Toro Rosso: Honda-Motor zwingt zu frischen Lösungen

Von Adam Cooper
Formel 1

​Die Scuderia Toro Rosso tritt 2018 als Exklusivpartner von Honda an. Die Umstellung des Rennstalls von Renault- zu Honda-Motoren ist nicht unproblematisch, wie der englische Technikchef James Key zugibt.

Die Techniker von McLaren und Toro Rosso befassen sich derzeit mit dem gleichen Problem: Wie bringen wir einen anderen Motor als ursprünglich für 2018 geplant in unserem Auto unter? McLaren gab Honda den Laufpass und floh in die Arme von Renault. Teamchef Eric Boullier hat zugegeben, dass der normale Marschplan dadurch um zwei Wochen verzögert wurde, «aber das Meiste davon haben wir wieder aufgeholt».

Toro Rosso geht den umgekehrten Weg: Renault-Motor raus, Honda-Motor rein. «Die Aggregate sind grundverschieden», sagt Toro-Rosso-Technikchef James Key. «Ein sehr kompaktes Aggregat, aber in einer anderen Architektur als der Renault-V6 zuvor. Du kannst nicht den gleichen Raum nutzen. Da braucht es am Wagen schon Einiges an Anpassungsarbeit.»

Gemäss des 45jährigen Engländers ist es ganz wichtig, dass die bereits geleistete Arbeit im Windkanal nicht für die Katz gewesen ist. «Wir haben da eine hausinterne Regel, die besagt – wenn der Wagen schon eine ganze Weile im Entwicklungsprozess steckt, dann sollen grössere Bereiche wie die aerodynamische Oberflächen nicht mehr geändert werden. Es ist also nicht so, dass wir bei null anfangen. Wir haben das grundsätzliche Konzept des 2017er Autos übernommen und verfeinern das nun.»

Ein Grund, wieso Fred Vasseur bei Sauber die Absichtserklärung für ein Dreijahres-Abkommen zerriss: «Ich ahnte damals schon, dass die Ehe zwischen McLaren und Honda in die Brüche gehen würde. Also fragte ich mich: Wer soll für uns ein Getriebe bauen?»

Bei Toro Rosso stellt sich diese Frage nicht. Das Getriebe ist ein Design von Toro Rosso, mit Innereien, die Red Bull Technology entwickelt hat. Das neue Getriebe ist brandneu und baut kürzer als jenes von 2017.

James Key: «Layout und Grösse sind verschieden. Das Konzept des Getriebes ist das gleiche, aber die Architektur ist anders. Einige Innereien werden wir beibehalten, andere sind optimiert, viele Teile werden ausschliesslich für uns gemacht. Aber komplett anders als das Getriebe des 2017er Renners wird es auch nicht.»

Key ist leise enttäuscht: «Die Menschen unterschätzen, wie viel Arbeit bei Toro Rosso selber gemacht wird. Ich glaube, viele verkennen den Rennstall. Klar macht es Sinn, so eng wie möglich mit Red Bull Racing zu arbeiten, aber wir haben beispielsweise eine eigene Aerodynamiktruppe in Bicester, England, zusammen mit dem eigenen Windkanal. Gemäss Reglement musst du da unabhängig sein. Das komplette Design des Wagens entsteht in Faenza. Die einzigen Teile von Red Bull Technology sind die Getriebeteile.»

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