Nico Hülkenberg (Audi): Rätsel nach Aus in Australien, Bortoleto rettet P9
Der Deutsche Nico Hülkenberg konnte den Grand Prix von Australien nicht beginnen – Elektrikdefekt. Gabriel Bortoleto rettete die Audi-Ehre mit Platz 9. Die Einschätzung von Teamchef Jonathan Wheatley.
Ein lachendes und ein weinendes Auge bei Audi: Bei der Formel-1-Premiere in Australien fuhr der Brasilianer Gabriel Bortoleto zu einem feinen neunten Platz, Nico Hülkenberg hingegen konnte den Traditions-GP wegen eines technischen Problems gar nicht erst in Angriff nehmen.
Audi-Teamchef Jonathan Wheatley: «Wir haben auf dem Weg in die Startaufstellung die Kommunikation zwischen Rennwagen und Kommandostand verloren. Wir hatten einen Verdacht und haben versucht, das zu reparieren, aber wir haben es nicht geschafft. Irgendwann muss man sich dann auf das zweite Auto konzentrieren, das noch im Rennen ist.»
Für eine kurze Weile bestand die leise Hoffnung, dass GP-Routinier Nico Hülkenberg das Rennen vielleicht aus der Boxengasse in Angriff nehmen kann, aber leider war das nicht möglich, der genaue Ausfallsgrund bleibt derzeit ein Rätsel. Wheatley: «Ich kann mich bei allen Fans von Nico nur entschuldigen.»
Nico sagt: «Es ist natürlich frustrierend, das Rennen zu verpassen und damit die Chance, mehr zu lernen. Positiv ist jedoch, dass das Team mit Gabi Punkte einfahren konnte – ein tolles Ergebnis und ein starker Start in die Formel-1-Ära für Audi.»
Gabriel Bortoleto fuhr von Startplatz 10 zum neunten Platz und eroberte damit zwei Punkte. Wheatley weiter: «Ich bin unglaublich stolz. Stolz auf das, was wir erreicht haben, stolz auf das, was in Hinwil und Neuburg geleistet wurde, auf all die talentierten Menschen, die uns hierhergebracht haben. Wir sehen aus wie ein neues Team. Alles, was man auf der Strecke sieht, ist neu – das Auto, das Getriebe, alles. Und wir haben uns in Q3 qualifiziert und sind in unserem ersten Rennen auf Platz 9 gelandet. Das ist ein historischer Tag.»
Gabriel Bortoleto: «Überholen an unerwarteten Stellen»
Der 21-jährige Brasilianer Bortoleto sagt: «Das hat Spass gemacht und war gleichzeitig auch ein wenig verrückt. Es ist im Rennen Einiges passiert, das war schon chaotisch; Überholmanöver, von denen ich nicht erwartet hatte, dass ich sie so machen könnte. Aber es war jetzt das erste Mal mit den neuen Regeln und ich denke, wir haben einen guten Job gemacht.“
Zum Thema Energie-Management sagt der Südamerikaner: «Es gab da diese eine Runde, als ich aus der Box zurück auf die Bahn kam. Ich musste mich gegen Pierre Gasly verteidigen. Ich habe den Energieknopf gedrückt und war dann plötzlich richtig weit vorne, konnte sogar noch einen weiteren Fahrer überholen. Das hatte ich so nicht erwartet, das hat mich überrascht, aber es war schön.»
«Ich schätze, solche Situationen werden mit den neuen Regeln jetzt öfter vorkommen. Wir Fahrer werden das immer besser verstehen, wenn wir die Daten weiter analysieren, und dann auch besser wissen, wann wir solche Manöver machen können.»
«Man muss einfach clever sein. Man muss während des Rennens die ganze Zeit nachdenken. Letztes Jahr war das alles einfacher. Da musste man vor allem übers Reifen-Management nachdenken, aber nicht übers Energie-Management. Jetzt muss man über zehn andere Dinge nachdenken. Es ist einfach etwas kompliziert, aber irgendwann wird sich jeder daran gewöhnt haben, da bin ich mir ganz sicher.»
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