Trophée des Nations: Das ultimative Endurofest

Von Rolf Lüthi
Enduro

Am vergangenen Wochenende fand in Montecampione/Italien die wohl grösste Retro-Enduro-Veranstaltung statt, die es je gegeben hat. Am Start waren auch Deutsche und Schweizer Helden vergangener Tage.

Organisator Claudio Terruzzi lud ein, was zur Blütezeit des Endurosportrs in den 70er und 80er Jahren Rang und Namen hatte, und fast alle kamen. Die rund 125 Fahrer und Fahrerinnen haben zusammen laut Terruzzis Schätzung rund 400 nationale und internationale Titel gewonnen.

Entstanden ist das mitreissende Event aus einem Grillfest zu Ehren des 2010 verstorbenen italienischen Enduristen Augusto Taiocchi. «Ich habe von Augusto das Fahren im Gelände erlernt», erzählt Terruzzi. «Um an ihn zu erinnern, organisierte ich 2016 eine Enduro-Ausfahrt mit anschliessendem Barbeque.» Damals kamen 15 Fahrer, 2017 waren es schon 60, und bei der 2018er Auflage wurde daraus ein internationales Endurofest. Einen grossen Teil der Kosten übernahm dabei Terruzzi, der sein Geld als Industrieller mit Edelstahl verdient. Er fuhr früher Endurowettbewerbe, nahm dreimal an der Dakar-Rallye teil und schaffte es zweimal bis ins Ziel.

Taiocchi wurde wegen seiner Persönlichkeit auch «Capitano» genannt. Er war zweimal Europameister und mehrmals italienischer Meister. Sein grösster Verdienst sind aber die drei Siege der italienischen Trophy an den Six Days. Nachdem die Italiener zuvor während 23 Jahren sieglos geblieben waren, gewann die italienische Trophy mit Mannschaftskapitän Taiocchi die damals noch sehr prestigeträchtige Trophywertung 1979, '80 und '81.

Das Fest zu Taiocchis Ehren fand auf der Skistation Montecampione auf 1200 m oberhalb des Lago d’Iseo statt. Eingeladen waren Fahrer aus ganz Europa, USA, Kanada und Australien, die einmal eine Six Days bestritten hatten. Gefahren wurde mit Enduros bis Jahrgang 1987 in Vierermannschaften auf einer Strecke von 18 km, die dreimal zu befahren war. Für Deutschland traten historisch korrekt je eine Trophy-Mannschaft für die BRD und die DDR an, dazu eine weitere Silber-Vasen-Mannschaft und ein Damenteam. Die Schweizer waren mit zwei Viererteams präsent

Obwohl das Resultat bei keinem der Teilnehmer im Vordergrund stand und die Strecke weder zermürbend lang noch fahrtechnisch hochgradig anspruchsvoll war, gab es zum Abschluss auch eine Rangliste, wobei zu den Zeiten auf der Sonderprüfung am Skihang Bonusprozente für das Alter des Fahrers und des Motorrads hinzukamen. Die Trophy gewannen die Italiener vor den Franzosen, die BRD folgte auf Platz 3 und schlug somit die DDR, die Schweizer wurden Achte.

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