Mika Salo: Strafe Kimi Räikkönen nicht angemessen

Von Mathias Brunner
Formel 1
Mika Salo mit Sebastian Vettel in Brasilien 2016

Mika Salo mit Sebastian Vettel in Brasilien 2016

​Zahlreiche Formel-1-Insider haben sich über die Strafe für Kimi Räikkönen in England aufgeregt, so wie der Kanadier Jacques Villeneuve. Mika Salo, Ex-GP-Pilot und FIA-Rennkommissar, nimmt Stellung.

Es war der grosse Aufreger im britischen Grand Prix: Die Kollision zwischen Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen, der anschliessende Wirbel um angebliche Absicht des finnischen Piloten, was natürlicn Quatsch ist. Räikkönen hat für das Foul an Hamilton eine Zehnsekunden-Strafe erhalten. Sebastian Vettel erhielt für einen vergleichbaren Fehltritt in Le Castellet gegen Valtteri Bottas eine Fünfsekunden-Strafe. Fans und Fachleute fragten sich zu Recht: Wieso? Müsste hier nicht mit gleichen Ellen gemessen werden?

Der elffache Grand-Prix-Sieger Jacques Villeneuve tadelt: «Ich verstehe nicht, wieso wir bei der einen Situation zehn Sekunden Strafe haben, bei der anderen fünf, und wir haben Rennmomente erlebt mit Berührungen, da sind die Piloten straffrei ausgegangen. Genau hier liegt der Hase im Pfeffer – das ist doch Rennsport! Ich mag es nicht, wenn für solche Rennzwischenfälle Strafen ausgesprochen werden. Strafen sollte es nur dann geben, wenn jemand dreckig fährt oder schlicht blöd.»

«Ich behaupte: Die Kommissare haben doch beschlossen – es geht um Lewis, wir sind in Grossbritannien, er kämpft um die WM, da ist das Foul zehn Sekunden wert. Wenn Kimi den Bottas berührt hätte, wäre nur eine Fünfsekunden-Strafe gekommen, jede Wette.»

«Und erinnert ihr euch an die Berührung zwischen Verstappen und Räikkönen in der ersten Runde des Österreich-GP? Warum hat es dort keine Strafe gegeben? Weil Räikkönen nicht neben der Bahn landete? Hätte es denn eine Strafe gegeben, wenn das passiert wäre? Ich finde das alles zu ungleichmässig und überhaupt – was in der Hitze des Gefechts passiert, das sollte nicht bestraft werden.»

Villeneuve kann nicht nachvollziehen, wieso sich das Silberlager nach dem Rennen so aufgeregt hat: «Hamilton ist nach einem jämmerlichen Start und dem Rückfall auf den letzten Platz noch Zweiter geworden, darüber kann er froh sein. Er hätte dieses Rennen auch so nicht gewonnen. Ich sehe nichts, worüber es sich zu beklagen gäbe.»

Was sagt einer, der ebenfalls Formel 1 gefahren ist und heute als FIA-Kommissar arbeitet? Mein Kollege Heikki Kulta von der Tageszeitung Turun Sanomat hat Mika Salo befragt – der 51-Jährige hat von Japan 1994 bis Japan 2002 an 110 WM-Läufen teilgenommen. Salo gibt zu: «Ich fand die Situation Räikkönen gegen Hamilton in England vergleichbar mit Vettel gegen Bottas in Frankreich. Also hätte ich mich für das gleiche Strafmass starkgemacht.»

«Allerdings müssen wir diese zehn Sekunden für Kimi in Silverstone in einem grösseren Zusammenhang sehen. Viele fanden die Strafe für Vettel in Le Castellet zu milde. Zudem sind Rennsituation und Strafmass immer auch Interpretationssache.»

Salo kann seinen Einfluss am kommenden Wochenende in Hockenheim geltend machen: Er ist einer von drei ausländischen Kommissaren in Deutschland, neben Nish Shetty aus Singapur und Steve Stringwell aus England.

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