Haas-Sponsor: Zweifler wie Mondlandungs-Spinner

Von Mathias Brunner
Formel 1

​CEO William Storey lächelt Kritik weg, wonach Rich Energy kein GP-Engagement stemmen könne. «Wer an uns zweifelt, der sagt auch, dass Menschen nie auf dem Mond gelandet sind oder dass Elvis noch lebt.»

Das Echo unter den Fans ist positiv: Der neue Look von Haas gefällt, das Schwarz und Gold von Titelsponsor Rich Energy und die silbernen Haas-Schriftzüge, das passt. Damit hat Rich-Energy-CEO William Storey Zweifler ausgebremst, die behauptet hatten – solch ein Sponsoring würde nie zustandekommen. Sie halten den Mann mit einem Abschluss in Mathematik der Universität St. Andrews für einen Schaumschläger. Hatte ein Londoner Richter nicht einen Rettungsversuch von Storey für Force India als zu wenig nachhaltig bezeichnet? Und überhaupt, wo ist dieser angeblich so tolle Energy-Drink überhaupt zu kaufen?

Im Rahmen der Haas-Präsentation hat Storey Stellung zur Kritik genommen. Der Bartträger, der seit 2010 in Monaco eine Sportleragentur leitet (William Storey Management), macht sich über die Schlechtreder lustig: «Jeder darf uns gerne genauer unter die Lupe nehmen. Aber einige Lästerzungen scheinen nicht ganz auf dem gleichen Planeten wie Sie und ich zu leben. Da haben einige Leute wohl zwei und zwei zusammengerechnet und als Ergebnis fünf erhalten. Klar habe ich diese unsinnigen Gerüchte auch gehört, sie sich lachhaft. Ich ignoriere das weitgehend.«

«Wir haben 90 Millionen Dosen hergestellt. Jeder, der behauptet, uns gebe es doch gar nicht, der sagt vermutlich auch, dass Menschen nie auf dem Mond gelandet sind oder dass Elvis noch lebt. Das ist pure Fantasterei. Aber Taten sagen mehr als Worte. Wir werden dann schon sehen, wer am Ende lacht. Wer über uns spekuliert, der hat sich schlecht informiert.»

Storey gibt zu, dass er seit längerem versucht hat, Titelsponsor eines Formel-1-Teams zu werden. Verhandlungen gab es mit Williams, McLaren und Force India. «Aber Haas hat uns das beste Angebot gemacht.»

Rich Energy, so gab Storey im vergangenen Jahr an, habe vier waschechte Milliardäre als Investoren, zwei davon sollen die Besitzer des Fussballklubs West Ham United sein, David Sullivan und David Gold.

Rich Energy zeigt deshalb einen Hirsch als Markenzeichen, weil Storey aus Richmond stammt, einem Stadtteil im Südwesten des Zentrums von London. Im Richmond Park, dem grössten königlichen Park des Grossraums London, sind oft Hirsche zu sehen. Storey gibt an, dass die Entwicklungs seine Drinks sechs Jahre gedauert habe, seit 2015 wird er angeboten. Aber eben nicht in jedem Laden. Daher, so Storey, hätten einige Menschen vielleicht den Eindruck, die Marke gebe es gar nicht. «Aber es gibt uns, in mehr als dreissig Ländern, einschliesslich Australien oder der USA. In Grossbritannien sind wir an 4000 Orten erhältlich – Hotels, Bars, Pubs, Casinos, Tankstellen, Weinläden, dazu natürlich online. Wir bauen das fortlaufend aus.»

Klar erinnert die neue Haas-Lackierung an die grandiosen John Player Special-Lotus aus den 70er und 80er Jahren. William Storey: «Ich bin ein riesiger Formel-1-Fan, und ich habe die JPS Lotus über alles geliebt. Für mich ist das bis heute die schönste Lackierung aller Grand-Prix-Rennwagen. Man braucht nicht Hercule Poirot zu sein um nachzuvollziehen, wieso unser Auto so aussieht.»

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