Christian Horner (Red Bull): «Das ist hoffnungslos»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner, Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff und Ferrari-Teamoberhaupt Maurizio Arrivabene

Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner, Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff und Ferrari-Teamoberhaupt Maurizio Arrivabene

Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner macht sich Sorgen um die Zukunft des Grand-Prix-Sports. Der Engländer ist davon überzeugt, dass sich die Formel 1 selber ins Knie schiesst.

Wohin geht die Formel 1? Wie müssen Chassis und Motoren für 2021 gestaltet werden, dass wir packenden Sport serviert bekommen? Muss eine Budgetobergrenze kommen? Wie erreichen wir eine faire Verteilung des Preisgeldes? Die Formel 1 steht vor ganz grossen Fragen. In diesen Monaten werden die Weichen für die Zukunft des Sports gestellt, und Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner macht sich grosse Sorgen.

Für den 44-jährigen Engländer ist die Lage «hoffnungslos. Seien wir mal ehrlich – es ist rein unmöglich, bei so vielen verschiedenen Zielen der zehn Rennställe Einigkeit zu finden. Da wird versucht, sich geschickt in Stellung zu bringen. Die Medien werden dazu missbraucht. Die Geschichte wiederholt sich. Alle fünf oder sechs Jahre passiert das, wenn das Concorde-Abkommen neu verhndelt wird.»

Zur Erinnerung: Das Concorde-Abkommen (benannt nach dem Firmensitz des Automobilweltverbands FIA an der Place de la Concorde in Paris) ist gewissermassen die Formel-1-Verfassung. Sie regelt im Wesentlichen die Verteilung der Einnahmen und Preisgelder an die Teams. Das Abkommen verpflichtet die Rennställe auch zur Teilnahme an allen WM-Läufen, das aktuelle Abkommen läuft bis Ende 2020.

Horner weiter: «Ich sehe nur eine Lösung – Formel-1-Grossaktionär Liberty Media muss sich mit der FIA in Einklang bringen und dann den Rennställen sagen: “So wird die neue Formel 1, das ist die neue Geldverteilung, so läuft das und nicht anders.” Und dann müssen die Teams selber entscheiden, ob sie damit leben wollen oder nicht.»

Das «oder nicht» bezieht sich auf die anhaltende Drohung des Ferrari-Präsidenten Sergio Marchionne, Ferrari aus der Formel 1 abzuziehen, wenn die Vorschläge für die Zukunft des GP-Sports Maranello nicht genehm sein sollten.

Horner findet das Formel-1-Weichensteller Ross Brawn gegenüber «ziemlich respektlos, immerhin ist er einer der erfolgreichsten Ingenieure der Formel 1. Ich bin der Ansicht, dass Liberty Media das Geschäft versteht, und es ist ihre Aufgabe, zu entscheiden, was für den Sport am besten ist. Auch wenn das vielleicht für Ferrari oder Mercedes nicht so gut ist.»

«Es ist nun mal so, dass die FIA und die FOM die Regeln machen, und dann müssen die Rennställe entscheiden, ob sie an einer solchen Weltmeisterschaft teilhaben wollen oder nicht. Wir jedenfalls funken nicht dazwischen. Die Formel-1-WM wird vom Autoverband FIA sowie von Formula One Management geführt, es liegt an ihnen, den Sport zu formen. Klar wollen wir alle, dass Ferrari weitermacht. Doch es ist einfach nicht richtig, die Formel 1 dermassen in Geiselhaft zu halten.»

«Natürlich wäre ein Ferrari-Abgang schädlich für die Formel 1. Wir wollen gegen Ferrari antreten, denn das ist eine der prestigeträchtigsten Marken der Welt. Aber natürlich würde die Formel 1 ohne Ferrari überleben. Und es stellt sich auch die Frage, ob ein Formel-1-Abgang für Ferrari nicht schädlich wäre.»

Die neuen Formel-1-Machthaber von Liberty Media müssen nun herausfinden, wieviel ihnen der Verbleib von Ferrari wert ist, weiss Horner. «Sie müssen entscheiden, ob sie Ferrari die gleichen Sonderrechte einräumen, welche die Italiener heute geniessen.»

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