Zukunft von Mick Schumacher: «Gehört in die Formel 1»

Von Andreas Reiners
Formel 1
Mick Schumacher

Mick Schumacher

Mick Schumacher sorgt in der Formel 3 für ordentlich Furore, er hat sogar den Titelgewinn im Blick. Das Thema Formel 1 wird deshalb heißer. Wie geht es für Mick weiter?

Die Reflexe sind menschlich. Lange war es ruhig um Mick Schumacher gewesen. Der 19-Jährige fuhr mehr oder weniger unter dem Radar. Formel 3, zweite Saison, Mittelfeld. Nichts, was darauf hindeuten würde, dass der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher plötzlich durchstarten würde.

Keine Frage: Musste er auch nicht. Würde er dann eben noch ein Jahr in der Nachwuchsserie fahren, sich weiter in Ruhe entwickeln. Darum geht es in der schnelllebigen Motorsportwelt: Dass der Junge mit dem berühmten Nachnamen alle Zeit der Welt bekommt. Denn anfangs, in der Formel 4, war es durchaus ein bisschen heftig mit dem Hype.

Doch das hatte sich ein wenig gelegt. Bis nun Mick selbst den nächsten Gang, falsch, die nächsten drei Gänge einlegt, in der Formel 3 durchstartet und um den Titel fährt. Von Null auf Hundert in zehn Rennen, in denen er sechs Siege und 185 Punkte holte. In der Gesamtwertung belegt er mit drei Punkten Rückstand hinter Dan Ticktum Platz zwei.

Die eingangs erwähnten Reflexe sorgen nun dafür, dass das Thema Formel 1 wieder heißer wird. Die Fragen lauter werden: Schafft er jetzt den Sprung? Wann ist es soweit?

Schumacher und seine Familie mit Managerin Sabine Kehm versuchen seit Jahren, die Erwartungen zu dämpfen. Ähnlich klingt es auch bei FIA-Präsident Jean Todt, bekanntlich ein enger Freund der Schumacher-Familie.

Der Franzose, der am Nürburgring weilte: «Er ist ein großartiger Fahrer, muss aber noch viel lernen, deswegen müssen wir ihm Zeit geben. Er hat Druck, weil die Erwartungen groß sind. Aber ich freue mich sehr, wie er sich entwickelt.»

Auf die mögliche Zukunft von Schumi III in der Formel 1 angesprochen, meinte Todt: «Wir werden sehen, wo er landet. Er ist jung, talentiert, warum also nicht? Alles kann passieren.» Für DTM-Chef Gerhard Berger steht fest: «Mick muss in die Formel 1 und ich denke, er wird es auch in die Formel 1 schaffen.»

Doch natürlich ist das Zukunftsmusik. Der direkte Sprung ist nicht geplant. Auch wenn er bei einem Titelgewinn theoretisch möglich wäre. Denn: Talente müssen in den verschiedenen Nachwuchsklassen innerhalb von drei Jahren 40 Superlizenz-Punkte sammeln, um in der Formel 1 starten zu dürfen. Mick käme bei einem Titelgewinn in dieser Saison auf 30 Punkte, hinzu kommen jeweils zehn aus seinem letzten Formel-4-Jahr 2016, in dem er Vize in Deutschland und Italien wurde. Wird Schumacher 2018 Vize (25 Punkte), wäre der Sprung ebenfalls möglich. Nach der Saison 2019 werden die Punkte aus der Formel 4 allerdings gelöscht.

Das Motto heißt aber auch hier ganz klar: Ein Schritt nach dem anderen. Er hat aber Fahrt in die Pläne gebracht. Vor Spa, also Ende Juli, lag Schumacher auf einem ordentlichen Mittelfeld-Platz. Dass er noch einmal in den Titelkampf eingreifen würde, schien damals äußerst unwahrscheinlich. Deshalb wäre eine weitere Formel-3-Saison zu dem Zeitpunkt wohl die realistischere Variante gewesen.

Jetzt, sollte er den Titel holen oder Vize werden, würde sich die Frage stellen, ob nicht schon ein Aufstieg der bessere Plan wäre. Die Formel 2 wäre dann wohl der logische Weg. Berger: «Ich denke, dass er schon reif genug für die Formel 2 ist. Wenn er in der Formel 2 gute Leistungen bringt, hat er gute Karten für eine Formel-1-Karriere.» Auch die japanische Super Formula wäre eine Möglichkeit, sie hat schon dem einen oder anderen Fahrer den Sprung ermöglicht. Ralf Schumacher zum Beispiel. Er wurde 1996 dort Champion.

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