Sauber 2018 mit Ferrari wegen Scheidung McLaren-Honda

Von Rob La Salle
Formel 1
Fred Vasseur

Fred Vasseur

​Ex-Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn verkündete Ende März ein Abkommen mit Honda ab 2018. Kaltenborn-Nachfolger Frédéric Vasseur sagt, warum er lieber auf Ferrari-Power als auf Honda vertraut.

Der Franzose Frédéric Vasseur, Teamchef des Schweizer Sauber-Rennstalls, hat Ende Juli bestätigt – es ist durchaus möglich, dass wir 2018 in einem der zwei Rennwagen aus dem Zürcher Oberland einen Juniorfahrer von Ferrari sehen werden. Das sei Bestandteil des neuen Abkommens mit den Italienern. Inzwischen hat sich verdichtet: Dieser Fahrer wird Charles Leclerc sein. Für eine Vertragsverlängerung mit Ferrari hat Vasseur die Absichtserklärung mit Honda zerfetzt. Die frühere Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn hatte im Frühling ein Dreijahresabkommen mit Honda ausgehandelt, doch handelte es sich dabei offenbar nur um eine Absichtserklärung. Nun erläutert Vasseur erstmals, warum ihm das Abkommen mit Honda nicht geheuer gewesen ist.

Der Gründer des erfolgreichen ART-Rennstalls erklärt gegenüber der offiziellen Formel-1-Seite: «Lassen wir mal einen Moment beiseite, welche Probleme Honda mit der Standfestigkeit und der Leistung hat. Denn ich bin sicher, beides werden die Japaner früher oder später in den Griff bekommen. Nein, mein grösster Zweifel war das Getriebe. Wir wussten, dass wir nicht die Ressourcen haben, um eine eigene Kraftübertragung zu bauen. Also war auch klar: Wir müssen die von einer anderen Firma erhalten. Aber ich hatte kein Vertrauen, dass McLaren und Honda auch wirklich zusammen weitermachen.»

«Damit wären wir möglicherweise in eine sehr verzwickte Situation geraten. Wir hätten von McLaren ein Getriebe erhalten, obschon die Engländer mit einem anderen Motor antreten als Honda. Das war mir als Szenario zu seltsam.»

Der 49jährige Vasseur sagt weiter: «Sauber hatte bereits mit dem Design des 2018er Autos begonnen, bevor ich die Entscheidung traf, dass wir bei Ferrari bleiben sollten. Für mich hatte die Motorenfrage absolute Priorität. Denn wir hatten ja auch die Sommerpause, wenn wochenlang im Werk gar nichts geht.»

Vasseur glaubt an die Möglichkeiten von Sauber, aber er ist auch Realist: «McLaren hat mehr als doppelt so viel Personal wie Sauber. Sie haben die Kapazität, ganz anders zu entwickeln. Und sie sind schon jetzt schneller als wir. Daher glaube ich nicht daran, dass wir wieder auf WM-Rang 9 vorrücken können. Unter gewissen Umständen werden wir zum einen oder anderen weiteren Punkt kommen.»

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