Christian Horner (Red Bull): Verständnis für Renault

Von Rob La Salle
Formel 1
Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner

Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner

​Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner spricht über Motorpartner Renault: «Ich gehe davon aus, dass die Motoren von Ricciardo und Verstappen halten werden. Aber Renault hat es nicht leicht.»

WM-Finale in Abu Dhabi, das weckt bei Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner schöne Erinnerungen. Sebastian Vettel hat für den Rennstall aus Milton Keynes auf der Insel Yas drei Mal gewonnen (2009, 2010 und 2013). Auch damals hatte RBR nicht den besten Motor im Feld, aber wenigstens einen zuverlässigen. Das ist heute nicht mehr so: Renault ist bei den Motorherstellern auch in Sachen Standfestigkeit die Nummer 3 (hinter Mercedes und Ferrari), nur Honda hatte 2017 noch grössere Probleme mit der Zuverlässigkeit ihrer Antriebseinheiten.

Das führt vor dem WM-Finale von Abu Dhabi zur kniffligen Situation, dass die Franzosen mit den zur Verfügung stehenden Motorteilen ein wenig jonglieren müssen, um in Arabien über die letzten Runden zu kommen. Horner hat das mit einem Augenzwinkern ein Schrottplatz-Rennen genannt. Hintergrund: Renault war davon ausgegangen, mit den letzten Motorteilen über die Runden zu kommen. Dabei haben sich die Techniker leider ein wenig verspekuliert.

Das Ergebnis: Die Fahrer des Werksrennstalls sowie von Red Bull Racing und Toro Rosso waren zuletzt angewiesen, die Rundenzahl zu begrenzen und Leistung zu drosseln. Richtig eng wird es in Abu Dhabi, sollten noch mehr Bauteile versagen. Horner meint zu dieser Situation: «Dann werden wir halt damit fahren, was wir so finden. Wie auf dem Schrottplatz. Aber ich gehe davon aus, dass die Motoren von Daniel Ricciardo und Max Verstappen halten werden. Im letzten Rennen werden wir dann auf gar nichts mehr Rücksicht nehmen und voll angreifen.»

Horner nimmt Motorpartner Renault in Schutz: «Ich ziehe meinen Hut vor den Renault-Mechanikern, wie sie mit dem Material arbeiten. Ich weiss, wie schwierig es ist, Motoren an der Strecke neu aufzubauen. Und das tun sie die ganze Zeit über. Fakt ist – unter schwierigen Bedingungen vollbringen sie Wunder.»

In Brasilien war der Unmut über den französischen 1,6-Liter-V6-Motor eskaliert. In einem Interview hatte Renault-Sport-Geschäftsleiter Cyril Abiteboul angedeutet, dass die jüngsten Probleme mit dem elektrischen Generator MGU-H, welche die Scuderia Toro Rosso getroffen hatten, eher auf die Arbeit des Teams als auf die Renault-Antriebseinheit zurückzuführen seien.

Das brachte Toro Rosso-Teamchef Franz Tost so auf die Palme, dass er festhielt: «Wir dürfen nicht vergessen, dass Renault gegen Toro Rosso um Rang 6 in der Team-WM kämpft. Wenn Herr Abiteboul meint, die Situation sei kein Zufall, dann liegt es jedenfalls nicht am Auto von STR.»

Das wiederum sorgte bei Renault für rote Köpfe, denn die Franzosen wollten sich nicht vorwerfen lassen, ihre Kunden absichtlich mit schlechtem Material zu beliefern, nur um in der WM-Tabelle einen Rang nach vorne zu rücken.

Renault-Sonderbotschafter Alain Prost war empört: «Renault ist seit vielen Jahren in der Formel 1 engagiert. Wir haben allen immer die gleichen Möglichkeiten gegeben. Wir würden nie dreckig spielen, um in der WM einen Platz zu gewinnen.»

Fazit von Christian Horner: «In Brasilien sind die Emotionen ein wenig übergekocht. Renault weiss ganz genau, wo die Probleme liegen.»

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