Günther Bauer: «Das ist alles gelogen»

Von Ivo Schützbach
Eisspeedway
Günther Bauer

Günther Bauer

Deutschlands Eisspeedway-Star Günther Bauer prophezeit, dass die neuesten Regeländerungen des Motorrad-Weltverbandes FIM den Untergang des Sports bedeuten.

«Dass es nur noch eine Qualifikationsrunde für den Grand Prix gibt, ist der Todesstoss für den Eisspeedway-Sport», ist Günther Bauer (40) überzeugt. Bislang gab es immer zwei Qualirunden, in guten Jahren sogar mehr. «Dass es keine Veranstalter mehr dafür gibt stimmt nicht, das ist alles gelogen. Sie wollen einfach nicht. Das neue System von der FIM ist von langer Hand geplant. Mein Club in Inzell hat der FIM angeboten, zwei Qualis zu machen: eine am Samstag, eine am Sonntag. Ich habe das Gefühl, dass sich mit diesem neuen System irgendwer persönlich profilieren will.»

Bauer fährt fort: «Ich habe am Dienstag eine E-Mail an die FIM geschickt. Für mich ist jetzt klar, dass Eisspeedway untergeht. Der vordere Kotflügel und das Startnummernschild behält sich die FIM für Werbung vor – und es muss eine Startnummer drauf. Ich habe die FIM gefragt, ob sie mir in Zukunft das Geld bezahlen, das ich sonst von einem Sponsor für diesen Platz bekomme. In der GP-Qualifikation gibt es für den ersten Platz 1025 Euro, für den zweiten 850. Alles Weitere haben sie sich nicht getraut uns mitzuteilen.»

Für den Grand Prix 2013 werden sieben Fahrer gesetzt, weitere sieben kommen aus der einzigen Qualifikation in St. Johann am 19. Januar. Das System wird fast analog zum Speedway-GP sein: 20 Vorläufe, zwei Halbfinales, die jeweils ersten beiden der Halbfinales kommen ins Finale. Die restlichen vier Fahrer balgen sich in einem Extralauf um die drei letzten Plätze für den Grand Prix. Was in der Vorläufen geleistet wurde, ist ab den Halbfinales nicht mehr wichtig.

Den Fahrern wurde von der FIM erklärt, dass die TV-Vermarktung gleich wie in der letzten Saison aussehen werde. Da flimmerten die Spikeritter zwar vereinzelt über die Mattscheibe, jedoch auf Sendern, die kaum einer sehen kann. Das Preisgeld hat sich auch nicht zum Guten gewendet: Für einen GP-Sieg gibt es 2300 Euro. Das Geld des Zehntplatzierten ist an dieser Stelle nicht erwähnenswert. «Ich weiss nicht, wie wir das finanzieren sollen», grollt Bauer. «Uns bleibt nur aufzuhören. Die FIM zwingt uns dazu. Was die FIM jetzt inszeniert, ist eine hausgemachte Katastrophe.»

Von Race-Director Peter Jansson haben sich die Fahrer einiges erhofft – bislang vergeblich. Bauer ortet sogar Verschlechterungen wegen des Schweden: «Sie diskutieren jetzt ernsthaft, das Training abzuschaffen, weil das zu teuer für die Veranstalter sei. Dabei kostet das einmal zusätzliche Aufspritzen von Eis für ein Training überhaupt nichts. Ich habe keine Freude mehr, nur noch Geschiss.»

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