Aston Martin: Formel-1-Rückkehr unter einer Bedingung

Von Adam Cooper
Formel 1
​Der englische Autohersteller Aston Martin hat zusammen mit Red Bull Technology den Supersportwagen Valkyrie (Walküre) gebaut. Aston-Martin-CEO Andy Palmer: «Wir befinden uns im Umfeld der Formel 1.»

In der Formel 1 wird derzeit darüber verhandelt, mit welchen Motoren die GP-Renner ab 2021 ausgerüstet werden sollen. Bei den Gesprächen zwischen Vertretern des Autoverbands FIA, der Formel-1-Gruppe um CEO Chase Carey sowie Vertretern von Motorherstellern sass auch Andy Palmer, der 54jährige CEO der britischen Sportwagenfirma Aston Martin.

Palmer, ein bekennender Renn-Fan, bestätigt, dass er sich einen Formel-1-Einstieg seiner Marke durchaus vorstellen könne. Um genau zu sein, wäre es eine Rückkehr – 1959 und 1960 war die Marke im GP-Sport vertreten, allerdings ohne grossen Erfolg.

Palmer sagt nun: «Aufgrund unserer Zusammenarbeit mit Adrian Newey und Red Bull Technology beim Sportwagen Valkyrie befinden wir uns schon im Umfeld der Formel 1. Klar stellen wir uns die Frage: Würde es einen Sinn ergeben, als Team einzusteigen? Unser Hauptrivale ist Ferrari, also würde das rational durchaus sinnvoll erscheinen. Allerdings haben wir schlicht nicht die Mittel, um pro Formel-1-Saison 350 bis 400 Millionen zu investieren.»

«Falls, und das ist wirklich der Knackpunkt, falls Mittel und Wege gefunden würden, um einen Motor zu einem vernünftigen Preis zu entwickeln und einzusetzen, dann würden wir uns das bestimmt genau anschauen.»

Im März 2016 wurde in Australien verkündet: Aston Martin wirbt ab sofort auf den Seitenkästen und auf der Rennwagennase der Red Bull Racing-Rennwagen. Doch die Kooperation dreht sich nicht um ein klassisches Sponsoring, sondern um ein gemeinsames Supersportwagenprojekt mit Red-Bull-Technikchef Adrian Newey.

Der verwirklicht sich mit dem Bau von Valkyrie einen Bubentraum.
Adrian Newey sagt: «Seit ich sechs Jahre alt war, hatte ich zwei Träume – Rennwagen zu entwerfen und einen Supersportwagen obendrein. Das erste Ziel konnte ich ausleben, das andere köchelte immer ein wenig vor sich her, ich habe zahllose Entwürfe gemacht im Laufe der Jahre. Nun ergab sich diese Möglichkeit mit Aston Martin, und ich finde das überaus aufregend. Es erlaubt es uns, Formel-1-Technik in ganz neuer Form umzusetzen.»

Zurück zu Andy Palmer. Der Engländer sagt zu den Gesprächen um die künftige Formel-1-Motorisierung: «Wir bewegen uns in die richtige Richtung. Alle am Tisch sind sich darüber einig, dass wir in der Formel 1 eine bessere Show brauchen, die Motoren müssen wieder lauter sein, um die Fans zu begeistern. Wir wollen das Leistungsniveau halten, aber die Kosten senken. Dafür sind auch alle. Die grosse Frage ist nun: Wie schaffen wir das? Das Schwierige ist, die Interessen aller unter einen Hut zu bringen. Es wird einen Punkt geben, an dem die FIA oder die Formel-1-Gruppe sagt – so, das ist der Weg, den wir gehen werden.»

Durch das Triebwerk von Valkyrie (6,5-Liter-V12-Saugmotor) hat Aston Martin eine enge Verbindung zum traditionsreichen Motorhersteller Cosworth. Aber Palmer schliesst eine Kooperation mit Ricardo oder Ilmor nicht aus, auch diese Firmen hatten Vertreter am Verhandlungstisch: «Wir hören uns alles an. Bis September werden wir ein klareres Bild haben. Ich war nie ein grosser Anhänger von reinem Sponsoring. Ich finde eine technische Kooperation aus Gründen der Glaubwürdigkeit besser. Und die haben wir derzeit in Form von Valkyrie. Wenn wir bei solch einem Projekt Technik beitragen könnten, dann umso besser.»

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