Sebastian Vettel: Ein Glücksbringer für den Monza-GP

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Zum Heimrennen von Ferrari in Monza macht Sebastian Vettel einen Knicks vor dem Highspeed-Tempel. Gleichzeitig soll ihm der Schriftzug MONZA Glück bringen. Das hat vor acht Jahren prima geklappt.

Es stand als Glücksbringer auf der rechten Seite seiner Balaclava, vor Sebastian Vettels erstem WM-Finale in Abu Dhabi 2010. Sein damaliger Red Bull Racing-Renningenieur Guillaume («Rocky») Rocquelin hatte ihm den Schriftzug MONZA auf die rechte Seite der feuerfesten Kappe geschrieben, Glücksbringer und Erinnerung an Vettels ersten GP-Sieg 2008, als Sebastian mit dem unterlegenen Toro-Rosso-Renner die Gegner in Grund und Boden fuhr. Einige Stunden später war klar – der Glücksbringer hatte gewirkt, Vettel fuhr in Arabien sensationell seinen ersten Titel ein. 2018 steht MONZA auf der rechten Seite des Helmes, in einer graphischen Anordnung von Rechtecken in verschiedenen Graustufen, die Schriftart erinnert an frühere Rennplakate für den Grossen Preis von Italien. Links am Helm ist das Wort FIVE zu erkennen – für den fünften Titel von Vettel, das grosse Ziel in der Saison 2018.

Vettel-Fans wissen: Der Heppenheimer wechselte als Pilot von Red Bull Racing das Design seines Helms fast zu jedem Rennen. Für 2015 und das neue Kapitel bei Ferrari zeigte er dann ein eher schlichtes, weisses Design mit den deutschen Nationalfarben. Dieses Grund-Design hat Vettel behalten. Aber das Leitthema variieren wollen Vettel und sein Helmdesigner Jens Munser dennoch. Zur Erinnerung: Die FIA schreibt seit nunmehr drei Jahren vor, dass das Grund-Design eines Helms das Gleiche bleiben muss. Angeblich erhöht das den Wiedererkennungswert. Jedem Fahrer ist einmal im Jahr eine Ausnahme gestattet, etwa für ein Heimrennen à la Hockenheim.

Ferrari-Star Sebastian Vettel variiert auch in dieser Saison seine Helme. Aber es geht nur um Nuancen. Wir zeigen seine sieben bisherigen Helmdesigns und welche Geschichten dahinterstecken.
Sebastian Vettel tritt 2018 mit den gleichen Helmfarben wie in den letzten Jahren an. Sebastian ist seinem auffällig weissen Design mit den Streifen für Deutschland treu geblieben. Die für die Onboard-Kamera vorgeschriebene Startzahl an der Oberseite des Helms ist in diesem Jahr als «five» ausgeschrieben. Für Monza 2018 ist die FIVE für einmal woanders hingerückt

2018 haben wir bisher zehn verschiedene Helmdesigns erkannt, die wir hier gerne vorstellen.

Helm #1: Testhelm
Er sieht ungewohnt leer aus. Sebastians Helm für 2018 hat nach dem Weggang von Sponsor Santander einen Sponsor weniger zu tragen, auch das Logo der Scuderia ist einfacher geworden.

Helm #2: ungetragen
Der zweite Helm der Saison wurde mit einer Beschichtung versehen, die das Karbon-Muster des Arai-Helms in Silber sichtbar macht. Auch durch die Flagge, welche in transparenten Farben lackiert wurde, schimmert die Karbonstruktur durch.

Helm #3: Australien 
Die Karbonstruktur ist feiner und leichter. Das Ferrari-Pferd und die 5 sind schwarz mit dunklem Hologram umrandet. Als Siegerhelm beim Auftaktrennen hat diese Version – wie bei Sebastian üblich – einen Ehrenplatz erhalten und wird nicht mehr getragen.

Helm #4: Bahrain
Nach dem Sieg in Australien hatte sich Sebastian etwas Gold auf dem Helm verdient. Das Pferd, die 5 und alle Linien wurden in Glitzergold lackiert. Der gesamte Helm ist im Kontrast dazu mattweiss. Auch dieser Helm kam nicht über ein Rennen hinaus.

Helm #5: China 
Inspiriert durch chinesische Kalligraphie Style wurde der Helm in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Künstler Liao Sicheng gestaltet.

Helm #6: Baku
Es bleibt schlicht, aber wird röter. Das Pferd, die 5 und alle Linien sind neonrot lackiert. Zusätzlich wurde ein gefärbtes Randgummi verwendet, welches zum ersten Mal mit FIA-Zulassung in der Formel 1 eingesetzt werden durfte.

Helm #7: Monaco 
Ein spezieller Effektlack, welcher in Hologramm-Farben leuchtet und bei Lichteinfall einen kreisrunden Lichtkreis erzeugt, dazu ein speziell entworfener Monaco-Schriftzug, der unten am weissen Randgummi verläuft. 

Helm #8: Frankreich
Die Kombination Neonrot und Weiss war für Vettel und Munser so reizvoll, dass sie nochmals aufgenommen worden ist. Dazu ist als Basis die Optik einer Schalungsbetonwand einlackiert.

Helm #9: Deutschland
Ab und an lassen Sebastian Vettel und Designer Jens Munser einen Künstler mit dem Helm des vierfachen Formel-1-Weltmeisters arbeiten, fürs Heimrennen in Hockenheim 2018 war das der Berliner Christoph Niemann. Der 47jährige Illustrator, Künstler und Buchautor liess sich bei den Wintertests in Barcelona inspirieren. Als Formel-1-Neuling war er vom Sound fasziniert, das wollte er auf dem Helm umsetzen. Zudem fand er reizvoll, wie Mensch und Maschine gemeinsam am Limit arbeiten. Christoph Niemann: «Abgesehen davon, dass ich die deutschen Farben einschliessen sollte, hatte ich freie Hand. Für den faszinierenden Sound dieser Autos stehen die Kreise an der Seite. Vettel hat mir erzählt, wie wichtig es in seinem Job ist, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Also begann ich an der Hinterseite mit verschiedenen Streifen, die sich zunächst überschneiden, dann jedoch parallel werden und am Ende in einem roten Strich auslaufen.»

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