Formel 1 der Zukunft: Die Wahrheit über 25 Rennen

Von Andreas Reiners
Formel 1
Chase Carey und Sean Bratches

Chase Carey und Sean Bratches

​Immer wieder ist davon die Rede, dass die neue Formel-1-Führung mittelfristig 25 WM-Läufe austragen will. Formel-1-CEO Chase Carey sagt aber auch: «Lieber Qualität statt Quantität.» Ja was denn nun?

Die neuen Formel-1-Grossaktionäre des US-amerikanischen Medienunternehmens Liberty Media haben in den kommenden Jahren viel vor – die Königsklasse soll kräftig umgekrempelt und weiterentwickelt werden. Ein wichtiger Baustein ist dabei der WM-Kalender, das Herzstück. Er umfasst 2018 stattliche 21 Rennen, nie gab es mehr Grands Prix pro Jahr, und zuletzt ist erneut davon die Rede gewesen, dass mittelfristig auf 25 Rennen ausgebaut wird. Im Gespräch ist, dass Vietnam, Argentinien sowie ein zweites Rennen in den USA in den Kalender aufgenommen werden, schon 2019!

Formel-1-CEO Chase Carey lässt sich nicht genau in die Karten schauen, er weicht ein wenig aus, bleibt allgemein. Viele Fans fragen sich zu Recht: Ist das mit den 25 Rennen jetzt ein Märchen oder wirklich von Liberty Media geplant?

Chase Carey stellt klar: «Wir haben die Kapazitäten und das Recht, den Kalender auf bis zu 25 Rennen auszuweiten. Unser Fokus ist es derzeit, die Rennen zu dem zu machen, was sie sein sollten. Qualität ist wichtiger als Quantität. Wir haben bei der Anzahl der Rennen kein exakt definiertes Ziel.» Man habe Langzeitverträge mit einigen Organisatoren, und dann gebe es auch immer wieder welche, die herausfallen. «Mit Deutschland beispielsweise haben wir nur ein Abkommen für dieses Jahr.»

Das ist aber nicht alles, denn die Verantwortlichen wollten den Kalender eigentlich komplett neu aufstellen, was sich als schwierig erweist. Der Plan sah vor, dass die einzelnen Kontinente nacheinander abgearbeitet werden sollen, mit Europa am Anfang, Amerika in der Mitte und Asien am Schluss. Aktuell ist das Programm ein ziemliches Durcheinander, ein Hin und Her zwischen den einzelnen Kontinenten. Nach Zonen aufzuteilen, das versprach Kostensenkungen, wie Formel-1-Marketingchef Sean Bratches gegenüber motorsport.com betonte. «Es wäre wesentlich angenehmer für die Fans, weil wir für geraume Zeit in der gleichen Zeitzone unterwegs wären. Es wäre auch effizienter für die Formel 1, um hohe Reisekosten zu vermeiden.»

Und der in Berlin geborene Medienprofi erkennt auch einen Marketing-Effekt für die Sponsoren. «Denn wenn jemand nur in Europa, in Amerika oder in Asien Werbung schalten will, ist das derzeit sehr schwierig, weil wir hin und her reisen», so Bratches.

Inzwischen liegt der Zonenplan auf Eis. Unter anderem auch deshalb, weil Melbourne auf den Saisonstart und und Abu Dhabi auf das Finale bestehen.

Bratches weiter: «Grundsätzlich bin ich Optimist, ich bin aber auch Realist. Aufgrund vertraglicher Verpflichtungen und der lokalen Wetterlage dürfte es noch eine Weile dauern, bis wir das in die Tat umsetzen – sofern es uns überhaupt jemals gelingt.»
Er habe einen strategischen Plan für die kommenden fünf Jahre entwickelt, so Bratches weiter: «Darin gibt es Themen, die wir gerne umsetzen würden und Dinge, die wir sofort anpacken können. Doch wie sagte schon der bekannte Philosoph Mike Tyson? „Jeder hat eine Strategie, bis er den ersten Schlag abkriegt.“»

Die Macher um Formel-1-Boss Chase Carey haben bei der Umsetzung ihres Plans kein Problem mit kritischen Stimmen oder Gegenwehr. Siehe unpopuläre Entscheidungen wie das Verbot der Grid-Girls. Cary meint: «Unsere Mission lautet, den Sport bestmöglich aufzustellen. Genau daran arbeiten wir. Wir versuchen, uns an der Grenze des Machbaren zu bewegen. Wir wollen dabei nicht an der Norm festhalten, weil du sonst irgendwann keinen Sport mehr hast.»

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