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Assen Supersport: Geiger gewinnt alles – Blin legt Protest gegen Strafe ein
Zwei Rennen und zwei Sieger, ein strauchelnder WM-Gast und Diskussionen nach der Zieldurchfahrt. Ein aufregendes Euro Moto Sportbike-Wochenende macht den Titelkampf spannend.
Rennen 1 in Assen: Ruben Bijman (Freudenberg RoRa Paligo Racing) feierte vor heimischem Publikum seinen ersten Sieg. Gaststarter Jeffrey Buis (Track & Trades Wixx Racing) machte das Rennen zusätzlich spektakulär. Der Niederländer startete vom letzten Platz und führte schon nach der ersten Runde. Am Ende fehlten ihm gerade einmal 0,035 Sekunden zum Sieg. Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) meldete sich mit Rang 3 auf dem Podium zurück.
WM-Pilot Buis zeigte in der ersten Runde, was er kann. Weil er die Qualifikationsvorgabe am Samstagmorgen nicht erfüllt hatte, musste der er vom letzten Startplatz ins Rennen gehen. Was dann folgte, überraschte selbst ihn. Buis erwischte einen Blitzstart, lag schon nach der vierten Kurve auf Rang 4 und kam nach der ersten Runde tatsächlich als Führender zurück. 16 Plätze in nur einer Runde. «Ich war selbst überrascht, nach dem Start so schnell von ganz hinten nach ganz vorne zu kommen. Das war eine verrückte erste Runde», sagte Buis. Einfach wurde es danach allerdings nicht. «Auf den Geraden hatte ich mit der Suzuki nicht so viel Power, dafür konnte ich in den Kurven immer wieder aufholen. Das war richtig gut.»
Vorne bildete sich eine fünfköpfige Spitzengruppe mit Buis, Bijman, Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb), Stepan Zuda (Freudenberg Rora Paligo Racing) und Rosenthaler. Vor allem Bijman zeigte sich stark auf der Bremse und hielt bei den Attacken immer wieder dagegen. Die Führung wechselte mehrfach. Nach Buis übernahm zunächst Bijman, zur Rennhälfte lag Zuda vorne und wenig später setzte sich Kitzbichler an die Spitze.
Bijman setzte die entscheidende Attacke gegen Kitzbichler in der letzten Runde und ging vorbei. Buis versuchte ebenfalls sein Glück. Kitzbichler hielt dagegen, bremste spät und sein Motorrad schaukelte sich auf. Der Österreicher konnte einen Sturz verhindern, musste allerdings über den grünen Bereich neben der Strecke ausweichen und fiel auf Rang 5 zurück.
Bijman nutzte die Chance und brachte seinen ersten Sieg in der Sportbike Klasse mit gerade einmal 0,035 Sekunden Vorsprung vor Buis ins Ziel. «Es hat sich richtig gut angefühlt, einen großen Teil des Rennens vorne zu fahren. Ich habe mich auf dem Motorrad sehr stark gefühlt und schon ab der dritten Runde gemerkt, dass heute wirklich etwas drin ist. Am Ende wurde es noch einmal ein richtig harter Kampf. Umso schöner ist es, dass es endlich mit meinem ersten Sieg geklappt hat und dann auch noch hier zu Hause in Assen», freute sich Bijman.
Hinter den beiden Niederländern meldete sich Rosenthaler zurück. Der Österreicher überquerte die Ziellinie als Dritter. Gerade einmal 0,425 Sekunden fehlten ihm auf Buis. Für Rosenthaler war das Podium nach den vergangenen schwierigen Wochen besonders wichtig. «Es ist keine leichte Zeit, nach der Verletzung wieder zurück zu meiner alten Stärke zu kommen. In Oschersleben hatte ich noch viel mit Schmerzen zu kämpfen. Leider ist auch dieses Wochenende mit den zwei Stürzen nicht optimal gestartet. Jetzt trotzdem wieder auf dem Podium zu stehen, ist endlich wieder Licht am Ende des Tunnels», sagte der Österreicher.
Ruben BIJMAN (#17/NL), Triumph Daytona 660
Jeffrey BUIS (#G6/NL), Suzuki GSX 8R
Jakob ROSENTHALER (#78/A), Triumph Daytona 660
Stepan ZUDA (#23/CZ), Triumph Daytona 660
Tobias KITZBICHLER (#38/A), Aprilia RS660
Kiyano VEIJER (#53/NL), Triumph Daytona 660
Julian VAN KALKEREN (#34/NL), Triumph Daytona 660
Tom KUIL (#55/NL), Triumph Daytona 660
Mika SIEBDRATH (#98/D), Triumph Daytona 660
Maksymilian PALMOWSKI (#95/PL), Aprilia RS660
Alexander WEIZEL (#22/D), Aprilia RS660
Ty HENRIKSEN (#46/DK), Aprilia RS660
Jay Jay DEN HOED (#44/NL), Yamaha YZF R7
Rick KOOISTRA (#20/NL), Triumph Daytona 660
Magnus KRISTOFFERSEN (#30/DK), Aprilia RS660
Lucas SØRENSEN (#18/DK), Aprilia RS660
Luis RAMMERSTORFER (#13/A), Triumph Daytona 660
Das zweite Rennen der Euro Moto Sportbike in Assen hatte es bis zum Schluss in sich. Eigentlich sah zunächst alles nach dem perfekten Heimwochenende für Ruben Bijman aus. Doch nach einem wilden Finale und einer nachträglichen Entscheidung der Rennleitung durfte am Ende ein anderer jubeln: Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) feierte seinen ersten Saisonsieg vor Ruben Bijman (Freudenberg RORA PALIGO Racing) und dessen Teamkollegen Stepan Zuda (Freudenberg RORA PALIGO Racing). Gerade einmal 0,141 Sekunden trennten die drei im Ziel.
