6h Spa: Der Zwischenstand zur Rennhälfte

Von Oliver Müller
FIA WEC
Der Toyota TS050 Hybrid von Anthony Davidson/Sébastien Buemi/Kazuki Nakajima zeigt der Konkurrenz aktuell die Heckleuten

Der Toyota TS050 Hybrid von Anthony Davidson/Sébastien Buemi/Kazuki Nakajima zeigt der Konkurrenz aktuell die Heckleuten

Der zweite Saisonlauf der Sportwagen-WM (FIA WEC) in Spa-Francorchamps ist in vollem Gange. Nachdem zunächst Porsche die Führung inne hatte, liegt nun Toyota an der Spitze. So liefen die ersten drei Rennstunden.

Das 6-Stunden-Rennen van Spa-Francorchamps hält, was die Prognose versprochen hat. Super Racing mit tollen Überholmanövern, Strategie-Kniffe und grosse Dramen. Nach drei Stunden im Rennen führt der Toyota TS050 Hybrid von Anthony Davidson, Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima. Zwar hat das Fahrzeug der Japaner auch vom Pech der Konkurrenz profitiert, doch der aktuell erste Platz wurde aus eigener Kraft heraus gefahren. Mit Platz zwei für den Audi R18 von Lucas di Grassi, Loïc Duval und Oliver Jarvis vor dem zweiten Toyota von Stéphane Sarrazin, Mike Conway und Kamui Kobayashi ging die erste Rennhälfte zu Ende. Porsche fiel mit technischen Problemen zurück.

Zu Rennbeginn waren es zunächst die beiden Porsche 919 Hybrid, die das Tempo bestimmten und sich an der Spitze absetzen konnten. Beide Audi und beide Toyota kämpften dahinter um die Plätze. Doch dann der Schock im Porsche-Lager: Marc Lieb, der sich den Wagen mit Romain Dumas und Neel Jani teilt, verlor plötzlich ein Teil seiner Hybird-Power. Somit gehen pro Runde viele Sekunden verloren - genauso wie die Chance auf den Sieg.

Nachdem sich dann bereits der Toyota von Anthony Davidson, Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima an den Audi vorbei auf Position zwei geschoben hatte, crashte dessen Schwesterwagen mit Mike Conway am Steuer in der 'Bus Stop' in einen zur Überrundung stehenden LMP2. Die demolierte Front des TS050 Hybrid wurde zwar schnell gewechselt. Doch durch eine folgende Drive-Through-Strafe büsste der Wagen final ca. anderthalb Runden auf die Spitze ein.

Inzwischen überraschte der andere Toyota: Während des ersten planmässigen Boxenstopps wurden am TS050 Hybrid keine Reifen gewechselt – und somit die Rennführung übernommen. Alle anderen Werkswagen hatten die Pneus beim Stopp ausgetauscht. Doch zu Mitte des zweiten Stints konnte sich Timo Bernhard, der den #1 Porsche übernommen hatte, mit konstant schnellen Rundenzeiten wieder in Reichweite des Toyota fahren.

Gerade als Bernhard die Führung übernehmen wollte, ereilte den Porsche-Piloten jedoch ein Reifenschaden. Er fiel dadurch hinter die beiden Audi R18 und den Toyota von Mike Conway auf Position fünf zurück. Doch damit nicht genug - das Reifen-Drama am Wagen ging weiter: Auch Mark Webber, der inzwischen im 919 Hybrid sass, musste wenige Minuten später mit einem neuerlichen Platten in die Boxengasse abbiegen – und wurde als Folge sogar in die Box geschoben. «Der erste Reifenschaden hatte einen Schaden am Bodywork verursacht. Und dieser war der Grund für den zweiten. Wir haben dann die entsprechenden Teile gewechselt», erklärte Teamchef Andreas Seidl. Doch wenig später musste der glücklose Porsche erneut unplanmässig stoppen. Die vordere Getriebe-Motor-Einheit (also da, wo das Hybrid-System sitzt) musste gewechselt werden. Somit fiel der Wagen bis ans Ende des Feldes zurück.

Drama auch im Audi-Lager: Der #7 Wagen wurde ebenfalls unplanmässig in die Box beordert – wenn auch bislang lediglich zwei Mal. Zunächst beklagte Pilot Benoît Tréluyer über Funk starke Vibrationen. Beim Stopp stellte sich heraus, dass der vordere Unterboden locker war und gewechselt werden musste. Knapp fünf Runden gingen flöten. Kurz vor der Drei-Stunden-Marke kam der Wagen zur Box - Schmutz hatte die Kühler verstopft und musste entfernt werden. Weitere zwei Runden waren dahin.

Somit ist der Stand wie folgt:
Toyota #5
Audi #8
Toyota #6
Porsche #2

Bei den GTE Pro lief die erste Rennhälfte wie erwartet: Beide Ferrari 488 GTE dominierten das Feld nach belieben. Der Wagen von Gianmaria Bruni/James Calado liegt aktuell ca. 20 Sekunden vor dem Fahrzeug von Davide Rigon/Sam Bird. Mit im Schnitt über eine Sekunden besseren Rundenzeiten setzten sich die beiden italienischen Wagen locker an der Spitze ab.

Zunächst waren es die beiden Aston Martin Vantage V8, die den 'Rest of the Pack' anführten. Doch den britischen Werkswagen machten die heissen Asphalt-Temperaturen zu schaffen, so dass die Reifen stark abbauten – insbesondere an der Hinterachse.

Dann aber der grosse Schreck: Ca. anderthalb Stunden im Rennen kollidierte Aston-Martin-Werksfahrer Nicki Thiim mit einem LMP2, was einen spektakulären Überschlag zur Folge hatte. Thiim blieb glücklicherweise unverletzt. Doch das Fahrzeug erlitt heftigen Schaden. So kämpfte der zweite Aston Martin von Richie Stanaway, Fernando Rees und Jonathan Adam in Folge allein mit den beiden Ford GT und dem Porsche 911 RSR von Richard Lietz/Michael Christensen um den dritten Platz.

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