Franz Zorn nach Crash: Kein Preisgeld, keine Werbung

Von Rudi Hagen
Eisspeedway
Franz Zorn trainiert fleißig auf seiner KTM

Franz Zorn trainiert fleißig auf seiner KTM

Nach seinem Crash beim Saisonauftakt am 1. Februar 2014 in Krasnogorsk ringt Franz Zorn um seine Gesundheit. Der 44-jährige Saalfeldener will 2015 wieder mitmischen in der Eisspeedway-WM.

Nach Operationen, Krankenhausaufenthalt und Reha-Maßnahmen überprüft Franz Zorn seine Fitness seit gut zwei Monaten beim Motocross-Training: «Es war ein beachtlich schwieriger Sommer für mich, ich musste viele Stunden im Fitnesscenter verbringen, um meinen Bewegungsapparat wieder aufzubauen. Aber wenn man dann wieder richtig gehen kann, ist noch lange nicht gesagt, dass man auch wieder Motorradfahren kann. Ich hatte anfangs Angst, dass das noch nicht funktionieren würde, aber ich habe gut trainiert und war sehr, sehr ehrgeizig.»

So düste der Hoffnungsträger vieler westeuropäischer Eisspeedway-Fans stundenlang mit einer KTM durchs Gelände und überstand auch diverse Stürze. «Von der Kraft her habe ich absolut keine Probleme, nur wenn ich den ganzen Tag Motocross fahre, tut mir zur Nacht der Arsch weh. Aber ich kann es aushalten, es hält sich in Grenzen. Es funktioniert nicht schlecht. Ich denke, dass ich an meine Form vom Vorjahr zu hundert Prozent anknüpfen kann.»

Die Schmerzen am gebrochenen und mit einer Titanplatte stabilisierten Schambein sind zwar noch unterschwellig da, aber Zorn ist zuversichtlich: «Ja, ich werde definitiv in der nächsten Saison an den Start gehen, wenn es funktioniert. Motocross und Eisspeedway sind zwei unterschiedliche Sachen. Die Schläge, die du auf dem Eis einstecken musst, sind ganz andere als die beim Motocross. Ich habe jetzt schon ein paar Tests auf dem Eisspeedway-Motorrad absolviert. Sollte es sich beim Training auf dem Eis abzeichnen, dass es nicht funktioniert, dann muss ich es leider beenden. Aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.»

Ein dickes Fragezeichen steht für Franz Zorn zudem hinter dem Punkt Budget. Nach seinem Sturz in Krasnogorsk kam kein Preisgeld mehr herein, er konnte keine Werbung für sich machen, viele Freunde ließen sich nicht mehr sehen. Red Bull unterstützt ihn aber weiterhin. «Die haben mir immer geholfen, vor allem, als ich mich in Russland verletzt habe. Aber das Gesamtpaket ist natürlich viel mehr als Red Bull. Wenn du eine Saison gar nichts verdient hast und noch einen Sommer im Krankenstand warst, dann bist du komplett am Ende. Da kam gar nichts rein. Das ist das Schlechteste, was einem Sportler passieren kann. Und wenn du dann irgendwo vorstellig wirst wegen finanzieller Unterstützung, dann zeigt der Daumen überall nach unten.»

Ganz schlecht für die Sponsorenfindung wirkt sich auch die späte Terminplanung der FIM und die fehlende TV-Unterstützung aus. «Es hat sich bisher nichts Richtiges aufgetan. Ich könnte 20 Sponsoren haben mit je 500 Euro, die sagen, dass sie keinen Aufkleber brauchen. Aber das macht den Etat nicht aus. Du brauchst für so eine Eisspeedway-Saison schon ein oder zwei potente Sponsoren, die wollen aber möglichst Fernsehpräsenz haben. Und: Kein Mechaniker macht mehr etwas umsonst, die Dieselkosten sind explodiert und die Spikes kosten ein Schweinegeld. Momentan hänge ich noch ein wenig in der Luft. Es ist zwar noch etwas Zeit, aber auch nicht mehr sehr viel. Ende November muss alles stehen.»

Seine Motorräder hat Franz Zorn für die Saison 2015 jedenfalls bereit: «Mein Material steht in der Werkstatt und ist startklar. Es ist perfekt.» Demnächst will der Österreicher wie im Vorjahr in Schweden auf dem Eis trainieren.

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