Nico Rosberg: Mehr Kinder statt Formel-1-Comeback

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sebastian Vettel und Nico Rosberg

Sebastian Vettel und Nico Rosberg

​Nico Rosberg, Formel-1-Champion 2016, wird in die Formel 1 zurückkehren, aber in der Rolle des GP-Experten von RTL. Ein Comeback als Fahrer schliesst der Wiesbadener aus, dafür will er mehr Kinder.

Die beiden früheren Grand-Prix-Fahrer Gerhard Berger und Stefan Johansson glauben: Nico Rosberg ist so früh von der GP-Bühne abgetreten, da wird es ihn früher oder später in den Fingern jucken. Davon merkt der 32jährige Rosberg selber allerdings nichts.

In der neuen Ausgabe der Zeitschrift «Bunte» stellt der 23fache GP-Sieger klar: «Ich spüre kein Verlangen nach einem Comeback.» Hingegen spürt der Wahl-Monegasse viel Verlangen nach dem Ausbau der Rosberg’schen Familie. Vivian und Nico Rosberg sind Eltern der zwei Mädchen Alaïa und Naïla. Der frühere Formel-1-Fahrer grinst in Sachen Familienplanung: «Ich bin für eine Fussballmannschaft! Ich fühle mich in meiner Rolle als Vater sehr wohl, es gibt eigentlich nichts, was mich überfordert.» Rosberg überlässt die Entscheidung über ein drittes Kind seiner Ehefrau.

Abu Dhabi ist der Ort der überraschenden Rücktritte: 2016 erlebten wir dort das letzte Rennen von Nico Rosberg, 2017 erklärte der langjährige RTL-Formel-1-Experte Niki Lauda (68), dass er aufhöre. Die Rolle von Lauda teilen sich künftig die beiden früheren deutschen Grand-Prix-Fahrer Timo Glock und Nico Rosberg.

Rosberg erklärte das so: «Ich habe Spass an so etwas. Und auf diese Weise kann ich auch die Verbindung zur Formel 1 aufrechterhalten. Ich liebe den Grand-Prix-Sport, und es frustriert mich manchmal, wenn im Fernsehen Andere darüber reden. Als Fahrer siehst du einfach viel mehr. Es wird cool, ein paar tiefe Einblicke weitergeben zu können.»

Fest steht bislang, dass der 23fache GP-Sieger seine Arbeit schon beim WM-Auftakt in Australien aufnimmt. Auch in seiner Heimatstadt Monaco wird er für RTL arbeiten.

Was sich Nico für die Zukunft wünscht: «Es wäre cool, wenn die Formel 1 nach Südafrika zurückkehren würde. Aber die Krönung wäre eine WM-Entscheidung bei einer Neuauflage des Grand Prix von Las Vegas.» Rosberg lachte augenzwinkernd: «Da würde ich mir sogar ein Comeback überlegen.»

Nico schliesst nicht aus, dass wir ihn künftig bei mehr Formel-E-Rennen sehen werden: «Ich glaube an die Zukunft dieser Serie. Sie bringt den Sport zu den Menschen, in die unglaublichsten Städte. Ich habe mir das in Hongkong angeschaut und fand es faszinierend. Ich sehe die Formel E als technischer Kampf zwischen Herstellern wie Mercedes, BMW oder Porsche, denn ich halte Elektrik für den Weg der Zukunft.»

Ohne Formel-1-Rennen hat Rosberg auch die Musse, ein wenig auf seine Karriere zurückzublicken und sich etwa an einen verrückten Moment zu erinnern. Der Wiesbadener lacht: «Etwas wirklich Merkwürdiges war, dass eine Frau ihren Namen im Reisepass auf Rosberg ändern liess. Sie heisst nun Mary Rosberg. Ich freue mich ja immer über Unterstützung, aber das fand ich wirklich extrem.»

Rosberg geniesst es, «nicht mehr so viel zu reisen und mehr Zeit zuhause mit der Familie zu verbringen. Aber wir haben immer noch viele Pläne. Was ich unbedingt mal machen will, das ist eine Safari. Aber wir warten damit noch, bis die Mädchen ein wenig grösser sind.»

Hat sich Nico Rosberg zu Neujahr einen guten Vorsatz genommen? «Ja, ich möchte mein Leben besser organisieren. Ohne Rennsport ist es ein anderes Leben, weniger strukturiert als zuvor. Ich will da besser auf die Reihe bekommen. Nicht zu viel machen, aber auch nicht zu wenig. Ich habe einem Monat komplett frei genommen, um ein wenig zur Ruhe zu kommen.»

Rosberg hat seinen Rücktritt nie bereut: «Ich habe begriffen, dass ich mich richtig entschieden habe. Ich habe das Jahr 2017 genossen. Ich habe ein neues Leben begonnen, das gibt dir unheimlich viel positive Energie. Mein Leben hat sich verbessert.»

Aber jetzt mal Hand aufs Herz: Wenn Nico Rosberg Formel 1 guckt, denkt er da nicht doch klammheimlich, er sollte noch immer am Start stehen? «Nein, wirklich nicht. Ich bin sehr zufrieden. Ich hege keine nostalgischen Gefühle. Was ich erreichen wollte, das habe ich erreicht und zwar alles.»

Dennoch gibt Rosberg zu: «Klar gab es auch schwierige Moment. Ich meine, ich habe mein Leben total geändert. Mit diesem neuen Leben umzugehen, das musst du zuerst lernen. Zuvor war alles ganz einfach: Wie gewinne ich das kommende Rennen? Nur darum ging es, zwanzig Jahre lang. Nun sass ich gewissermassen vor einem leeren Blatt Papier, ohne Plan.»

Und heute? Rosberg: «Heute bin ich Familienmensch, Werbeträger, Manager und kümmere mich um Investitionen, vor allem um Start-up-Unternehmen im Bereich Mobilität.»

Rosberg verrät, dass es irgendwann mal eine Autobiographie geben wird, «aber dazu muss noch ein wenig Zeit verstreichen. Doch über das Planungsstadium bin ich hinaus, ich habe bereits begonnen.»

Als Rosberg zurücktrat, sagte er unter anderem, neben viel Zeit für die Familie wolle er auch Skilaufen und Gitarre spielen. Was ist daraus geworden? Nico: «Zum Skilaufen bin ich noch nicht gekommen, das folgt in den kommenden Wochen. Mit der Gitarre habe ich 2016 angefangen, dann kam eine Sehnenentzündung.»

Wie hat Rosberg die Formel-1-Saison 2017 erlebt? «Ich fand das eine wunderschöne Saison. Ferrari hat einen tollen Kampf geliefert. Schade, dass sie gescheitert sind, aber gewundert habe ich mich nicht – Mercedes hat die Latte nochmals höher gelegt. Selbst wenn ich für 2018 ein sehr konkurrenzfähiges Ferrari erwarte: Mercedes ist noch stärker geworden. Und ich weiss sehr gut, wozu diese Truppe fähig ist.»

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