Pascal Wehrlein (Sauber): Kein Plan B für Saison 2018

Von Mathias Brunner
Formel 1
Pascal Wehrlein in Ungarn

Pascal Wehrlein in Ungarn

​Der Sigmaringer Pascal Wehrlein gibt zu: Er vertraut ganz darauf, im kommenden Jahr weiterhin Formel-1-Fahrer zu sein. Einen Plan B hat er nicht. Der Mercedes-Zögling ist sicher, dass sich eine Tür öffnet.

In der Sommerpause sollte das Formel-1-Personal eigentlich den Kopf freibekommen. Das schliesst die Fahrer mit ein. Doch Pascal Wehrlein (22) gibt zu: «Natürlich ist es schön, Zeit mit der Freundin, mit der Familie und mit Freunden zu verbringen. Wir haben ja nicht so viel Freizeit während der Saison, da versuchst du schon, möglichst viel in diese drei Wochen zu packen, was dir Spass macht. Aber so ganz bekommst du die Formel 1 natürlich nicht aus dem Kopf. Das gilt auch für die Winterpause. Der Motorsport ist das, wofür ich lebe. Den hast du immer im Hinterkopf.»

Ganz besonders in der heutigen Ausgangslage des DTM-Champions von 2015. Denn der neue Sauber-Teamchef Frédéric Vasseur hat angekündigt, dass das künftige Motorenkontingent von Ferrari eine Kooperation mit den Italienern mit einschliesse, was die Fahrer angeht. Anders gesagt: Im zweiten Sauber 2018 wird neben Marcus Ericsson ein Ferrari-Junior sitzen, mit grosser Wahrscheinlichkeit heisst der Charles Leclerc. Damit bliebe Pascal Wehrlein aussen vor.

Der Sigmaringer sagt: «Ich weiss noch nicht, wie ich das anpacke. Es ist noch ein wenig früh. Die Gespräche laufen für nächstes Jahr, mal sehen, was sich darauf ergibt. Klar besteht die Möglichkeit, dass in der kommenden Saison für Sauber ein Ferrari-Nachwuchsmann fährt, aber noch sitze ich hier. Ich habe einen Vertrag für dieses Jahr und konzentriere mich ganz auf die Arbeit. Was nächstes Jahr passiert, wissen wir hoffentlich bald.»

Berechtigte Frage: Hat der gegenwärtige WM-16. einen Plan B, falls in der Formel 1 alle Türen zuschlagen? Pascal: «Nein, den habe ich nicht. Wir haben erst August, ich mache doch so früh im Jahr noch keinen Plan B für nächste Saison. Und wenn, dann ist es halt so. Irgendetwas wird schon passieren. Dieses Jahr habe ich den Vertrag im Januar unterschrieben, im Jahr vorher war es sogar Februar vor der Saison.»

Würde Wehrlein als Übergangslösung die Rolle des Reservisten für 2018 akzeptieren? Wehrlein: «Das stoppen wir jetzt. Es hat keinen Sinn, über Wenn und Aber zu diskutieren. Die Gespräche laufen. Meistens gibt es verschiedene Optionen, und dann entscheidet man sich für die bessere.»

Die Realität sieht so aus: Force India will mit Sergio Pérez verlängern, Esteban Ocon besitzt ohnehin einen Mehrjahresvertrag. Im Werks-Silberpfeil sitzen 2018 weiterhin Lewis Hamilton und Valtteri Bottas. Williams will Felipe Massa behalten, Lance Stroll ist gesetzt. Da wird die Luft ein wenig dünn für Pascal Wehrlein.

Natürlich könnte Mercedes dem englischen Werksteam einen stattlichen Rabatt für Motoren anbieten, wenn im Gegenzug Wehrlein genommen wird. Aber es ist nicht im Interesse von Lawrence Stroll, seinen Sohn Lance gegen Wehrlein antreten zu lassen. Felipe Massa ist ein solider Richtwert, aber der WM-Zweite von 2008 steht im Herbst seiner Karriere. Der Brasilianer ist ein verlässlicher Wert, ein von Ehrgeiz zerfressener Nachwuchsmann ist er nicht. Ob Williams risikofreudig genug ist, das Schicksal des Teams in die Hände eines dann 19-Jährigen (Stroll) und 23-Jährigen (Wehrlein) zu legen, darf getrost bezweifelt werden.

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