Formel 1

Vettel: Sein Umgang mit der Erwartungshaltung

Von Andreas Reiners - 01.08.2017 15:23

Sebastian Vettel kennt das Geschäft. Nach all den Jahren in der Formel 1 weiß er, wie schnell man hochgejubelt wird, und wie schnell man auch angezählt wird, wenn es mal nicht läuft.

Alleine in seinen zweieinhalb Jahren bei Ferrari hat er das bereits mehrmals mitgemacht.

2015, in seinem ersten Jahr bei der Scuderia, lief es besser als erwartet. Ein Jahr, das dem mittelfristig angelegten Projekt auf die Sprünge half. Dann kam 2016. Ein Jahr, in dem wenig bis gar nichts zusammenlief. Vor allem in der Ferrari-Heimat Italien gab es die volle Medien-Breitseite. Denn klar ist: Die Erwartungshaltung rund um Ferrari ist natürlich groß.

In dieser Saison nun kämpft Vettel um den Titel, liegt nach elf von 20 Rennen 14 Punkte vor seinem Mercedes-Rivalen Lewis Hamilton. Aber so wenig Vettel mitfeiert, wenn Ferrari hochgejubelt wird, so wenig lässt er sich davon beeindrucken, wenn mal wieder der Abgesang angestimmt wird.

Silverstone ist da ein Beispiel: Nach seinem siebten Platz nach einem Plattfuß und dem überlegenen Hamilton-Sieg wurde von Pleite, Horror und Fiasko geschrieben. Vettel ordnet das realistisch ein.

«Es ist normal, dass, je nachdem was du im letzten Rennen erreicht hast, die Leute etwas Gutes oder Schlechtes sagen. Was für mich immer funktioniert hat: Du bist nie so gut wie sie erzählen, du bist aber auch niemals so schlecht. Also: Wenn Silverstone das schlimmste Rennen des Jahres war, ist das prima. Wir machen dann einfach weiter, denn es ist ein langes Jahr mit vielen Rennen, vielen Höhen und Tiefen», sagte Vettel.

Budapest war zum Beispiel wieder so ein Hoch mit seinem vierten Saisonsieg, dazu der Doppelerfolg mit seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen. Daneben kam Lewis Hamiltons Platztausch mit Valtteri Bottas, durch den Hamilton drei Zähler auf Vettel verlor. «Der Doppelsieg ist großartig, aber das wollen wir an jedem Wochenende. Wir haben noch nichts erreicht, also arbeiten wir hart weiter», so Vettel.

Vettel weiter: «Wir haben ein großartiges Auto. Inzwischen kennen wir die Stärken, aber auch die Schwächen. Daran müssen wir arbeiten. Man kann nicht erwarten, dass das über Nacht geht, aber ich habe großes Vertrauen in die Jungs. Man darf auch nicht vergessen, wo wir herkommen, wo wir letztes Jahr waren. Und der Schritt, den Ferrari gemacht hat ist größer als bei allen anderen.»

Dabei betont er vor allem die Leute im Hintergrund. «Die Leute draußen verbinden mit dem Team eine oder zwei Personen, die Fahrer. Das ist nicht fair. Das Team ist sehr groß und wir haben eine Menge großartiger Leute, eine großartige Kultur. Ich bin sehr glücklich, wie es läuft, aber es ist im Moment noch nicht genug.»

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