Charlie Whiting tot: Michael Masi neuer Rennleiter

Von Mathias Brunner
Formel 1
Am Renndirektoren-Seminar 2018, Zweiter von rechts – Whiting-Nachfolger Michael Masi

Am Renndirektoren-Seminar 2018, Zweiter von rechts – Whiting-Nachfolger Michael Masi

​Rennchef Charlie Whiting ist tot, noch immer sind die Menschen im Fahrerlager des Albert Park Circuit von Melbourne wie betäubt. Aber die Show muss weitergehen. Der neue Rennchef heisst Michael Masi.

Charlie Whiting hat uns verlassen. Der 66jährige Engländer verstarb in der Nacht auf den 14. März in seinem Hotelzimmer in Melbourne an einer Lungen-Embolie. Die Mitglieder des Formel-1-Trosses sind fassungslos. Weltmeister Damon Hill bringt es auf den Punkt: «Das ist ein Schock. Charlie war einer jener Menschen, von denen ich gedacht habe, dass sie auf ewig da sein werden. Auf seinen Schultern lag eine enorme Verantwortung. Ich glaube nicht, dass es jemanden gibt, der ihn angemessen und in vollem Umfang ersetzen kann. Wir Piloten haben ihn überaus respektiert. Er war der Mann, welcher die Fahrerbesprechung geführt hat, er war unser Ansprechpartner in allen Belangen, wenn wir Sorgen oder Bedenken hatten. Nach dem schwarzen Wochenende von Imola 1994 habe ich viel Zeit mit ihm verbracht, um über Sicherheit zu sprechen. Bei ihm hast du immer gewusst – er wird im Dienste des Sports das Richtige tun.»

Aber die Show muss weitergehen. Zum Renndirektor, Sicherheitsdelegierter und permanenten Starter der Formel 1 ist Michael Masi ernannt worden. Der Australier arbeitete zunächst als Stellvertreter von Supercar-Rennchef Tim Schenken, dem früheren GP-Piloten. 2018 nahm der Autoverband FIA Masi in ein Ausbildungsprogramm für Rennkommissare auf. Masi arbeitete 2018 beispielsweise beim Formel-1-WM-Lauf von China, eine Woche vor dem WM-Beginn in Melbourne 2019 war er leitender Rennkommissar beim Formel-E-Rennen von Hong Kong.

Der 39jährige Masi gehörte zu jenen Kandidaten, die in Ruhe als Nachfolger von Charlie Whiting aufgebaut werden sollten. Er nahm an Fahrerbesprechungen teil, an Pisten-Inspektionen, an der Arbeit in der Rennleitung. Er sollte 2019 bei ungefähr einem Drittel der F1-WM-Läufe als stellvertretender Rennchef auftreten und dazu an allen Läufen zur Formel 2 und Formel 3.

Gemäss Reglement muss die Formel 1 bei einem Auftritt die drei Posten Renndirektor, Sicherheits-Delegierter und Starter besetzt haben. Es ist nicht vorgeschrieben, dass der gleiche Mann all diese Arbeiten ausführt. Masi war einer von zwei Stellvertretern Whitings, der andere ist der US-Amerikaner Scot Elkins.

Damit obliegt es Masi am Melbourne-GP-Wochenende, ein Training oder ein Rennen zu neutralisieren, ein Safety-Car auf die Bahn zu schicken oder Zwischenfälle an die Rennkommissare zu melden. Masi wird die Startampel bedienen. Und er hat in sämtlichen Sicherheitsbelangen das letzte Wort.

Wer für Masi die Rolle des Stellvertreters übernimmt, hat die FIA nicht kommuniziert. Logisch wäre es, Scot Elkins diese Aufgabe anzuvertrauen.

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