FIA WEC: Wie sieht es eigentlich in der Tabelle aus?

Von Martina Müller
FIA WEC
Vier von neun Läufen zur FIA WEC sind in der Saison 2017 bereits absolviert. Während es in der Fahrer-Weltmeisterschaft ein klares Favoriten-Trio gibt, sind die beiden Hersteller-Weltmeisterschaften noch völlig offen.

Nachdem mit den Läufen in Silverstone, Spa-Francorchamps, Le Mans und auf dem Nürburgring der europäische Teil der Saison beendet ist, geht die Sportwagen-WM (FIA WEC) nun auf ihre große Übersee-Tournee. Gestartet wird vom 01. bis 03. September mit dem 6-Stunden-Rennen in Mexiko, an welchem 26 Fahrzeuge teilnehmen werden. Danach folgen noch die Auftritte in Austin, Fuji, Shanghai und Bahrain. Dabei lohnt ein Blick auf die Tableaus in der Gesamtwertung.

In der Fahrer-Weltmeisterschaft haben sich Timo Bernhard, Earl Bamber und Brendon Hartley mit den beiden Siegen in Le Mans am Nürburgring inzwischen ordentlich abgesetzt. Das Porsche-Trio hat 108 WM-Punkte auf dem Konto und damit 30 mehr als die nächsten Verfolger Sébastien Buemi, Anthony Davidson und Kazuki Nakajima (Toyota), die bei den ersten beiden Saisonläufen in Silverstone und Spa-Francorchamps erfolgreich waren. Rang drei geht an David Cheng, Alex Brundle und Tristan Gommendy vom LMP2-Team Jackie Chan DC Racing mit 60 Zählern. Dies hat damit zu tun, dass in der Fahrer-Weltmeisterschaft alle LMP-Piloten gewertet werden (also unabhängig davon, ob sie aus LMP1 oder LMP2 stammen) und dieses Trio eben insgesamt eine bessere Platzierungen herausgefahren hatte, als die beiden anderen LMP1H-Gespanne. Dabei spielt natürlich das 24-Stunden-Rennen von Le Mans eine große Rolle, als die genannte LMP2-Crew mit Gesamtrang zwei 36 Punkte einfuhr, wohingegen Neel Jani, André Lotterer und Nick Tandy (Porsche) sowie Mike Conway und Kamui Kobayashi (Toyota) leer ausgingen. Im Laufe der Saison könnten die LMP1-Piloten aber noch am LMP2-Trio vorbeiziehen.

Prognose: Bernhard/Bamber/Hartley werden sich den Fahrertitel nicht mehr nehmen lassen. Selbst wenn sie in einem der verbliebenen 6-Stunden-Rennen aufgrund eines technisches Problems etwas zurückfallen sollten, sind immer jeweils noch fette Punkte möglich, da bekanntlich nur noch vier LMP1 in der Serie am Start stehen. Selbst einen Totalausfall könnte sich das Trio bei einem Rennen leisten, ohne die WM-Führung einzubüßen.

In der Marken-WM hat Porsche inzwischen ganz klar die Nase vorn. Mit 154 Punkten führt die Weissacher Mannschaft um Fritz Enzinger und Andreas Seidl mit 39,5 Zählern Vorsprung auf Toyota (114,5).
Prognose: Hier ist noch alles offen. Zum einen, weil immer beide Fahrzeuge des Herstellers in die Berechnung mit einbezogen werden und somit der Ausfall eines Wagens gleichzeitig auch mächtig Punkte kostet. Außerdem: Die folgenden fünf WM-Strecken dürften dem Toyota vom Layout her mehr entgegen kommen, als zuletzt der Nürburgring. Beispielsweise beim Heimspiel in Fuji ist eine Toyota-Doppelsieg absolut realistisch.

In der GTE-WM liegen aktuell Ferrari und Ford mit jeweils 135 Punkten an der Spitze. Es folgen Aston Martin mit 113 und Porsche mit 106 Zählern.
Prognose: Auch hier haben noch alle Player aussichtsreiche Chancen auf den im Jahr 2017 erstmals ausgeschriebenen WM-Titel. Aston Martin hat 2016 gezeigt, dass Strecken im zweiten Teil der Saison dem Vantage ganz gut liegen. Und auch Porsche kommt mit dem brandneuen 911 RSR immer besser zurecht. Das beweist der gerade eingefahrene erste Sieg des Mittelmotor-Wagens beim IMSA-Rennen in Lime Rock. Die ebenfalls 2017 neu eingeführte automatisierte BoP wird darüber hinaus für ausgeglichene Rennen sorgen, sodass Ferrari und Ford sich in keinster Weise auf ihrem knappen Vorsprung ausruhen können.


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