Christian Horner (Red Bull): Wahrheit über Renault

Von Mathias Brunner
Formel 1
Christian Horner

Christian Horner

​Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner über den Kopfschutz Halo, die Testbestzeit von Daniel Ricciardo, die Zukunft der Formel 1, die Ziele für die Grand-Prix-Saison 2018 und Motorenpartner Renault.

Späterer Nachmittag am Circuit de Barcelona-Catalunya: Zum Glück war der Australier Daniel Ricciardo bienenfleissig – denn es ist eingetreten, wovor die spanischen Meteorologen gewarnt hatten: Es hat zu regnen begonnen. Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner gibt das Zeit für einen Schwatz mit den Journalisten.

Christian, sein eigenes Auto auf dem ersten Platz zu sehen, ist immer schön. Welches sind deine ersten Eindrücke vom Barcelona-Test?

Es war ein sehr positiver erster Morgen. Es ist immer ein wenig schwierig, etwas Brauchbares in diese Zeiten hineinzulesen, aber gleich auf Anhieb so viele Runden zu drehen und dies mit ermutigenden Zeiten, das ist ein solider Start. Wir haben wirklich darauf hingearbeitet, einen solchen Testbeginn zu haben. Das ganze Team hat sehr hart gearbeitet, um schon am ersten Tag möglichst viele Runden fahren zu können, und das haben wir geschafft. Aber wir wissen natürlich, das ist lediglich der erste Schritt eines langen Weges. Später wird es darum gehen, wie gut wir den Wagen bis zum WM-Finale von Abu Dhabi weiterentwickeln können.

Was erwartest du von der kommenden Saison?

Wir erwarten, dass wir den Abstand zur Spitze verringern. Mercedes ist als Weltmeister der Favorit, und wenn die Gerüchte über ihren 1000-PS-Motor korrekt sind, dann können sie der Saison sehr zuversichtlich entgegenblicken. Wir haben im Winter schöne Fortschritte gemacht, und wir hoffen, wir können ein echter Herausforderer sein, vor allem auf Strecken, die unsere Stärken betonen.

Wie sieht du die Fortschritte von Renault?

Die Standfestigkeit ist bei Renault ein grosses Thema, und im Winter sind die Motoren auf den Prüfständen länger gelaufen als je zuvor in der V6-Ära. Ich sehe ein Renault, das besser auf die Saison vorbereitet ist denn je. Wenn die Standfestigkeit gesichert ist, können die Franzosen die Leistung hochdrehen. Aber wir haben jeden Grand Prix und alle unsere WM-Titel als Kunden von Renault gewonnen. Das Üble ist für die Motorenbauer der Aufwand, vor dem Hintergrund des aktuellen Reglements. Wir müssen uns vorstellen, dass ein Hersteller für Prüfstandsversuche rund hundert Triebwerke baut, aber nur sechs davon dürfen gemäss Reglement an den Wochenenden zum Einsatz kommen, drei pro Fahrer und Saison.

Ist das eure letzte Saison mit Renault-Motoren, ungeachtet dessen, wie sie genannt werden?

Nicht unbedingt. Wir sind offen für alles, wenn es um 2019 und darüber hinaus geht. Wir beobachten natürlich genau, was bei Toro Rosso mit Honda passiert.

Machst du dir Sorgen wegen der angesprochenen 1000 PS?

Wenn das wirklich so sein sollte – dann ja. Inzwischen hat Renault ein eigenes Werksteam, sie haben noch höhere Ansprüche an sich selber, das kann für uns nur gut sein. Wir hoffen, dass sich die Leistung der besten Motoren langsam angleicht.

Was würde ein weiterer WM-Titel von Mercedes dank überlegener Leistung bedeuten?

Dominanz ist für den Sport nie gut. Und eine Dominanz vor allem wegen des Motors zeigt einfach, was mit dem Sport nicht stimmt. Und wie wichtig es ist, dass wir das mit der Motorgeneration ab 2021 besser hinbekommen. Es ist auch ganz wichtig, dass wir das bald schaffen, denn wenn es Sommer wird und später Herbst, und wir haben noch immer keine Entscheidung, dann werden die Motorhersteller sagen, dass sie keine Zeit haben, sich genügend vorzubereiten. Hier sind die FIA und Liberty Media gefragt. Die Antwort auf die Motorenfrage muss in diesem Jahr Priorität haben.

Was sagst du zum Halo?

(Verzieht das Gesicht.) Also schöner sind die Autos gewiss nicht geworden. Und leichter auch nicht. Das ist ein ordentlicher Klumpen Gewicht dort, wo du ihn nicht haben willst – weit oben. Unser Team hat den Halo so gut wie möglich integriert. Was die Fahrer angeht, so müssen sie richtige Schlangenmenschen sein, um sich ins Auto rein- und auch wieder rauszuwinden. Von der Sicht her glaube ich nicht, dass es Probleme geben wird.

Wo stehen wir, was einen neuen Vertrag mit Daniel Ricciardo angeht?

Wir diskutieren mit Daniel hinter geschlossenen Türen. Er ist seit vielen Jahren Teil der Red-Bull-Familie, aber auch er wird sich zunächst mal ansehen wollen, wie sich die Saison entwickelt. Dann werden wir zu gegebener Zeit entscheiden, was wir machen.

Gibt es hier beim Test gewisse Teile, welche dir bei der Konkurrenz besonders aufgefallen sind?

Ich glaube, wir werden erst in der kommenden Woche solche Teile sehen, wenn viele Rennställe jene Verbesserungen bringen, welche auch in Australien am Auto sein werden. Dann wird es richtig interessant. Ich bin sicher, mindestens die besten drei Rennställe behalten da Einiges in der Hinterhand, um die Gegner dann zu einem Zeitpunkt zu überraschen, wenn die nicht mehr schnell genug reagieren können.

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