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Ferrari: Sauber und Haas testen für Werksrennstall

​Das haben wir schon im vergangenen Frühling erlebt: Die Ferrari-Kunden Sauber und Haas setzen eine neue Motorversion um Wochen früher ein als der Werksrennstall aus Maranello. Warum eigentlich?

Formel 1

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Das Formel-1-Reglement 2017 besagte: Wer mehr als vier Antriebseinheiten pro Saison und Fahrer verwenden muss, der wird bestraft. In der Praxis hat das dazu geführt, dass am Samstagabend Fans und Fachleute über einer möglichen Startaufstellung brüteten – denn die ganzen Strafversetzungen erzeugten immer wieder höchste Verwirrung. Bis zur Hälfte des Feldes wurde mit Versetzungen in der Startaufstellung bestraft, und leider geht dieser Schwachsinn 2018 munter weiter. Denn als angebliche Sparmassnahme gibt es 2018 pro Fahrer nur noch zwei bis drei Bauteile der verschiedenen Motorelemente! Erlaubt sind drei Verbrennungsmotoren, drei MGU-H, drei Turbolader, aber nur zwei MGU-K, zwei Batterien und zwei Kontroll-Einheiten! Strafversetzungen gehören daher auch 2018 zum GP-Wochenende wie der gezwirbelte Schnauzer von Formel-1-CEO Chase Carey oder die quirligen Grid-Kids.

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In Monaco staunten die Fans über das Vorgehen von Ferrari – für die Kundenrennställe Sauber und Haas gab es im Fürstentum neue Motoren-Elemente: Die vier Renner erhielten alle den zweiten Verbrennungsmotor, den zweiten Turbolader, die zweite MGU-H. Haas-Teamchef Günther Steiner sagte uns damals: "Dieser Wechsel war von langer Hand geplant, wir wollen die Motoren auf einem Kurs im Einsatz haben, auf welchem sie weniger beansprucht werden, bevor es dann nach Kanada geht, wo Power gefragt ist. Nach Montreal wird rotiert: Motor Nummer 1 kommt in den freien Trainings zum Einsatz, Triebwerk 2 ab Samstagmorgen für die Quali und später das Rennen."

In Kanada verfügte dann endlich auch das Werks-Team über die verbesserte Version des 1,6-Liter-V6-Turbomotors, mit einem optimierten Zylinderkopf. Den erhielt aber nur Sebastian Vettel! Grund: Kimi Räikkönen war wegen eines Motorwechsels in Spanien aus dem normalen Betriebsrhythmus gefallen. In Barcelona wurde der Motor des Weltmeisters von 2007 tausend Kilometer vor Ende der vorgesehenen Laufleistung ausgebaut. Später stellte sich heraus: Es handelte sich um einen Hickser in der Elektrik – der Motor selber hatte keine Schäden erlitten und konnte weiter eingesetzt werden.

In Ungarn erhalten die Ferrari-Kunden einen verbesserten Verbrennungsmotor erneut vor dem Werksrennstall. Vorteil für Ferrari: Sie können sich in Ruhe anschauen, ob das Triebwerk auf der Rennpiste alles hält, was es im Testbetrieb auf den Prüfständen versprochen hatte. Die Konkurrenz munkelt von einem Leistungsschritt von 40 PS, da ist wohl der angemessene Respekt Vater des Gedankens.

In den Rennwagen von Charles Leclerc und Marcus Ericsson (beide Sauber) sowie Kevin Magnussen und Romain Grosjean (beide Haas) ist der dritte, 2018 erlaubte Verbrennungsmotor eingebaut, dazu bei Leclerc, Ericsson und Magnussen ein neuer Turbolader und eine neue MGU-H. Da Grosjean bei diesen beiden Motorbauteilen sein Kontingent bereits ausgeschöpft hat, muss er verzichten.

Für die Ferrari-Werkspiloten Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen kommt die dritte Evo-Stufe nach der Formel-1-Sommerpause, rechtzeitig für die Power-Kurse Spa-Francorchamps und Monza.

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