Flavio Briatore (Alpine): «Wechsel zu Mercedes-Motoren war völlig richtig»
Mit dem Renault-Werksrennstall Alpine passierte etwas, das vor wenigen Jahren in Frankreich als Hirngespinst bezeichnet worden wäre: Die Franzosen treten in der Königsklasse mit Mercedes-Motor an.
Im Juni 2024 erhielt Flavio Briatore den Posten des Sonderberaters von Alpine, der Weltmeister-Macher von Michael Schumacher mit Benetton und von Fernando Alonso mit Renault wurde eingesetzt von seinem italienischen Landsmann Luca de Meo, damals Geschäftsleiter des Renault-Konzerns.
Briatore fackelte nicht lange. Der Vertrag mit Esteban Ocon wurde nicht verlängert (er zog zu Haas), jener mit Pierre Gasly sehr wohl. Und dann schockierte der Erfolgs-Unternehmer die französische Öffentlichkeit – Briatore stellte die Weichen, dass Alpine in Zukunft mit Mercedes-Motoren fahren wird, die sündhaft teure Entwicklung der 2026er Motorgeneration bei Renault wurde eingestellt.
Bestürzung in Frankreich
Gérard Larrousse, langjähriger Renault-Werksfahrer und in den 1970er bis 1980er Jahren Sportchef der Franzosen, traute seinen Ohren nicht. Er sagte bei unseren Kollegen von AutoHebdo: "Ich dachte, das seien Fake News. Diese Nachricht ist ein schrecklicher Schock und erfüllt mich mit grosser Traurigkeit."
Larrousse weiter: "Wir haben damals für Renault eine wunderbare Motorenabteilung aufgebaut. Und ich kann mir einfach keinen Alpine-Rennwagen vorstellen, in dessen Heck ein Mercedes-Motor arbeitet. Diese zwei passen einfach nicht zueinander. Alpine muss doch einen Motor aus Frankreich haben!"
Der zweifache Le Mans-Sieger, heute 84 Jahre alt, fügt hinzu: "Ganz ehrlich – ich verstehe es nicht. Wenn dieses Vorgehen einen Sinn ergeben soll, dann nur insofern als dies der erste Schritt von Renault ist, sich komplett aus der Formel 1 zu verabschieden."
Arbeit am Alpine-Mercedes
Aber noch ist Alpine da, auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya testen die Stammfahrer Franco Colapinto und Pierre Gasly das Modell A526-Mercedes.
Briatore gegenüber Sky Italien zu seiner Rolle beim Wechsel der Antriebseinheit: «Das war ich, zu hundert Prozent. Und ich erhielt damals von Luca de Meo sofort volle Unterstützung. Er hat sofort verstanden, dass dieser Schritt der richtige ist.»
«Ich wäre nie in die Formel 1 zurückgekehrt, wenn ich nicht die Möglichkeit gewittert hätte, einen Motor auf dem Niveau der Spitzenteams zu bekommen.»
Pierre Gasly: «Jede Runde zählt»
GP-Sieger Pierre Gasly: «In dieser frühen Phase mit diesen komplett neuen Rennwagen ist jeder Runde wichtig. Wir haben bei null angefangen. Und auch für uns Fahrer gibt es sehr viel zu lernen.»
«Für uns gelten 2026 frische Massstäbe, und es tat gut zu sehen, wie früh wir mit dem neuen Wagen auf der Bahn waren. Wir sind auf gutem Weg.»
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