Sainz-Ratschlag an Mick Schumacher: «Zurückbeißen!»

Von Andreas Reiners
Formel 1
Carlos Sainz

Carlos Sainz

Für Mick Schumacher geht es am kommenden Wochenende in der Formel-2-Saison weiter. Der erste große Rummel in diesem Jahr hat sich ein wenig gelegt, nachdem in Bahrain sehr viel Trubel um seine Person herrschte.

Erst sein Debüt in der Formel-Nachwuchsserie im Rahmenprogramm der Formel 1, dann kurz danach an gleicher Stelle das Debüt im F1-Renner. Und dann auch noch im Ferrari. Erinnerungen an Papa Michael Schumacher wurde natürlich wach, und auch die Fans träumen davon, dass bald wieder ein Schumacher in der Formel 1 fährt.

An den Druck oder die Aufmerksamkeit hat sich Schumacher gewöhnt. Trotzdem war das noch einmal eine andere Hausnummer, als er da im roten Rennoverall durch das Fahrerlager ging, in den SF90 stieg und am Abend noch in einer Medienrunde Rede und Antwort stand.

Wie es ist, wenn der Nachname für eine Menge Aufmerksamkeit sorgt, weiß auch Carlos Sainz. Der Senior gehörte zur Weltklasse im Rallyesport, ist zweimaliger Weltmeister.

Sein Nachname sei «sehr oft» ein Nachteil gewesen, erklärte er: «Vor allem als ich Kart gefahren bin. Ich habe gespürt, dass viele Leute mich und meine Ergebnisse beobachten. Viele Kinder und Rennfahrer waren auf mich fokussiert, weil ich der 'Sohn von' bin», sagte er.

Es hat gedauert, bis er sich daran gewöhnt und die Vorteile gesehen hat. «Obwohl es manchmal echt hart ist, muss man es positiv sehen. Einen zweimaligen Weltmeister als Vater zu haben, hat mich zu einem besseren Fahrer gemacht.»

Sainz kann sich in Schumacher hineinversetzen, er leidet mit, wenn man das so nennen kann, weil er alles schon selbst erlebt hat. «Manchmal ist die Aufmerksamkeit der Medien auch nicht schlecht. Außerdem hat er ein gutes Umfeld.»

Einen Rat hat er für Schumacher auch: Zurückbeißen. «Es gibt die Jungs, die denken: 'Ich will den Sohn von Carlos Sainz öfter schlagen als alle anderen, weil sein Vater zuschaut oder andere Leute auf mich aufmerksam werden'. Das hat mir als Kind überhaupt nicht gefallen. Mein Vater sagte mir: Entweder ich beiße zurück oder ich werde geschlagen. Dadurch habe ich realisiert, dass ich aggressiver werden muss. Ich habe mir dadurch mehr Respekt erarbeitet.»


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