Niki Lauda zum Aus für Grid-Girls: Wo führt das hin?

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Die österreichische Rennlegende Niki Lauda (68) kann die neue Formel-1-Führung nicht verstehen. Der dreifache Weltmeister über das Verbot der Grid-Girls: «Haben die einen Vogel? Wo führt das noch hin?»

Das sofortige Verbot von Grid-Girls hat viel Unverständnis erzeugt. Wer sich internationale Foren anschaut, merkt schnell: Der überwiegende Teil der Fans findet, hier wurde ohne Not gehandelt.

Doch für Formel-1-CEO Chase Carey und F1-Geschäftsleiter Sean Bratches gibt es kein Zurück. Der in Berlin geborene US-Amerikaner Bratches hat das Aus für geballten Charme auf der Startaufstellung so gerechtfertigt: «Im Laufe des vergangenen Jahres haben wir einige Bereiche entdeckt, die ein wenig aufgefrischt gehören. Sie sollen mehr in Einklang mit unserer Vision für den Sport sein. Während uns bewusst ist, dass Grid-Girls seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Formel 1 gewesen sind, so harmoniert diese Gewohnheit nicht mit unseren Markenwerten. Und sie steht auch in direktem Widerspruch zu modernen, sozialen Normen. Wir finden, Grid-Girls sind der neuen Formel 1 und ihren Fans nicht angemessen und auch nicht bedeutungsvoll.»

Das kommt bei vielen Racern nicht gut an. Auch nicht bei der Wiener Rennlegende Niki Lauda. Der Aufsichtsrats-Chef des Rennstalls von Mercedes-Benz sagt in der Tageszeitung Standard: «Die Frauen emanzipieren sich, sie tun das sehr gut, und Vieles entwickelt sich in die richtige Richtung. Aber ab sofort auf Grid-Girls zu verzichten, das ist eine Entscheidung gegen die Frauen.»

Der Weltmeister von 1975, 1977 und 1984 weiter: «Ich finde es sehr schade, dass mit dieser Tradition gebrochen wird. Damit tut man der Formel 1 und vor allem auch den Frauen keinen Gefallen.»

Der 25fache GP-Sieger hätte an die Formel-1-Führung so einige Fragen: «Haben die einen Vogel? Wo führt das noch hin?» Natürlich ist auch dem Flugunternehmer der Vorwurf nicht entgangen, bisweilen seien die Grid-Girls etwas gar leicht bekleidet gewesen. Aber der Wiener sagt dazu: «Da braucht man sie doch nur ein wenig mehr anzuziehen.» Eine sehr adrette Lösung ist seit Jahren am Red Bull Ring gefunden worden, wo die Damen im feschen Dirndl auftreten.

Niki Lauda: «Ich hoffe, es gibt Möglichkeiten, dass der Beschluss rückgängig gemacht wird. Ich habe auch nichts dagegen, neben den Grid-Girls eben Grid-Boys zu sehen. Wieso auch nicht?»

Befürworter des Verbots führen ins Feld, Frauen sollten nicht als schmückendes Beiwerk verstanden werden, sondern besser Führungsrollen in den Teams erhalten. Niki Lauda dazu: «Das ist eine unzulässige Vermengung. Das eine schliesst doch das andere nicht aus. Ich will Frauen nicht reduzieren, sondern bestärken. Das Verbot kann auch so ausgelegt werden, dass wieder einmal Männer über die Köpfe der Frauen hinweg entscheiden.»

«Wenn man hier konsequenz weitermacht, dann dürfte es in Amerika auch kein Cheerleading mehr geben.»

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