Quali-Krise: Tomczyk bleibt das große Rätsel bei BMW

Von Andreas Reiners
DTM
Martin Tomczyk

Martin Tomczyk

Martin Tomczyk ist ratlos. BMW fast schon sprachlos. Es ist beileibe nicht so, als hätte man im Lager der Münchner nicht alles probiert. Doch die Qualifying-Krise des Meisters von 2011 bleibt ein ganz großes Rätsel.

Denn die Bilanz von Tomczyk bei der Zeitenjagd ist eine Schreckensstatistik. Exemplarisch nehmen wir nur diese Saison, obwohl das Problem nicht erst seit 2016 besteht. In Hockenheim startete der Rosenheimer von den Plätzen 22 und 14. In Spielberg von neun und 18, auf dem Lausitzring jeweils von 24 sowie am Norisring jeweils von Platz 23.

Wirft man einen zweiten Blick auf die Zahlen und schaut sich die Rennausbeute an, fällt auf, dass Tomczyk zumindest in den Rennen die Sau rauslässt. In bislang acht Läufen machte der 34-Jährige fast 50 Plätze gut und holte immerhin noch 13 Punkte. Klar, eine schwache Bilanz, doch natürlich ist es heutzutage in der DTM praktisch unmöglich, bei relativ normalem Rennverlauf von ganz hinten noch auf das Podium zu fahren.

Seine Bilanz seit seinem Wechsel 2012 von Audi zu BMW: Achter, 19., Sechster und 19. Ein interner Teamwechsel von RMG zu Schnitzer verpuffte relativ wirkungslos, seinen letzten Podestplatz fuhr er 2014 in Zandvoort ein. Dass Tomczyk es trotz seiner für seine Ansprüche überschaubaren Ausbeute noch kann, bewies er in dieser Saison nicht zum ersten Mal. Doch natürlich muss man das nach Fahrten von Platz 24 auf Rang zehn, außerhalb der Champagner-Party auf dem Podium, extra betonen, damit es auffällt.

«Das Qualifying ist bei ihm nicht so die Stärke. Daran müssen wir arbeiten und schauen, wie wir da einen Knoten dran bekommen. Das ist wirklich das Thema. Denn im Rennen fährt er Top-Zeiten, super Manöver und beweist, dass er ein Top-Racer ist», sagte BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt.

Doch was ist das Problem? Das Auto beziehungsweise das Setup? Tomczyk selbst beziehungsweise seine Probleme, innerhalb des 20-minütigen Qualifyings eine wirklich schnelle Runde auf die Strecke zu bekommen? Marquardt ist mehr oder weniger ratlos.

«Das ist schwer zu sagen, weil das Auto im Rennen dann ja super geht. Sonst würde er im Rennen ja auch nicht so nach vorne kommen. Aber wie wir das hinbekommen? Wir haben schon alles probiert: Wir haben ihn zum Beispiel lange in der Mitte des Qualifying fahren lassen, um die Reifen besser ans Arbeiten zu bekommen. Wir haben den magischen Punkt noch nicht gefunden. Wenn wir den gefunden haben, geht es richtig rund», kündigte Marquardt an.

Tomczyk selbst weiß auch nicht, wo der Knackpunkt liegt. Und das geht inzwischen schon etwas länger so. Wie er damit umgeht? «Er geht damit super professionell um und lässt sich nicht unterkriegen, Er arbeitet immer an sich und weiß, dass er es besser hinbekommen muss. Aufgeben ist bei ihm nicht.» Ein Rätsel bleibt es vorerst trotzdem.

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