Franky Zorn hat die Nase vom Verband voll: Macht er es Luca Bauer nach?
Große Freude herrschte bei Franz Zorn nach dem mit Maximum gewonnenen Qualifikationsrennen für den Eisspeedway-GP in Örnsköldsvik. Der Saalfeldener denkt über einen grundlegenden Karriereschritt nach.
Die Erleichterung war dem 55-jährigen Pinzgauer im Fahrerlager von Örnsköldsvik nach dem Rennen anzusehen. «Ich hatte ja letztes Jahr in Strömsund den Sturz mit einer Fußverletzung, wo die Spikes tiefe Löcher in meine Ferse gebohrt haben und die Wunden nicht zuheilen wollten», erzählte Franz Zorn beim Treffen mit SPEEDWEEK.com. «Das war bedenklich, ich wusste nicht, wie es weitergeht. In Inzell dann noch der Crash, bei dem mein Motorrad komplett zerstört wurde und ich mir eine Rippe gebrochen habe. Ich bin dann mit dem Ersatzbike noch Heerenveen gefahren, die Fans, die Sponsoren und der Veranstalter, alle wollen dich sehen. Ich bin mit allen möglichen Verletzungen schon gefahren, aber mit einer gebrochenen Rippe...»
So stand der zweifache Vizeweltmeister nach der Saison vor der Entscheidung, ob er das Abenteuer Eis fortsetzen soll: «Ich habe im Sommer an meiner Straßen-Rennmaschine weitergebaut und im September musste ich mich entscheiden, was mache ich. Die Eissaison stand vor der Tür. Ich musste ein vollständig neues Bike bauen, das von Inzell war nicht mehr zu gebrauchen. Es war schnell fertig, ich habe auch ein paar Änderungen eingebaut und da habe ich mich entschlossen, ich gehe nach Schweden und probiere es noch mal. Und nun stehe ich hier. Es sah von außen leicht aus. Aber ich bin sehr stolz, dass es so gut funktioniert hat. Der Sport ist so kurzlebig. Du bist verletzt und keiner schaut nach dir, keiner interessiert sich mehr. Dann kommst du zurück und der alte Zustand ist wiederhergestellt.»
5000 bis 6000 Fans erwartet
Als Nächstes freut sich Zorn auf das internationale Meeting in St. Johann im Pongau am Samstag, 7. Februar, ab 18 Uhr. «Letztes Jahr musste ich zuschauen. Der Wetterbericht sagt, es ist gut. 25 Zentimeter Eis hat Pilotto schon. Ich denke, es werden 5000 bis 6000 Leute kommen.»
Angesprochen auf seine Chancen bei der Europameisterschaft, die am 21. März erstmals im finnischen Varkaus stattfindet, verfinstert sich Frankys Miene: «Ich bin nicht dabei. Das Speedway-Gremium unseres Verbandes AMF hat mich nicht nominiert. Das sind fünf Leute, welche die Einteilungen vornehmen. Diese Leute wissen nicht, welchen Sport wir betreiben, sie kennen Eisspeedway nicht, sie wissen auch nicht, wer fährt. Und auch nicht, wieviel Arbeit da drinsteckt.»
Profi Franz Zorn: «Muss davon leben»
Die Kommission hat für Varkaus Eisspeedway-Rückkehrer Harald Simon und Josef Kreuzberger nominiert. Zorn ist mit drei Titelgewinnen (2008, 2023, 2024) der mit Abstand erfolgreichste Österreicher in diesem Wettbewerb. Ein harter Schlag für ihn: «Beim Lizenzantrag der AMF hast du zwei Optionen, die du ankreuzen kannst. Amateur oder Profi, ich habe Profi angekreuzt. Sie hindern mich eigentlich an meinem Job. Ich mache Eisspeedway, aber nicht nur, ich bin selbstständig und mache viele Projekte und muss davon leben. Ich müsste jetzt einmal scharf nachdenken, ob ich die Lizenzfreigabe für 142 Euro Gebühr beantrage und ob ich nächstes Jahr nicht für ein anderes Land starte.»
Genau diesen Schritt ist vor etlichen Jahren Luca Bauer nach Absprache mit seinem Vater Günther gegangen, er hat die DMSB-Lizenz gegen die der italienischen Föderation FMI eingetauscht, da es Probleme zwischen dem Fahrer und dem deutschen Verband gab. Seit Jahren ist Luca nun, nominiert von der FMI, in allen Meisterschaften am Start. SPEEDWEEK.com kennt weitere Fahrer, die sich mit dem gleichen Gedanken tragen.
Resultate Eisspeedway-WM-Qualifikation Örnsköldsvik/S:
Qualifiziert für den Grand Prix 2026: 1. Franz Zorn (A), 15 Punkte. 2. Aki Ala-Riihimäki (FIN), 13. 3. Hans Weber (D), 12. 4.Filip Jäger (S), 12. 5. Leon Kramer (NL), 9. 6. Lukas Hutla (CZ), 9. 7. Max Niedermaier (D), 8. 8. Luca Bauer (D), 8. – Ausgeschieden: 9. Sebastian Reitsma (NL), 7. 10. Ove Ledström (S), 7. 11. Andrej Divis (CZ), 7. 12. Maximilian Niedermaier (D), 4. 13. Martin Posch (A), 3. 14. Isak Dekkerhus (S), 2. 15. Jo Saetre (N), 2. 16. Paul Cooper (GB), 1. 17. Jimmy Hörnell (S), 1. 18. Melvin Björklin (S), 0.
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