DTM: Differenzgewichte – der erzwungene Jo-Jo-Effekt

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Differenzgewichte – der erzwungene Jo-Jo-Effekt

Differenzgewichte – der erzwungene Jo-Jo-Effekt

Kaum zu glauben, aber eine logische Konsequenz der Physik: Schon zwei Kilogramm Gewichtsunterschied schlagen sich bei einem DTM-Auto messbar in den Rundenzeiten nieder.

Da liegt es auf der Hand, dass aus diesem Grunde leichtgewichtige Fahrer von Hause aus einen Vorteil hätten. Das wäre jedoch unfair, da das Gewicht eines Menschen teils genetische Ursachen hat. Kein DTM-Pilot soll sich auf ein Rennfahrer-Idealgewicht hungern. Nicht selten hätte dies gesundheitlichen Schäden oder den Verlust an Leistungsfähigkeit zur Folge.

Aus diesem Grund definiert das Technische Reglement der DTM ein Fahrer-Mindestgewicht. Im Artikel 4.3 ist festgehalten, dass dieses 84 Kilogramm beträgt. Damit dieses auch von leichteren Piloten erreicht wird, gibt es das sogenannte Fahrer-Differenzgewicht. Um zu prüfen, ob das Mindestgewicht eingehalten wird, bittet der DMSB die Fahrer während einer Veranstaltung regelmäßig auf die Personenwaage.

84 Kilogramm, ein Gewicht, dass nicht alle aktiven Fahrer auf die Waage bringen, selbst wenn sie ihren Rennoverall und Helm tragen. In der abgelaufenen Saison war Lucas Auer mit 56 Kilogramm das Federgewicht unter den DTM-Piloten, Martin Tomczyk brachte mit rund 80 Kilogramm regelmäßig das meiste Gewicht auf die Personenwaage. Ein erheblicher Unterschied, der Auer auf der Zeitenjagd deutlich bevorteilt hätte. Um Chancengleichheit herzustellen wird im Artikel 4.3.1. des Reglements beschrieben, was zu tun ist, um das verpflichtende Mindestgewicht zu erreichen.

Im ersten Schritt muss jeder Fahrer vor dem Beginn einer Veranstaltung zum offiziellen Wiegen bei den technischen Kommissaren antreten – in voller Renn-Montur. Die mögliche Differenz zum Mindestgewicht wird von den Kommissaren in einer Datenbank hinterlegt. So wissen Fahrer und Prüfer genau, wie viele Kilos zum Erreichen der 84 Kilogramm fehlen. Zum Ausgleich muss der betroffene Pilot Fahrer-Differenzgewichte mit in sein Auto nehmen. Diese trägt er jedoch nicht direkt am Körper. Der notwendige zusätzliche Ballast wird an den unteren Befestigungspunkten der Becken-Gurte angebracht. Über das Rennwochenende hinweg ist der Fahrer dafür verantwortlich, dass sich die Differenzgewichte in seinem Auto befinden, damit das Mindestgewicht nicht unterschritten wird.

Entsprechende Kontrollen führt der DMSB nach jedem Qualifying und nach jedem Rennen durch. Meist beschränken sich die Kontrolleure darauf, nur den Fahrer zu wiegen. Aber von Zeit zu Zeit, und ohne, dass es vorher angekündigt wird, muss auch der Ballast demontiert und mit auf die Waage genommen werden. Das passiert häufig auch dann, wenn Fahrer plötzlich deutlich leichter geworden sind, als bei der letzten Kontrolle.

Ein geringeres Körpergewicht ist übrigens trotz des Fahrer-Mindestgewichts von Vorteil. Auch hier spielt die Physik die ausschlaggebende Rolle. Schließlich befinden sich die Befestigungspunkte für die Fahrer-Differenzgewichte an der tiefsten Stelle des Fahrzeugs, was in Sachen Schwerpunktlage nahezu ideal ist. Deshalb hungern sich die Profis gerne ein paar Kilos von den höher liegenden Hüften, um sie danach in Form von Blei wieder an den Gurtpunkten zu befestigen. Fahrer, die trotz aller Diäten und enthaltsamen Lebensstils die 84 Kilogramm-Marke nicht knacken, haben beim Spiel mit Körpergewicht, Ballast und Schwerpunkt natürlich schlechte Karten.

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