Ron Dennis vor Entmachtung? Riesenwirbel bei McLaren

Von Mathias Brunner
Formel 1
McLaren-Geschäftsleiter Ron Dennis

McLaren-Geschäftsleiter Ron Dennis

​McLaren-CEO hat angeblich eine Gruppe chinesischer Investoren präsentiert, welche die McLaren-Gruppe (Formel-1-Rennstall, Sportwagenfirma, angewandte Technik) übernehmen wolle. McLaren wehrt sich.

In England erzeugt ein Bericht des britischen TV-Senders Sky einen Riesenwirbel: Der Fernsehsender will herausgefunden haben – McLaren-Geschäftsleiter Ron Dennis habe eine Gruppe chinesischer Investoren gefunden, welche die McLaren-Gruppe für fast 2 Milliarden Euro übernehmen wolle. Daraufhin, so behauptet Sky News weiter, hätten die anderen McLaren-Teilhaber versucht, Ron Dennis als CEO abzusetzen.

Zur Erinnerung: Die Gruppe gehört zur Hälfte Mumtalakat (Staatsfonds aus Bahrain), und damit der Königsfamilie des Inselstaats, zu 25 Prozent der Saudi/TAG-Gruppe von Mansour Ojjeh und zu 25 Prozent dem Erfolgsmanager Ron Dennis.

Sky beruft sich auf Informanten, die behaupten: Ron Dennis sei am Donnerstag und Freitag vor dem Obersten Gerichtshof Londons gewesen, um eine einstweilige Verfügung gegen seine Absetzung zu erwirken. Sein Vertrag als Geschäftsleiter läuft angeblich Mitte Januar aus. Der Antrag von Ron Dennis ist wohl abgelehnt worden.

Damit, so der TV-Sender weiter, stehe die Absetzung von Dennis als CEO nach 36 Jahren Arbeit für McLaren unmittelbar bevor.

Seit Monaten ist von erheblichen Spannungen zwischen den McLaren-Besitzern die Rede. Der 69jährige Engländer hat stets dementiert, dass er vor dem Rücktritt stehe. Die McLaren-Teilhaber äussern sich nicht zu den jüngsten Enthüllungen der Sky.

Nicht zum ersten Mal wurde Mitte Oktober in den Raum gestellt, dass Dennis seinen Posten als CEO der «McLaren Technology Group» bald räumen werde.

Von McLaren kam damals postwendend ein Dementi: «Ron Dennis hält fest, dass er nicht zurücktritt. Er bleibt als CEO der McLaren-Gruppe und er hält auch weiterhin 25 Prozent Anteile. Seit Jahrzehnten ist von Verschiebungen der Anteile die Rede, Ron und Mansour haben bei diesen Gesprächen immer eine zentrale Rolle gespielt. Es wäre jedoch unangemessen, Details dieser vertraulichen Gespräche zu verraten.»

Schon bei den Kollegen der britischen Sky hatte Ron Dennis beteuert, er denke nicht ans Aufhören: «Ich bin noch am Rennplatz unterwegs, aber nicht mehr in Team-Kleidung, um das mal zu betonen. Ich habe das kleine Problem, dass ich mich wie 30 fühle, wenn ich am Morgen aufstehe und mit geschlossenen Augen vor dem Spiegel stehe. Doch wenn ich die Augen öffne, realisiere ich gleich, dass ich auf die 70 zugehe.»

«Die ganze Technologie-Gruppe auszubauen, hat eine neue Dimension in meiner Karriere gebracht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass neben meinem Namen je die Worte 'in Rente' stehen werden. Ich habe immer noch einen Anspruch, der sich mit den Jahren aber leicht verändert hat. Früher hatte ich das Ziel, dass auf meinem Grabstein stehen wird: Hier liegt ein erfolgreicher Unternehmer. Heute will ich, dass da steht: Hier liegt ein erfolgreicher Unternehmer, der bis zu seinem Tod ehrgeizig war. Der Ehrgeiz treibt mich an. Und ich denke, das Ganze entwickelt sich in die richtige Richtung.»

Martin Brundle kennt den McLaren-Kapitän Ron Dennis seit vielen Jahren, 1994 ist der heute 57jährige Brundle sogar für McLaren eine Saison lang Grands Prix gefahren. Der heute für die Kollegen der britischen Sky arbeitende Brundle glaubt: «Wir sprechen hier von einem gewaltigen Business, und das hat alles Ron aufgebaut. Er ist ein unfassbar kreativer Mensch. Aber es scheint da Spannungen zu geben, und der Vorstand will in eine neue Richtung gehen. Ich weiss natürlich nicht, was sich der Vorstand darunter genau vorstellt und wo überall Änderungen vorgenommen werden sollen. Aber ich glaube, dass Ron das Team verlassen wird.»

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