Zuda erwischte von der Pole Position einen guten Start und setzte sich vor Bijman und Kitzbichler an die Spitze. Für Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) war das Rennen dagegen schon in der ersten Runde vorbei. Der Österreicher stürzte auf Rang 4 und sein Motorrad rutschte über die Strecke. Jeffrey Buis (Track & Trades Wixx Racing) konnte nicht mehr ausweichen, fuhr über die Triumph und kam ebenfalls zu Fall. Beide sind glimpflich davongekommen, das Rennen war für sie danach jedoch beendet.
Vorne entwickelte sich schnell ein Dreikampf zwischen Zuda, Bijman und Kitzbichler. Alle drei waren vom Sturz Rosenthalers unberührt geblieben und konnten dadurch direkt eine Lücke zu den Verfolgern aufreißen. Kitzbichler fand sich damit zwischen den beiden Freudenberg-Fahrern wieder, hielt dem Druck aber selbstbewusst stand. Immer wieder schloss er die kleine Lücke zu Zuda, während Bijman direkt dahinter ebenfalls auf seine Chance lauerte.
So ging es mit Zuda vor Kitzbichler und Bijman in die letzte Runde. Im letzten Streckenabschnitt überschlugen sich dann die Ereignisse. Kitzbichler zog an Zuda vorbei, doch Bijman nutzte die Situation und schlüpfte ebenfalls durch. Nur eine Kurve später setzte der Niederländer auch gegen Kitzbichler nach und übernahm die Führung. Zuda nutzte anschließend den verlorenen Schwung des Österreichers und ging ebenfalls vorbei.
Bijman kam als Erster über die Ziellinie und schien nach seinem Sieg am Samstag den Doppelsieg auf seiner Heimstrecke perfekt gemacht zu haben. «Die letzte Runde lief eigentlich richtig gut und in der vorletzten Kurve wurde es noch einmal ziemlich wild. Dabei bin ich wohl über die Track Limits gekommen und die Entscheidung muss ich akzeptieren. Trotzdem war es für mich ein super Wochenende. In beiden Rennen auf dem Podium zu stehen und am Samstag meinen ersten Sieg zu feiern, kann mir keiner mehr nehmen», sagte Bijman.
Nach der Zieldurchfahrt war das Rennen noch nicht entschieden. Die Rennleitung schaute sich die letzte Runde noch einmal genauer an. Sowohl Bijman als auch Zuda hatten im Bereich der Kurven 17 und 18 die Track Limits überschritten und wurden jeweils um eine Position zurückversetzt. Kitzbichler war als einziger der drei innerhalb der Streckenbegrenzung geblieben und rückte damit nachträglich auf Platz 1 vor.
Für Kitzbichler war es der lang ersehnte erste Sieg der Saison. Schon mehrfach war der Österreicher in diesem Jahr ganz nah dran gewesen. In Assen sah es zunächst wieder so aus, als würde ihm der Sieg auf den letzten Metern durch die Finger rutschen. Dieses Mal zahlte sich aber genau das aus, was ihm am Samstag noch zum Verhängnis geworden war: In der letzten Kurve hielt er sich dieses Mal bewusst zurück und blieb innerhalb der Streckenbegrenzung. «Ich bin gerade wirklich sprachlos. Wir hatten vor dem Rennen einen Plan und eine richtig gute Pace, aber ich hätte nicht gedacht, dass es bis zum Schluss so spannend bleibt. Eigentlich hatte ich mich schon mit Platz 3 abgefunden. Nach meinem Fehler gestern in der letzten Kurve wollte ich heute dort nicht wieder zu viel riskieren und war deshalb etwas zurückhaltender. Umso cooler ist es, dass sich genau das am Ende ausgezahlt hat und daraus sogar der Sieg geworden ist», freute sich Kitzbichler über seinen ersten Saisonerfolg.
Damit wird es auch hinter Meisterschaftsführer Zuda richtig eng. Kitzbichler und Bijman liefern sich nach dem Wochenende in Assen ein Kopf an Kopf Rennen um Rang zwei. Beide stehen nun bei jeweils 140 Punkten und sind damit punktgleich in der Meisterschaft.
Tobias KITZBICHLER (#38/A), Aprilia RS660
Ruben BIJMAN (#17/NL), Triumph Daytona 660
Stepan ZUDA (#23/CZ), Triumph Daytona 660
Mika SIEBDRATH (#98/D), Triumph Daytona 660
Kiyano VEIJER (#53/NL), Triumph Daytona 660
Maksymilian PALMOWSKI (#95/PL), Aprilia RS660
Julian VAN KALKEREN (#34/NL), Triumph Daytona 660
Rick KOOISTRA (#20/NL), Triumph Daytona 660
Tom KUIL (#55/NL), Triumph Daytona 660
Jay Jay DEN HOED (#44/NL), Yamaha YZF R7
Alexander WEIZEL (#22/D), Aprilia RS660
Ty HENRIKSEN (#46/DK), Aprilia RS660
Luis RAMMERSTORFER (#13/A), Triumph Daytona 660
Magnus KRISTOFFERSEN (#30/DK), Aprilia RS660
Lucas SØRENSEN (#18/DK), Aprilia RS660
DNF: Jakob ROSENTHALER (#78/A), Triumph Daytona 660
DNF: Jeffrey BUIS (#G6/NL), Suzuki GSX 8R
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