte.

In die richtige Richtung

Etwas Positives nahm der am Ende Achtplatzierte Green aber mit, denn dass er vorne mitfahren kann, hat er in dieser Saison nun mehrmals bewiesen. In Oschersleben stoppte ihn das Safety Car, auf dem Norisring stand er auf dem Podium. In Spielberg verspielte er einen vorderen Platz selbst. «Wir bewegen uns in die richtige Richtung und ich denke, die Geschwindigkeit dieses Wochenende beweist das. Aber wenn Du einen dummen Fehler machst und eine Durchfahrtstrafe bekommst, dann hat das nun mal Auswirkungen auf das Ergebnis.»

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