Michael Schumacher: Erster GP-Sieg 1992, Millionen für seinen Benetton
Ein Jahr nach seinem GP-Debüt in Spa-Francorchamps 1991 gewann Michael Schumacher 1992 mit Benetton sensationell seinen ersten Grand Prix. Dieses Siegerauto kommt jetzt unter den Hammer.
1991 schlug Michael Schumacher wie ein Blitz ein in der Formel 1. Sein Debüt mit Jordan in Spa-Francorchamps ist der Stoff für Hollywood-Bücher.
Die Film-Industrie neigt dazu, eine Erfolgsstory fortzusetzen, und Schumi hätte dazu bald Anlass gegeben: Ein Jahr nach seinem Einstand in der Königsklasse legte er nach mit seinem ersten GP-Sieg, ebenfalls in den Ardennen, nun im knallgelben Benetton.
Das Auktionshaus Broad Arrows bietet jetzt den damaligen Siegerwagen des Deutschen zum Verkauf, die Briten versprechen sich einen Erlös von mehr als acht Millionen Euro.
Sollte sich tatsächlich ein Käufer finden lassen, der so viel Geld auf den Tisch legt, würde sich der Benetton B192 von 1992 unter jene Formel-1-Rennwagen schieben, die am meisten Erlös erzielt haben.
Auf Platz 1 dieser Rangliste steht hier ein Stromlinien-Mercedes aus dem Jahre 1955 (Erlös: 49,17 Millionen Euro), sündhaft viel Geld wurde auch bezahlt für einen Silberpfeil von 1954 (22,57), den ersten F1-Mercedes von Lewis Hamilton von 2013 (17,39), den Ferrari F2001 von Michael Schumacher aus der GP-Saison 2001 (15,47), Schumis Ferrari des Typen F2003 (12,32) sowie für den 2026er McLaren MCL40A, den die Briten erst 2028 ausliefern werden (für 9,79 Mio Euro), es handelt sich um das erste Auto, das bei den F1-Wintertests 2026 eingesetzt wird.
Der Benetton B192 ist das letzte F1-Auto mit klassischem Schalthebel, mit dem ein GP-Sieg herausgefahren wurde – die Gegner Ferrari, Williams und McLaren fuhren längst mit Schaltwippe hinter dem Lenkrad.
Das Design des B192 stammte vom südafrikanischen Designer Rory Byrne, der wie Benetton-Technikchef Ross Brawn später Schumacher zu Ferrari folgen würde.
Michael Schumacher eroberte in der GP-Saison 1992 mit diesem Rennwagen sechs Podestplätze (Sieg in Belgien, Zweiter in Spanien, Kanada und Australien, Dritter in Deutschland und Italien), er wurde WM-Dritter hinter den beiden Williams-Fahrern Nigel Mansell und Riccardo Patrese.
Ironischerweise war ein Fahrfehler von Schumacher der Weichensteller zum ersten Sieg in Belgien: Bei typischen Wechselbedingungen in den Ardennen holte sich Schumi nach Start auf den profillosen Slicks für Regenreifen, dennoch rutschte er in der 29. Runde in Stavelot von der Bahn.
Schumacher fiel deswegen hinter seinen Benetton-Teamkollegen Brundle zurück, sah den jämmerlichen Zustand der Goodyear-Reifen am Wagen des Engländers, also entschied sich Michael zu einem vorgezogenen zweiten Stopp, in der (korrekten) Annahme, dass seine Reifen wohl nicht besser aussehen würden als jene von Brundle.
Schumi wechselte so zum idealen Zeitpunkt zurück auf Slicks und fuhr seinem ersten Sieg entgegen, vor den beiden Williams von Mansell und Patrese. Es war der einzige Sieg von Benetton 1992.
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