Sebastian Vettel über Charles Leclerc: «Kein Ärger»

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Ferrari ist in Spanien zum Siegen verdammt. Wie das Aero- und Motorenprogramm intensiviert worden ist, das zeigt – Ferrari setzt alles auf eine Karte. Sebastian Vettel: «Aber das machen doch alle.»

Ferrari gibt Vollgas: Verbesserte Aerodynamikteile wurden schon in Baku auf die Rennstrecke gebracht, der zweite Teil folgt jetzt in Spanien, der optimierte Motor debütiert schon in Barcelona, nicht einen Monat später in Kanada. Setzt Ferrari alles auf Spiel, um die scheinbar übermächtigen Mercedes einzuholen? Sebastian Vettel reagiert am Circuit de Barcelona-Catalunya milde verwundert auf die Frage: «Aber das machen doch alle. Du müsstest wirklich in einer sehr komfortablen Lage sein, um das in der Formel 1 nicht machen zu müssen. Klar hoffen wir, dass unsere Fortschritte reichen werden, um in Spanien siegen.»

Unser RTL-Kollege Peter Reichert wirft ein: «Und jetzt macht auch noch ihr Stallgefährte Charles Leclerc Ärger.» Vettel blitzschnell: «Ärger? Ich weiss jetzt nicht, wo ihr den Ärger seht. Wir kommen gut miteinander aus, wir versuchen beide, das Team vorwärts zu bringen. Wenn man gewinnen will, muss man alle schlagen. Das gilt für mich so wie für ihn.»

Auf das Nachhaken, ob er sich denn immer noch als Nummer 1 bei Ferrari sehe, meint Vettel kühl: «Das ist eher eine Frage an unseren Teamchef Mattia Binotto.»

Viele Fans fragen sich: Wenn Ferrari den verbesserten Motor so früh in der Saison bringt – bedeutet das automatisch, dass die Italiener mehr Antriebseinheiten als die drei pro Saison erlaubten bringen und damit Strafen unumgänglich werden? Seb meint: «Nicht unbedingt. Das ist auch nicht der Plan. Wir haben mit grossen Bemühungen den neuen Motor vorgezogen, das ist als Leistung zu sehen, nicht als Problem.»

«Was mich auch zuversichtlich stimmt: Ich spüre gute Stimmung im Team, jeder ist tief überzeugt, dass die Siege kommen und zwar schon bald. Auch wenn Mercedes in ganz starker Form fährt. Wir glauben an uns. Ich bin nicht frustriert – mit Ausnahme meines Drehers in Bahrain, der wurmt mich noch heute. Sonst habe ich alles gegeben, und mehr war unter den Gegebenheiten gegen Mercedes halt nicht drin.»

«Aber Mercedes hat nicht nur aus Glück gewonnen, sie haben ganz starke Rennen gezeigt und aus ihren Möglichkeiten das Beste gemacht. Wir hingegen haben das nicht geschafft. Wir suchen nach dem guten Fahrgefühl, das wir im Winter mit dem Wagen hatten. Das Potenzial ist da, es liegt an uns, es aus dem Fahrzeug zu holen. Wir glauben daran, dass wir das schaffen. Und wir wissen, dass die jüngsten Entwicklungen einen guten Schritt nach vorne bedeuten.»

Sebastian Vettel fährt mit der Nummer 5. Er steht in seiner fünften Saison mit Ferrari und jagt Titel Nummer 5. Wir sind bei Rennen Nummer 5 der Saison 2019. Vielleicht ein gutes Omen? Der Deutsche findet: «Der Abstand zu Mercedes ist nicht gross, aber entscheidend ist halt – wir liegen hinten. Wir wollen das Ruder herumwerfen. Wir wollen führen und siegen. Ganz interessant wird es sein, ob ich das gute Handling vom Testwinter hier wiederfinde. Ich weiss, dass sich alle im Team förmlich zerreissen, um Ferrari wieder nach vorne zu bringen. Der Teufel liegt im Detail. Viele Kleinigkeiten ergeben grosse Auswirkungen. Wenn wir es im Training schaffen, vorne zu stehen, dann verlaufen auch die Rennen anders.»

«In den bisherigen Rennen hatten wir aus meiner Sicht nur eines, wo wir wirklich klar vorne waren, das war Bahrain. Sonst waren wir einfach nicht schnell genug. Vieles liegt im Verständnis des Wagens. Vielleicht haben wir damals in Barcelona so stark gewirkt, weil wir schon in der ersten Testwoche so gut begonnen hatten. Das erzeugte eine gewisse Eurphorie, und die wurde auch in die zweite Testwoche getragen, wo Mercedes bereits auf Augenhöhe fuhr. Uns war klar, dass es in Australien knapp werden würde, aber dass Mercedes dann in Melbourne so stark ist, das hat uns schon erstaunt. Bis auf das Wochenende in Bahrain fehlte dann der Speed, um Mercedes zu schlagen.»

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