Barcelona-Test, Tag 2, 13.00: Mercedes geschlagen

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Ein überlegenes Auto reicht eben doch nicht: Unter Milliardärs-Sohn Nikita Mazepin ist Mercedes nur noch im Mittelfeld zu finden. Nach vier Stunden liegen in Spanien zwei Autos mit Ferrari-Motor vorne.

Nach fünf Doppelsiegen in fünf Rennen könnte der eine oder andere Formel-1-Fan glauben: Im Silberpfeil würden viele andere Piloten mühelos vorne wegfahren, nicht nur Lewis Hamilton und Valtteri Bottas. Aber so einfach ist das doch nicht. Am zweiten Barcelona-Testtag erhält der 20jährige Moskauer Nikita Mazepin eine Testchance, und damit hat es sich mit Bestzeiten. Nach vier Stunden Arbeit auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya liegen vielmehr vier Rennwagen mit Ferrari-Motor vorne – Kevin Magnussen im Haas vor Antonio Fuoco im Werkswagen der Italiener, dann Kimi Räikkönen im Alfa Romeo-Sauber vor Charles Leclerc in jenem Ferrari, mit dem der Monegasse Reifenversuche mit Pirelli im Hinblick auf die Saison 2020 fährt.

Ebenfalls ungewöhnlich: Ein Williams ist mal nicht Letzter. Der Formel-2-Tabellenführer und Williams-Reservefahrer Nicholas Latifi hat es sich auf dem fünften Platz gemütlich gemacht.

Die wenigen Zuschauer habe erlebt, wie Red-Bull-Junior Dan Ticktum im Red Bull Racing-Honda liegengeblieben ist, das passierte kurz vor 12.00. Noch ist unklar, ob es sich um einen vergleichbaren Defekt wie bei Gasly am ersten Testtag handelt. Nach einer Viertelstunde ging der Betrieb weiter. Danach gab es kurz Rot, als Nicholas Latifi am Ausgang der Boxengasse nicht mehr weiterkam.

Einige Leser haben sich erkundigt: Hat Haas-Sponsor Rich Energy das Hirschgeweih-Logo auf dem Rennwagen entfernt, nach dem Urteil am Londoner Gericht? Antwort: Nein, es ist noch immer da.

Inzwischen hat Mercedes analysiert, wieso der Start von Bottas im Grand Prix von Spanien so mittelmässig war. Der Finne hatte gesagt: «Ich habe das Rennen am Start verloren. Was war das mit meinem Auto los? Die Kupplung benahm sich sehr merkwürdig – sie biss, dann wieder nicht mehr, dann biss sie erneut, dann wieder nicht mehr, das habe ich so noch nie erlebt. Daher war ich nicht schnell genug.»

Nun sagt Mercedes-Sportchef Ron Meadows: «Wir haben an der Kupplung keine Fehlfunktion feststellen können. Wir vermuten vielmehr, dass es an der mangelnden Haftung auf der Pole-Position-Seite lag. Wir haben bei den ganzen Rahmenrennen erlebt, dass die Piloten von den Starträngen 2 und 4 in der Regel besser weggekommen sind als die Fahrer von 1 und 3.»

Dritte rote Flagge kurz vor der Mittagspause: Dreher von Mazepin im Mercedes.

Barcelona-Test, Tag 2, 13.00 Uhr

1. Kevin Magnussen (DK), Haas VF-19-Ferrari, 1:18,101 (xx Runden)
2. Antonio Fuoco (I), Ferrari SF90, 1:18,332 (xx)
3. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo-Sauber C38-Ferrari, 1:18,578 (xx)
4. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF90, 1:18,666 (xx) *
5. Nikita Mazepin (RU), Mercedes-Benz W10 EQ Power+, 1:19,146 (xx)
6. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW42-Mercedes, 1:19,432 (xx)
7. Jack Aitken (GB), Renault R.S.19, 1:20,684 (xx)
8. Oliver Turvey (GB), McLaren MCL34-Renault, 1:20,712 (xx)
9. Dan Ticktum (GB), Red Bull Racing RB15-Honda, 1:20,883 (xx)
10. Lance Stroll (CDN), Racing Point RP19-Mercedes, 1:21,196 (xx) *
11. Alex Albon (GB), Toro Rosso STR14-Honda, 1:21,684 (xx)
12. Nick Yelloly (GB), Racing Point RP19-Mercedes, 1:22,134 (xx)
* Arbeit mit 2020er Pirelli-Reifen

Barcelona-Test, Tag 1 (14. Mai)

1. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes-Benz W10 EQ Power+ 1:15,511 (131 Runden) C5
2. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF90, 1:16,933 (132) C2
3. Daniil Kvyat (RU), Toro Rosso STR14-Honda, 1:17,679 (121) C4
4. Nico Hülkenberg (D), Renault R.S.19, 1:18,051 (68) C3
5. Pierre Gasly (F), Red Bull Racing RB15-Honda, 1:18,140 (118) C3
6. Carlos Sainz (E), McLaren MCL34-Renault 1:18,263 (64) C2
7. Pietro Fittipaldi (BR), Haas VF-19-Ferrari 1:18,326 (103) Prototyp
8. Nick Yelloly (GB), Racing Point RP19-Mercedes, 1:18,361 (111) C5
9. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF90, 1:18,425 (133) * Prototyp
10. Lando Norris (GB), McLaren MCL34-Renault 1:18,567 (44) C3
11. Sergio Pérez (MEX), Racing Point RP19-Mercedes, 1:19,719 (118) * Prototyp
12. Callum Ilott (GB), Alfa Romeo-Sauber C38-Ferrari, 1:19,891 (41) C2
13. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW42-Mercedes, 1:20,670 (134)
* Arbeit mit 2020er Pirelli-Reifen C2

C1: härteste Mischung, C5: weichste Mischung

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