Toto Wolff (Mercedes): Lieber Bösewicht als ein Idiot

Von Andreas Reiners
Formel 1
Toto Wolff mit Lewis Hamilton

Toto Wolff mit Lewis Hamilton

In den sozialen Medien kocht die Stimmung gegen Mercedes hoch. Keine Frage: Die Fans kritisieren die Stallorder der Silberpfeile beim GP von Russland nicht nur, der Großteil verabscheut es.

Und teilt das mit teils drastischen Worten auch sehr deutlich mit. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff wusste das vorher. Er wusste vorher, dass es dazu kommen könnte. Und er wusste vorher, was es für Folgen haben könnte. Er dachte lange darüber nach, über die Ferrari-Aktion 2002 in Spielberg, den Skandal-GP, als Michael Schumacher der Sieg geschenkt wurde, per Stallorder.

«Ich habe die halbe Nacht damit verbracht, über die Situation und Österreich 2002 nachzudenken und die Folgen für die Marke», sagte Wolff: «Das ist eine superharte Entscheidung.» Eine mit Folgen, Spielberg 2002 wird noch heute für die ganz fiese Seite der erlaubten, aber allseits verpönten Stallorder herangezogen.

Am Ende heiligte jedoch der Zweck die Mittel: Bottas wurde zurückgepfiffen, der Finne wirkte nach dem Rennen wie versteinert, die Fans quittierten die Stallorder von Mercedes mit Pfiffen, und gut ist eigentlich nur eines – dass Mercedes-Benz von WM-Vorsprung ausgebaut hat.

Wolff: «Was wir diskutiert haben am Morgen vor dem Rennen: Wenn wir in Lewis Situation wäre, würde er erwarten, dass das Team für ihn arbeitet? Und die Antwort ist ganz klar „Ja“», meinte Wolff. Der erstplatzierte Lewis Hamilton fühlte sich nicht wie ein Sieger: «Valtteri hat das ganze Wochenende über erstklassige Arbeit geleistet, er hätte diesen Sieg verdient. Das ist einer der seltsamsten Tage in meiner Formel-1-Karriere. Wir haben gewonnen, aber ich fühle keine Freude. Stolz kann ich auf einen solchen Sieg nicht sein.»

Wolff betont aber, Bottas verstehe die Entscheidung. Auch wenn alle in ihrem Herzen wüssten, dass es sich nicht richtig anfühle, so Wolff, der nun den bösen Buben spielen darf.

«Jemand muss manchmal der Bösewicht sein und diesmal bin ich das», sagte Wolff. «Man muss es abwägen: Der Bösewicht am Sonntag zu sein, aus viele richtigen Gründen, oder der Idiot am Ende in Abu Dhabi. Dann bin ich lieber jetzt der Bösewicht und nicht der Idiot am Ende der Saison.»

«Rational gesehen war es die richtige Entscheidung, aber unser Sportlerherz sagt Nein. Aber wenn drei oder fünf Punkte fehlen, bist du der größte Idiot auf dem Planeten, dass du dem Sieg von Valtteri Priorität gegenüber dem Titel gegeben hast», sagte Wolff.


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